Panorama

Mode bei den Grammys

Zart statt hart

Es gab Zeiten, da wurde bei den Grammys Modegeschichte geschrieben. Doch die scheinen nun endgültig vorbei. Größter erkennbarer Trend auf dem roten Teppich: marshmallowblass.

REUTERS
Montag, 27.01.2014   07:36 Uhr

Los Angeles - Beim Marathon der frühjährlichen Preisverleihungen boten die Grammys stets erfrischenden Anlass für weniger schwere Roben. Zuverlässig bedienten die Stars das Motto "Dress to impress", auf dem roten Teppich wurde jahrelang Modegeschichte geschrieben. Jennifer Lopez beflügelte hier mit einer luftigen Versace-Robe einst ihre Karriere, Lil' Kim abonnierte mit ihren lilafarbenen Brustwarzen-Aufklebern auf Lebzeiten einen Platz auf den Worst-dressed-Listen dieser Welt.

Doch nachdem es im vergangenen Jahr strenge Anweisungen des übertragenden Senders CBS gegeben hatte, ist nach der Züchtigkeit nun offenbar die Langeweile bei der Grammy-Prominenz eingekehrt.

Gerade die sonst so bunte Katy Perry führte die marshmallowfarbene Zart-statt-hart-Truppe an. Mit ihrer Valentino-Haute-Couture-Robe konnte sie bei den Kritikern mächtig Eindruck schinden. Das weiße Kleid der Sängerin war anlassentsprechend mit schwarzen Noten bedruckt. Auch Taylor Swift warf sich in ein filigranes, paillettenbesetztes Gucci-Kleid, über das zumindest sie selbst in Begeisterungsstürme ausbrach: "Ich bin so glücklich, dass ich diejenige bin, die es tragen darf." Beyoncé, die später im gewohnt knappen Lederoutfit auf der Bühne erschien, betrat die Gala in einer Michael-Costello-Kreation, die an eine Spitzengardine erinnerte - allerdings eine sehr löchrige.

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Eine zweite Fraktion wählte Rot - eine Farbe, die bereits bei den Golden Globes zu sehen war, neben den ganzen feenhaften Gestalten allerdings recht altbacken wirkte. Pink versuchte sich an einer vorhangähnlichen roten Robe aus dem Hause Johanna Johnson. Auf gewisse Weise eine Premiere für die Sängerin. Fotografen gestand sie, dass sie auf dem roten Teppich noch nie Rot getragen habe. Immerhin, sie war zufrieden: "Ich fühle mich wie eine Prinzessin." Ebenfalls in Rot: US-Sängerin Miranda Lambert (Pamella Roland) und Gloria Estefan (Gustavo Cadile).

Die älteren Damen des Pop-Biz hatten sich ob der Feenhaftigkeit einiger Kolleginnen offenbar heimlich auf Anzug eingeschworen. Madonna wirkte in ihrem Ralph-Lauren-Anzug recht herb. An den Händen trug sie jede Menge Klunker, darunter zwei Ringe, die das Wort "Me" bildeten. Yoko Ono machte es ihr zumindest anzugtechnisch nach, und auch Gewinnerin Cyndi Lauper gehörte mit ihrem Alexander-McQueen-Überwurf zur Hosen-Fraktion.

gam

insgesamt 2 Beiträge
axel_roland 27.01.2014
1. Gratulation Daft Punk
Gratulation an Daft Punk - irgendwo habe ich noch deren im Vergleich zu den heutigen Werken recht kerniges Homework Debut-Album rumfahren. Seitdem haben sie sicherlich nicht immer meinen Geschmack getroffen, aber sie waren immer [...]
Gratulation an Daft Punk - irgendwo habe ich noch deren im Vergleich zu den heutigen Werken recht kerniges Homework Debut-Album rumfahren. Seitdem haben sie sicherlich nicht immer meinen Geschmack getroffen, aber sie waren immer eines, was heute oft fehlt: Vollblutmusiker mit Sinn für Qualität und ohne Hang zum Personenkult. Weiter so!
shiningheaven 27.01.2014
2. Traurig . . .
diese Persperktive der Zukunft der Unterhaltungsformen Alles künstlich, optisch assimiliert & stimmlich jaulend, schreiend und stöhnend -Stimmgeräusche wie auf dem WC _ *** Adieu Melodie, adieu Rhytmik, adjeu nicht [...]
diese Persperktive der Zukunft der Unterhaltungsformen Alles künstlich, optisch assimiliert & stimmlich jaulend, schreiend und stöhnend -Stimmgeräusche wie auf dem WC _ *** Adieu Melodie, adieu Rhytmik, adjeu nicht Arroganz und ebenso adieu gescheite Phantasie. Salut geistesgestörte Debilität, Arroganz, Künstlichkeit e.t.c . . ich kann nicht mehr. . . _bin zu verzweifelt ~~~~ Nur was hat das noch mit Musik zu tun ???

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