Panorama

Prinz Andrew über Jeffrey Epstein

Nichts vermutet, nichts gesehen

Der Herzog von York hat sich zur Affäre Epstein geäußert: Weder habe er etwas von möglichen Sexualstraftaten seines Bekannten geahnt, noch habe er sie mitbekommen.

Toby Melville/REUTERS

Prinz Andrew, Herzog von York

Samstag, 24.08.2019   18:58 Uhr

Der Herzog von York hat sich in einer Stellungnahme zu seiner "Verbindung oder Freundschaft" mit dem verstorbenen, mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert.

Er habe den US-Finanzier 1999 kennengelernt und ihn danach nur unregelmäßig und höchstens ein- bis zweimal im Jahr gesehen, so Prinz Andrew. "In der begrenzten Zeit, die ich mit ihm verbracht habe, wurde ich niemals Zeuge eines Verhaltens, das letztlich zu seiner Verhaftung und Verurteilung geführt hat", erklärte der Prinz. Er habe auch nie einen entsprechenden Verdacht gehegt, heißt es in dem Statement.

Es sei gleichwohl ein Fehler gewesen, Epstein im Jahr 2010 zu treffen, nachdem dieser 2008 bereits zu einer 13-monatigen Haftstrafe wegen Förderung von Prostitution verurteilt worden war.

Der 66-jährige Epstein hatte am 11. August in einer Gefängniszelle in Manhattan Suizid begangen, während er auf den Beginn seines Prozesses wartete. Die Staatsanwaltschaft in New York hatte ihm vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Ihm drohten bis zu 45 Jahre Haft.

Britische Blätter wie die "Daily Mail" hatten ein Foto veröffentlicht, auf dem Prince Andrew mit einem damals 17-jährigen mutmaßlichen Opfer zu sehen ist, das erklärt hat, Epstein habe es zwischen 1999 und 2001 dreimal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen. Virginia G. hatte schon 2011 ausgesagt, dass der Prinz die Wahrheit kenne über Epsteins Missbrauch minderjähriger Mädchen und gezwungen werden müsse, vor Gericht auszusagen.

In seinem Statement sprach Prinz Andrew Epsteins Opfern sein tiefes Mitgefühl aus. "Es ist eine schwierige Zeit für alle Betroffenen, und ich kann Herrn Epsteins Lebensführung beim besten Willen weder verstehen noch erklären."

Er verurteile jede Form der Ausbeutung eines menschlichen Wesens, "und ich würde ein solches Verhalten weder stillschweigend billigen noch daran teilhaben oder es ermutigen", so der Herzog von York.

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ala/Reuters

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