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Angebliche Jobs bei V-Mann

Bundesanwaltschaft dementiert Berichte über Mundlos und Zschäpe

Arbeiteten die mutmaßlichen NSU-Terroristen Beate Zschäpe und Uwe Mundlos für die Firma eines V-Mannes? Die Bundesanwaltschaft hat entsprechende Berichte dementiert. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte.

DPA

Beate Zschäpe

Donnerstag, 07.04.2016   19:56 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat Medienberichten widersprochen, nach denen die mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nach ihrem Abtauchen bei einem V-Mann des Verfassungsschutzes gearbeitet haben sollen. "Die Ermittlungen haben bislang keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Mitglieder des NSU in einem von Ralf M. betriebenen Unternehmen beschäftigt waren", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft SPIEGEL ONLINE.

Unter anderem hatte die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass in den Jahren, als das NSU-Trio im Untergrund lebte, Zschäpe in einem Ladengeschäft von M. in Zwickau jobbte. Bereits zuvor berichtete die Tageszeitung "Die Welt", dass Mundlos als Bauleiter für die Abrissfirma des Neonazis Ralf M. gearbeitet haben soll.

Wie SPIEGEL ONLINE aus Ermittlerkreisen erfuhr, wurden in den vergangenen Jahren frühere Mitarbeiter des Bauunternehmens und das ehemalige Personal der von M. betriebenen Ladengeschäfte eingehend zu dem NSU-Trio befragt. Doch belastbare Anhaltspunkte, wonach Mundlos oder Zschäpe zeitweise bei M. beschäftigt gewesen sein könnten, hätten sich daraus nicht ergeben.

Die umfangreichen Ermittlungen seien zum Teil im Rahmen des sogenannten NSU-Strukturverfahrens erfolgt, in dem mögliche, bislang noch unbekannte Unterstützer der Terrorzelle identifiziert werden sollen.

Gleichwohl bleiben eine Vielzahl von Fragen im Zusammenhang mit der früheren Szenegröße Ralf M. Etwa über seine Funktion im Netzwerk der mutmaßlichen NSU-Unterstützer aus Sachsen und Thüringen sowie die Rolle des Bundesamtes für Verfassungsschutz, die ihn jahrelang unter dem Decknamen "Primus" als Quelle führte.

gam

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