Panorama

Gerüchte über Festnahme

Straßenkämpfe in Mexiko - Sohn von "El Chapo" beteiligt

In der mexikanischen Stadt Culiacán ist es zu heftigen Schießereien zwischen Bandenmitgliedern und der Polizei gekommen. Auch ein Sohn von Drogenboss "El Chapo" war in die Straßenkämpfe involviert.

Jesus Bustamante/ REUTERS

Brennender Bus in Culiacán: Die Behörden baten die Bevölkerung der Stadt, zu Hause zu bleiben

Freitag, 18.10.2019   07:11 Uhr

Heftige Schießereien und die Flucht zahlreicher Häftlinge aus einem Gefängnis haben zu Chaos in der mexikanische Stadt Culiacán gesorgt. Daran beteiligt war auch Ovidio Guzmán López, ein Sohn des früheren Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán.

Dieser sei in einem Wohnhaus identifiziert worden, aus dem heraus auf patrouillierende Soldaten geschossen worden war, teilte der mexikanische Sicherheitsminister Alfredo Durazo am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Anschließend hätten sich mehrere Gruppen des organisierten Verbrechens rings um das Haus postiert. Die Sicherheitskräfte seien in Unterzahl gewesen und hätten den Einsatz abgebrochen, sagte Durazo.

Mexikanische Medien berichteten, Guzmán López sei festgenommen worden. Das wurde bislang nicht bestätigt. José Luis González Meza, ein Anwalt der Familie von "El Chapo", teilte der Nachrichtenagentur AP mit, dass Guzmán López frei sei und lebe. Darüber habe ihn dessen Familie informiert. Weitere Details nannte er nicht.

20 bis 30 Häftlinge befreit

Angehörige des Drogenkartells von Guzmán befreiten Berichten zufolge Insassen der Haftanstalt Aguaruto in der Hauptstadt des westmexikanischen Bundesstaates Sinaloa. Es seien 20 bis 30 Häftlinge entkommen, von denen einige bereits wieder festgenommen worden seien, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit von Sinaloa, Cristóbal Castañeda, dem Fernsehsender Milenio.

In Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie Männer in den Straßen Culiacáns mit automatischen Waffen feuerten. Lastwagen standen in Flammen. Die Behörden baten die Bevölkerung der Stadt, zu Hause zu bleiben. Ein Spiel der zweiten mexikanischen Profifußballliga wurde wegen der Gewalt abgesagt.

Culiacán ist die Wiege des Sinaloa-Drogenkartells von "El Chapo" Guzmán. Dieser war nach einem Mammutverfahren in New York im Juli zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Geschworenen befanden Guzmán in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig.

Laut Klageschrift soll das Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Seine Söhne gelten als wichtige Figuren beim internen Machtkampf im Kartell nach der Festnahme ihres Vaters.

Im Februar hatte die US-Justiz zwei seiner Söhne wegen Drogenhandels angeklagt, darunter Ovidio Guzmán López und sein Bruder Joaquín Guzmán López. Ihnen werde vorgeworfen, von April 2008 bis April 2018 Kokain, Chrystal Meth und Marihuanaaus Mexikoin die USA geschmuggelt zu haben, teilte das US-Justizministerium mit.

Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten. Diese gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in finanziell lukrative Verbrechen wie Drogenhandel, Entführung und Erpressung verwickelt sind.

sen/dpa/AFP/AP

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