Panorama

Nacktfotos in Boulevardpostille

Gericht bestätigt Schadensersatz für Herzogin Catherine

Paparazzi-Fotos zeigten die Herzogin von Cambridge oben ohne beim Sonnenbaden. Das französische Blatt "Closer" druckte die Aufnahmen. Das wird für mehrere Beteiligte teuer.

REUTERS

Herzogin Catherine

Mittwoch, 19.09.2018   15:34 Uhr

Ein Gericht hat hohe Geldstrafen wegen der Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der britischen Herzogin Kate in Frankreich bestätigt. Zwei Verantwortliche der französischen Boulevardzeitschrift "Closer" - Chefredakteurin Laurence Pieau und der damalige Verlagschef Ernesto Mauri - müssen jeweils 45.000 Euro Strafe zahlen.

Zwei Fotografen, die die Fotos gemacht haben sollen, verurteilte das Berufungsgericht von Versailles außerdem zu jeweils 10.000 Euro Strafe, wovon die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem bestätigten die Richter, dass die vier Angeklagten gemeinsam 100.000 Euro Schadensersatz an die Herzogin und ihren Mann Prinz William zahlen müssen.

"Closer" hatte im September 2012 Paparazzi-Fotos veröffentlicht. Sie zeigten die Herzogin beim Sonnenbaden mit nacktem Oberkörper auf der Terrasse eines Privatanwesens in Südfrankreich. Garniert war die Geschichte mit Kommentaren wie "Oh mein Gott!" und "Sex und Sonne in der Provence". Ein französisches Gericht stoppte damals schnell die Weiterverbreitung der Bilder, nachdem die Royals empört juristische Schritte angekündigt hatten.

Die jetzige Gerichtsentscheidung bestätigt ein Urteil aus erster Instanz. Ursprünglich hatten die Royals wegen "schwerer Verletzung der Privatsphäre" 1,5 Millionen Euro von der Zeitschrift gefordert. Das Paar hatte sich aber bereits nach dem erstinstanzlichen Urteil vor einem Jahr zufrieden über die 100.000 Euro geäußert.

Das britische Königshaus wollte das Berufungsurteil nicht kommentieren. In einem Statement des Palasts nach der Veröffentlichung der Bilder hatte es geheißen, die Fotos erinnerten "an die schlimmsten Exzesse von Presse und Paparazzi im Leben von Diana, der Prinzessin von Wales".

Prinz William und sein jüngerer Bruder Prinz Harry machen die Medien und vor allem Fotografen für den Unfalltod ihrer Mutter Diana in Paris 1997 verantwortlich. Sie war gemeinsam mit ihrem Liebhaber Dodi Al Fayed in Paris auf der Flucht vor Paparazzi, als der Wagen des Paares in einem Tunnel gegen einen Pfeiler krachte.

Auch in der britischen Öffentlichkeit kam der vermeintliche Coup des französischen Blattes nicht gut an. Selbst die sonst so ruchlosen britischen Boulevardblätter, die kurz vorher noch den nackten Prinz Harry beim Feiern in Las Vegas auf ihre Titelseiten gedruckt hatten, schreckten davor zurück, die Bilder von Catherine zu veröffentlichen.

ulz/dpa/AFP

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