Politik

Von Levis bis Airbnb

145 Konzernchefs fordern schärferes Waffenrecht in den USA

"Waffengewalt in Amerika ist nicht unausweichlich": Mit diesen Worten haben sich die Spitzenvertreter von 145 US-Firmen in einem Brief an den Senat gewandt. Mehrere große Tech-Firmen machten aber nicht mit.

JIM LO SCALZO/ DPA

Waffenmesse im US-Bundesstaat Virginia: "Waffengewalt verhindern und reduzieren"

Freitag, 13.09.2019   01:39 Uhr

Seit den Todesschüssen in El Paso, Dayton und Odessa läuft in den USA eine neue Debatte über die Verfügbarkeit von Waffen in der Öffentlichkeit. Bei ihrer Forderung nach einem schärferen Waffenrecht in den USA erhalten die oppositionellen Demokraten nun Unterstützung aus der Wirtschaft: 145 Konzernchefs riefen den US-Senat in einem am Donnerstag von der "New York Times" veröffentlichten Brief dazu auf, einen vom Repräsentantenhaus bereits im Februar beschlossenen Gesetzentwurf zu verabschieden.

Damit sollen Privatverkäufe von Waffen, bei denen es keine Hintergrundprüfung des Käufers gibt, prinzipiell verboten werden. In dem Schreiben heißt es: "Waffengewalt in Amerika ist nicht unausweichlich; sie ist vermeidbar. Es gibt Schritte, die der Kongress unternehmen kann und muss, um Waffengewalt zu verhindern und zu reduzieren." Es sei nicht hinnehmbar, in dieser Krise untätig zu bleiben.

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Der von den Republikanern von US-Präsident Donald Trump dominierte Senat müsse dem Beispiel des Repräsentantenhauses folgen. Letzteres kontrollieren die Demokraten. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Geschäftsführer von Airbnb, Uber, Levi Strauss und Yelp. Andere wichtige Unternehmen wie Google, Facebook und das Bankhaus JPMorgan beteiligten sich hingegen nicht.

Republikaner verschleppen die Debatte - und kassieren Kritik

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, will die Kammer erst über den Gesetzentwurf abstimmen lassen, wenn Trump Position zu dem Entwurf bezogen hat. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf McConnell vor, mit seiner Verzögerungstaktik Menschenleben zu gefährden. Wäre das Gesetz bereits in Kraft getreten, hätten zahlreiche Leben gerettet werden können, sagte sie am Donnerstag in Washington.

Ende vergangenen Monats hatte ein vorbestrafter Schütze in Odessa im US-Bundesstaat Texas scheinbar wahllos das Feuer eröffnet und sieben Menschen getötet. Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren Blutbäder angerichtet - insgesamt wurden dabei 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Gewaltverbrechen führten zu erneuten Debatten über das Waffenrecht in den USA und dessen Reform.

jok/dpa/AFP

insgesamt 28 Beiträge
ka.lauer 13.09.2019
1. Unendliche Geschichte
Wie auch ein Tempolimit in Deutschland Jedem Völkchen sein Narzissmus, also: so what?!
Wie auch ein Tempolimit in Deutschland Jedem Völkchen sein Narzissmus, also: so what?!
realist12345 13.09.2019
2. Dann man viel Glück
Diese Firmen können sich Trumps Aufmerksamkeit gewiss sein
Diese Firmen können sich Trumps Aufmerksamkeit gewiss sein
Grummelchen321 13.09.2019
3. Durchsichtiges Manöver
Sollten die Firmenchefs angst haben das im Falle von Massenetlassungen in Amerika eines sich durch einen Massaker an der ihn entlassenden Firma rächen will.Nichts kann dem Ansehen und dem Images mehr schaden als ein Amoklauf [...]
Sollten die Firmenchefs angst haben das im Falle von Massenetlassungen in Amerika eines sich durch einen Massaker an der ihn entlassenden Firma rächen will.Nichts kann dem Ansehen und dem Images mehr schaden als ein Amoklauf innerhalb des Unternehmens.Von den Millonenschweren Schadensersatzklagen wegen fehlemdem Schutz dert Angestellten ganz zu schweigen.
te36 13.09.2019
4. Politisch inkorrekt
Irgendwie faende ich es schoen, wenn die Meinungen einfacher Buerger ausreichen sollten. Natuerlich ist das nicht der Fall. Deswegen liest sich die Meldung im Moment fuer mich wie: 145 der reichsten Sklavenhalter haben sich [...]
Irgendwie faende ich es schoen, wenn die Meinungen einfacher Buerger ausreichen sollten. Natuerlich ist das nicht der Fall. Deswegen liest sich die Meldung im Moment fuer mich wie: 145 der reichsten Sklavenhalter haben sich beim Kongress beschwert, dass ihre Sklaven sich immer so leicht gegenseitig Schaden zufuehren koennen, wenn sie veraerget sind, und da leidet der Umsatz drunter. Jetzt muss der Kongress handeln, schliesslich gehoert er den Sklavenhaltern.
tailspin 13.09.2019
5. Macht Sinn
Die Konzernchefs kuemmern sich ja auch sonst ganz ruehrend um ihre Mitbuerger und lassen keinen im sozialen Abseits haengen, wenn es der Firma mal nicht so gut geht. Das kann schon bald wieder passieren. Die naechste Rezession ist [...]
Die Konzernchefs kuemmern sich ja auch sonst ganz ruehrend um ihre Mitbuerger und lassen keinen im sozialen Abseits haengen, wenn es der Firma mal nicht so gut geht. Das kann schon bald wieder passieren. Die naechste Rezession ist bereits ueberfaellig, denn die amerikanische Industrie hat in den letzten 10 Jahren weniger in ihre Zukunft investiert, als mit billigst Krediten ihre eigenen Aktien aufgekauft und damit die Kurse in die Stratosphaere getrieben. Die Konzernchefs, die das veranlasst haben, haben dabei selbst erfreulich profitiert und fette Boni kassiert. Solche Vorbilder braucht das Land. Die Waehler werden beeindruckt sein.

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