Panorama

NSU-Prozess

Zschäpe bestreitet Anschlagsplanung in Berlin

Ein Zeuge will Beate Zschäpe im Jahr 2000 in der Nähe einer Synagoge in Berlin gesehen haben. Im NSU-Prozess in München bestreitet sie, dort ein mögliches Anschlagsziel ausgespäht zu haben.

DPA

Synagoge an der Rykestraße in Berlin (Archivbild)

Mittwoch, 26.10.2016   14:29 Uhr

Keine Hintergründe - nur mal "aus Chemnitz rauskommen". Beate Zschäpe hat bestritten, zusammen mit ihren mutmaßlichen Komplizen im Jahr 2000 ein mögliches Anschlagsziel des "Nationalsozialistischen Untergrunds" in Berlin ausgespäht zu haben.

In einer Erklärung, die ihr Anwalt Mathias Grasel im Münchner NSU-Prozess verlas, räumte die mutmaßliche Rechtsterroristin zwar ein, sie habe sich im Frühjahr oder Sommer 2000 zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in der Hauptstadt aufgehalten.

Einen besonderen Anlass habe es dafür aber nicht gegeben. Sie habe in Berlin nichts ausgespäht, und sie habe auch zu keinem Zeitpunkt eine Synagoge aufgesucht. "Ich kenne keine Synagoge in Berlin", hieß es in der Erklärung Zschäpes.

Hintergrund ist die Beobachtung eines ehemaligen Berliner Wachpolizisten, der Zschäpe am 7. Mai 2000 zusammen mit ihrem Komplizen Uwe Mundlos in Berlin gesehen haben will - in einem Café unmittelbar an der größten Synagoge Deutschlands im Stadtteil Prenzlauer Berg.

Der Mann soll als Zeuge im NSU-Prozess aussagen. Der Anwalt der Nebenklage, Yavuz Narin, hatte die Ladung des Zeugen beantragt - und mit der Vermutung begründet, Zschäpe und Mundlos könnten damals ein Anschlagsziel des NSU ausgespäht haben.

Ob der Fall der 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwundenen Schülerin Peggy heute Thema im Prozess wird, steht noch nicht fest. Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler hatte angekündigt, er plane dazu einen Antrag. Unklar war aber, wann es die Gelegenheit für ihn geben könnte, diesen zu stellen. In unmittelbarer Nähe der sterblichen Überreste Peggys war vor kurzem eine DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Mörders Böhnhardt entdeckt worden.

NDR-Dokumentation

cnn/dpa

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