Politik

Schwarze Liste veröffentlicht

Israel will Boykott-Organisationen Einreise verweigern

Aktivisten, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, sollen künftig nicht mehr in das Land einreisen dürfen. Ein Ministerium veröffentlichte eine entsprechende schwarze Liste von Organisationen.

AP

Minister Gilad Erdan

Sonntag, 07.01.2018   16:35 Uhr

Israel will Aktivisten von Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, künftig die Einreise verweigern. Das Ministerium für strategische Angelegenheiten machte am Sonntag eine Liste von 21 Organisationen publik, die der Boykottbewegung BDS gegen Israel angehören, wie israelische Medien berichteten.

Die internationale, hoch umstrittene Bewegung setzt sich für Sanktionen und einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik ein. Die Abkürzung steht für "Boycott, divestment and sanctions", auf Deutsch: Boyott, Kapitalabzug und Sanktionen.

Den Berichten zufolge ist auch die deutsche BDS-Kampagne unter den genannten Organisationen. Außerdem sind die Friends of Al-Aqsa (FOA) aus Europa und aus den USA Code Pink und die Jewish Voice for Peace (JVP) aufgelistet. Eine vollständige Liste aller betroffener Organisationen veröffentlichte unter anderem die "Jerusalem Post".

Umstrittene Boykott-Strategie als Druckmittel

"Wir sind von der Defensive in die Offensive gegangen", erklärte Gilad Erdan, Minister für strategische Angelegenheiten und innere Sicherheit, den Angaben zufolge. "Die Boykott-Organisationen müssen wissen, dass der Staat Israel sie stoppen und ihre Vertreter daran hindern wird, in das Land einzureisen und den Bürgern zu schaden."

Pink-Floyd-Star Roger Waters gilt als einer der zentralen Unterstützer der BDS-Bewegung, die in Künstlerkreisen einige Unterstützung erfährt.

Zuletzt hatte die neuseeländische Popsängerin Lorde ein im Sommer geplantes Konzert in Tel Aviv abgesagt. In ihrer Stellungnahme zur Absage findet sich allerdings kein direkter Hinweis auf die BDS-Bewegung.

Die Aktivisten stehen wegen ihres rigorosen Israel-Boykotts in der Kritik. Sie wollen durch Boykotte auf allen Ebenen ein Ende der israelischen Besatzung und ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge erreichen.

gru/dpa

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