Politik

Präsidentenwahl in Bolivien

Amtsinhaber Morales führt - Stichwahl wahrscheinlich

Boliviens linker Staatschef Evo Morales liegt laut ersten vorläufigen Ergebnissen bei der Präsidentenwahl vorn. Er muss aber wohl zur Stichwahl gegen seinen konservativen Rivalen Carlos Mesa antreten.

Ueslei Marcelino/ REUTERS

Evo Morales: Der erste indigene Staatschef Boliviens regiert seit 13 Jahren

Montag, 21.10.2019   04:17 Uhr

In Bolivien wird es nach ersten vorläufigen Ergebnissen der Präsidentenwahl eine Stichwahl zwischen dem linken Staatschef Evo Morales und dem gemäßigt konservativen Bewerber Carlos Mesa geben. Morales führte nach Auszählung von 84 Prozent der Stimmen mit 45,3 Prozent, wie die Wahlkommission bekannt gab. Auf Mesa entfielen demnach 38,2 Prozent.

Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde sind entweder eine absolute Mehrheit der Stimmen oder mindestens 40 Prozent mit zehn Prozentpunkten Vorsprung auf den nächsten Rivalen erforderlich.

Der 59-jährige Morales bewirbt sich für eine vierte Amtsperiode in Folge, er ist seit 2006 Staatschef. Bislang hatte Morales - der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes - alle Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang gewonnen. Am Sonntagabend gab er sich entsprechend siegessicher: Er gehe davon aus, dass ihm die Auszählung der Stimmen in ländlichen Regionen einen "historischen" Sieg bescheren werde.

Boliviens Verfassung verbietet eigentlich eine vierte Kandidatur. Morales hatte im Februar 2016 ein Referendum über eine Verfassungsänderung verloren - das oberste Wahlgericht genehmigte jedoch im Dezember 2018 seine Kandidatur.

Morales Konkurrent, der Journalist Mesa, war von 2003 bis 2005 Staatschef Boliviens. Ein möglicher Termin für eine Stichwahl wäre der 15. Dezember.

aar/dpa/AFP

insgesamt 2 Beiträge
rheinufer9365 21.10.2019
1. Die Stichwahl könnte mehr als eng für Morales werden;
denn die 3. und 4. stärkste Partei, die PDC (8,74%) und Bolivia Dice No (4,32 %) haben ganz klar ihre Wähler aufgefordert bei der Stichwahl für Carlos Mesa, Comunidad Ciudana (37,84%) zu stimmen. Das machen die Wähler der [...]
denn die 3. und 4. stärkste Partei, die PDC (8,74%) und Bolivia Dice No (4,32 %) haben ganz klar ihre Wähler aufgefordert bei der Stichwahl für Carlos Mesa, Comunidad Ciudana (37,84%) zu stimmen. Das machen die Wähler der kleinen Parteien sowieso. Morales und sein Rasputin, Garcia-Linares (ehem. Trotzkist) sind inzwischen mit Abstand die reichsten Männer Boliviens. Beide haben den Chinesen Tür und Tor geöffnet, um Boliviens Rohstoffe, Lithium (größten Vorkommen der Welt), Erze, Silber, Zinn usw. aufzukaufen. Was früher die Kubaner und Venezolaner machten, in Schlüsselpositionen zu bestimmen, machen heute die Chinesen. Morales stellt in Sachen Korruption und das will was heißen, alle früheren Präsidenten Boliviens in den Schatten. Er verkauft sich immer als Beschützer von Mutter Natur, in Wirklichkeit fackelte er jedoch mehr Regenwald ab, als Brasiliens Bolsonaro. Nur weil Morales in westlichen Medien als "Linker" geführt wird, berichten westliche Medien kaum darüber. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/evo-morales-und-die-amazonas-braende-boliviens-linker-bolsonaro-a-1284042.html Morales hat das Land wie kein anderer Präsident vor ihm gespalten. Im Altiplano regiert er und seine Aymaras und in die tropischen Departamentos traut er sich gar nicht mehr hin. Das Land stteht seit 3 Jahren praktisch still. Täglich Massenkundgebungen, Streiks und Blockaden. Alles geht in Richtung Bürgerkrieg hin, egal wer gewinnt. Dabei ist Carlos Mesa, Journalist und ehemals Übergangspräsident, der einzige Politiker der in der gesamten Bevölkerung uneingeschränktes Vertrauen genießt. Nach der Flucht von Goni und als Präsident während der zweijährigen Übergangsperiode stellte er sich nicht mehr zur Wahl, weil, so Mesa, er Journalist und kein Politiker sei. Nur weil Bolivien unter Morales immer mehr in eine Kleptokratie und Diktatur abdriftet, trat er nun gegen Morales an, der, laut Verfassung überhaupt und längst kein Präsident mehr sein dürfte.
loepi 21.10.2019
2. @rheinufer9365
Auch wenn ich Morales ebenso verachte, sollten Sie sich ein wenig mit ihren VT bezüglich der Medien zurückhalten. Wie sehr sie daneben liegen sieht man wenige cm unter der Kommentarspalte: "Morales-Boliviens linker Bolsinaro".
Auch wenn ich Morales ebenso verachte, sollten Sie sich ein wenig mit ihren VT bezüglich der Medien zurückhalten. Wie sehr sie daneben liegen sieht man wenige cm unter der Kommentarspalte: "Morales-Boliviens linker Bolsinaro".

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