Panorama

Zwangsversteigerung

Boris Beckers Memorabilia erzielen 693.675 Pfund

Wertvolle Trophäen: Mit üppigen Erlösen ist die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz von Boris Becker zu Ende gegangen. Schuldenfrei ist der Tennisstar damit aber noch nicht.

Christoph Meyer / DPA

Beckers "Bambi", die Nachbildung eines Wimbledon-Pokals und die Goldene Kamera aus dem Jahr 1989 haben einen neuen Besitzer gefunden

Donnerstag, 11.07.2019   18:24 Uhr

Die Zwangsversteigerung privater Gegenstände von Tennislegende Boris Becker ist beendet. Nach zuletzt eher mageren Geboten kam am Schlusstag der Online-Auktion des britischen Auktionshauses Wyles Hardy & Co insgesamt 693.675 Pfund zusammen.

Vor allem in den letzten Stunden stiegen die Gebote noch einmal erheblich an. Besonders einträglich: eine Replik eines US-Open-Pokals, die für 150.250 Pfund (umgerechnet rund 167.500 Euro) versteigert wurde. Eine Kopie des Davis-Cup-Pokals aus dem Jahr 1988 brachte immerhin 52.100 Pfund (58.000 Euro) ein. Ein Bambi wechselte für 30.600 Pfund den Besitzer.

Becker war 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Mit dem Erlös aus der Versteigerung soll Geld für die Gläubiger eingetrieben werden. Becker ist derzeit in seiner Wahlheimat London beim Wimbledon-Turnier als Kommentator für das BBC-Fernsehen tätig.

Steven Paston/PA Wire/DPA

Boris Becker in Wimbledon: Mit Auktionen aus der finanziellen Schieflage

Noch im vergangenen Jahr war es dem 51-Jährigen gelungen, die Auktion vorübergehend zu stoppen. Er genieße diplomatische Immunität, weil er zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden sei, hatte Becker argumentiert. Später hatte er seinen Sonderstatus nicht länger geltend gemacht, die Trophäen wurden versteigert.

Dass die Auktion während des Wimbledon-Turniers in London stattfand, ist kein Zufall. Insolvenzverwalter Mark Ford erhoffte sich durch die globale Aufmerksamkeit höhere Gebote. "Würde ich das ohne öffentliche Versteigerung an ein paar Wintertagen verkaufen, würde ich sehr viel weniger dafür bekommen", sagt er.

Ford hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass Becker innerhalb eines halben Jahres schuldenfrei werden könnte.

fek/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP