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Clemens Binninger

Vorsitzender des NSU-Ausschusses glaubt an weitere Mittäter

Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Clemens Binninger (CDU), ist sich sicher: Der "Nationalsozialistische Untergrund" bestand aus mehr als drei Mitgliedern.

DPA

NSU-Ausschussvorsitzender Clemens Binninger (CDU)

Montag, 05.09.2016   14:12 Uhr

Clemens Binninger (CDU) ist Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag. Er geht davon aus, dass dem rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) mehr Mitglieder angehörten, als bisher angenommen.

"Wenn ich die Fakten und Indizien aus Akten und Vernehmungen betrachte, bin ich zutiefst davon überzeugt, dass der NSU nicht nur aus drei Leuten bestand und dass es neben den Helfern und Unterstützern, die angeklagt sind, weil sie Wohnungen, Handys, Waffen beschafft haben, auch Mittäter gab", sagte Binninger der "Frankfurter Rundschau".

Dem NSU werden zehn Morde angelastet. Aufgeflogen war die rechtsextreme Gruppe erst nach dem Tod der beiden mutmaßlichen Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Jahr 2011. Das mutmaßliche dritte Mitglied Beate Zschäpe steht derzeit in München vor Gericht.

Binninger erlärte, er teile die Auffassung der Bundesanwaltschaft nicht, "dass alle 27 Straftaten - zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, 15 Banküberfälle - nur von den beiden Männern begangen wurden". Es gebe eine "Reihe von Indizien", die darauf hindeuteten, "dass es Mittäter vor Ort gegeben hat, die geholfen oder ausgespäht haben".

Binninger forderte die Ermittler zu auf, sich um DNA-Proben aus dem Kreis möglicher Unterstützer zu bemühen, um diese mit den an Tatorten gefundenen Spuren abzugleichen. Bislang lägen aus einem potenziellen Unterstützerkreis von 100 Personen nur 19 DNA-Proben Verdächtiger vor. "Von 81 Personen wurden keine DNA-Proben genommen. Es ist klar: Nur Beschuldigte können gezwungen werden, eine DNA-Probe abzugeben. Aber man muss die restlichen Personen doch wenigstens fragen, ob sie es freiwillig tun", sagte Binninger der Zeitung.

Der CDU-Politiker zeigte sich besorgt darüber, "dass man sich sehr früh auf eine Hypothese festgelegt hat, nämlich, dass das drei Leute waren". Der Untersuchungsausschuss des Bundestages setzt am Donnerstag unter Vorsitz Binningers seine Arbeit fort.

NSU-Chronik

ala/dpa/AFP

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