Panorama

Selma Blair

"Mein Traum war, so lange da zu sein, wie ich kann"

Selma Blair ist an Multipler Sklerose erkrankt. Auf einem Gesundheitsgipfel hat sie nun von ihrer riskanten Behandlung und von schwierigen Gesprächen mit ihrem Sohn erzählt.

Craig Barritt/ Getty Images
Freitag, 18.10.2019   17:37 Uhr

Vor einem Jahr machte Selma Blair öffentlich, dass sie an Multipler Sklerose erkrankt ist. In New York beim "Time 100 Health Summit", dem Gesundheitsgipfel des US-Magazins "Time", hat die Schauspielerin nun über ihre Erkrankung, deren Behandlung und den Umgang damit gesprochen.

Die ersten Behandlungsmethoden hätten bei ihr lange Zeit nicht angeschlagen, sagte die 47-Jährige. Sie habe unter massiven Schmerzen gelitten und stark abgenommen.

Im vergangenen Oktober hatte die Schauspielerin in einer langen Nachricht über ihre MS-Diagnose geschrieben. Sie habe jahrelang Symptome gezeigt, die jedoch nie ernst genommen worden seien. "Ich bin behindert. Ich stürze manchmal. Ich lasse Dinge fallen. Meine Erinnerung ist vernebelt. Und meine linke Seite fragt nach Anweisungen eines kaputten Navigationssystems", schrieb Blair damals. Zugleich gab sie sich zuversichtlich: "Wir kriegen das hin." Zwar wisse sie noch nicht genau, was alles auf sie zukomme, aber sie wolle "ihr Bestes geben".

Auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten seien ihr Chemotherapie und eine anschließende Stammzellentransplantation vorgeschlagen worden, sagte Blair laut "People". Damit habe ihr Immunsystem neu aufgebaut werden sollen. Doch sie sei misstrauisch gewesen, erinnerte sich die Schauspielerin.

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Selma Blairs Kampf gegen MS: "Ich hatte keine anderen Optionen"

Sie habe sich gefragt, warum sie diese "schreckliche Droge", die Chemotherapie, nehmen solle. "Ich hatte keinen Krebs", sagte Blair. "Aber ich hatte keine anderen Optionen."

Sie habe vor der Stammzellentransplantation zunächst eine niedrigdosierte Chemotherapie bekommen. Daraufhin habe sie sofort eine Entspannung gespürt, sagte Blair. Das habe sie überzeugt, mit der Therapie fortzufahren.

Über die hohen Risiken sei sie informiert worden. Sie habe mehr Chemo bekommen als manche Krebspatienten und daher mit ihrem Sohn über den Tod gesprochen. Er habe sich gewünscht, dass sie im Fall ihres Ablebens eingeäschert werde.

Inzwischen erholt sich Blair von ihrer Therapie, die laut der Schauspielerin problemlos verlief. Das Ausfallen ihrer Haare sorgte sie offenbar nicht. "Das war eine kleine Sache", sagte der Hollywoodstar. "Mein Traum war nur, nachts neben meinem Sohn zu liegen und solange da zu sein, wie ich kann."

Blair wurde durch Filme wie "Eiskalte Engel" (1999) und "Fog - Nebel des Grauens" (2005) bekannt und hatte auch Rollen in diversen Serien.

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