Panorama

Trauer im Karlsruher Zoo

Papagei aus Pippi-Langstrumpf-Film gestorben

Im Spielfilm "Pippi in Taka-Tuka-Land" spielte er den Papagei Rosalinda. Nun ist der Vogel Douglas im Karlsruher Zoo gestorben - in einem für Aras recht hohen Alter.

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Er spielte den Papagei Rosalinda in "Pippi in Taka-Tuka-Land": Ara Douglas

Sonntag, 24.02.2019   17:23 Uhr

Der als Pippi-Langstrumpf-Papagei Rosalinda bekannte Ara Douglas und die Elefantenkuh Rani sind tot. Die beiden Tiere starben nach Angaben der Stadt Karlsruhe am Samstag im Alter von 51 und 63 Jahren. Douglas wurde als Rosalinda durch den Auftritt im Film "Pippi in Taka-Tuka-Land" (1970) bekannt. Rani galt als einer der ältesten Elefanten Deutschlands.

Mit Rosalinda und Rani habe man zwei Tiere verloren, an die sich fast alle Besucher mit Freude zurückerinnern werden, teilte der Zoo Karlsruhe auf seiner Facebook-Seite mit. Rosalinda starb demnach an Altersschwäche. "Auch wenn er für einen Ara ein fast biblisches Alter hatte, es hat mich doch unheimlich berührt, als er gestorben ist", sagte Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Die letzten zwei Stunden seines Lebens habe der menschenbezogene Vogel auf dem Arm des Papageien-Experten verbracht.

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Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf mit dem Äffchen Herr Nilsson

In dem Film leistete Douglas als Rosalinda Pippis Vater Efraim Langstrumpf im Verlies der Seeräuberfestung Gesellschaft. Der Auftrag: Spionage. Den Vater des stärksten Mädchens der Welt sollte er aushorchen - und falls dieser das Versteck seines Schatzes ausplauderte, den Piraten Bescheid geben, die ihn gefangen genommen hatten.

G.G. COMMUNICATIONS

Rosalinda und Efraim Langstrumpf in "Pippi in Taka-Tuka-Land" (Filmstill)

Der Ara war erst 2016 nach Karlsruhe gekommen. Er sollte seinen Lebensabend eigentlich in einem Zoo in Malmö verbringen. Als der Zoo 2016 neue Vorschriften zur Haltung von Papageien nicht erfüllen konnte, drohte dem Papagei die Einschläferung. Karlsruhes Zoodirektor Reinschmidt bot für den hellroten Ara daraufhin ein neues Heim an.

"Trauriges Wochenende für den Karlsruher Zoo"

Elefantin Rani war zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast 60 Jahren in dem badischen Zoo untergebracht. Die Elefantenkuh kam am 12. Oktober 1957 als zweijähriges Jungtier als Wildfang aus Indien. Außer einigen altersbedingten Einschränkungen wie Arthrose in den Gelenken war sie laut Zoo-Tierärztin Julia Heckmann bis zuletzt bei guter Gesundheit. Am Samstagmorgen fanden Pfleger Rani dann jedoch liegend im Elefantenhaus.

Die Elefantenkuh habe nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können und sei mit Schwerlastkränen und Luftkissen wieder aufgerichtet worden. Die Beine des dreieinhalb Tonnen schweren Tieres hätten das Gewicht aber nicht mehr tragen können. Ranis Kreislauf versagte, bevor eine Spezialistin sie von ihrem Leiden erlösen konnte. "Sie war ganz ruhig, wir hörten noch ein letztes Schnaufen, dann konnte ich nur noch den Tod feststellen", wird Heckmann zitiert.

Auf der Facebook-Seite des Zoos wurden die Beiträge zum Tod von Rani und Rosalinda innerhalb weniger Stunden hundertfach kommentiert. Ein Nutzerin schrieb: "Ruhe in Frieden, meine liebe Rani. Ich kenne dich mein ganzes Leben und werde dich sehr vermissen!" In einem anderen Kommentar heißt es: "Zwei so tolle Tiere in so kurzer Zeit. Was für ein trauriges Wochenende für den Karlsruher Zoo."

feb/dpa

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