Panorama

Einweisung in Psychiatrie

Deutscher fliegt nach Monaten an brasilianischem Flughafen nach Hause

Mehrere Monate verbrachte ein Deutscher unfreiwillig an einem brasilianischen Flughafen - nun wurde der 44-Jährige nach Frankfurt gebracht. Nach seiner Ankunft verhielt er sich auffällig und wurde in die Psychiatrie eingewiesen.

REUTERS

Flughafen in Sao Paulo

Dienstag, 28.03.2017   11:43 Uhr

Ein Deutscher, der über Monate auf einem Flughafen in Brasilien lebte, ist in Begleitung von Polizisten in die Bundesrepublik zurückgebracht worden. Der 44-Jährige wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Laut Polizei verhielt sich der Mann nach der Landung auffällig und schrie herum.

Im Dezember war der Mann auf dem Flughafen Sao Paulo gestrandet, als er einen Weiterflug nach New York verpasste, von wo aus es nach Frankfurt gehen sollte. Geld für ein neues Ticket hatte der Mann nicht. Mit seinem deutschen Reisepass konnte er legal einreisen und erhielt per Einreisestempel die üblichen 90 Tage Aufenthaltsrecht in Brasilien.

In Brasilien fiel er durch mehrere Wutattacken gegen Frauen auf. Auf dem Video einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie er in einem Wartebereich sitzend plötzlich aufsteht und eine Frau anpöbelt und ihr mit beiden Händen Schläge androht. Ein anderes Mal attackiert der rund zwei Meter große, kräftige Mann eine Frau, die durch eine Schiebetür das Flughafengebäude betritt. Dabei sieht es so aus, dass er der Frau in den Nacken schlägt, er selbst bestreitet, wirklich handgreiflich geworden zu sein.

Mit seinem Gepäck hielt sich der Mann meist im offen zugänglichen Bereich in der Nähe der Check-in-Schalter auf und schlief auch dort. Zum Teil soll sich der 44-Jährige mit Essensabfällen versorgt haben. Nach drei Monaten war nun sein 90-tägiges Touristenvisum abgelaufen, hinzu kamen die Attacken gegen Frauen und Mitarbeiter des Flughafens.

Das deutsche Generalkonsulat in Sao Paulo war in die Rückreise des Mannes involviert. Der Deutsche habe psychische Probleme und zuletzt auch keine Medikamente mehr gehabt, hieß es.

ulz/dpa

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