Politik

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

Kavanaugh-Anklägerin könnte kommende Woche aussagen

Christine Blasey Ford wirft Trumps Kandidaten für den Supreme Court versuchte Vergewaltigung vor. Über ihre Anwältin ließ sie nun mitteilen, dass sie zu einer Aussage bereit sei - unter bestimmten Umständen.

AP

US-Kapitol

Freitag, 21.09.2018   04:35 Uhr

Das Tauziehen um die Untersuchung von Vorwürfen gegen den US-Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh geht unvermindert weiter. Christine Blasey Ford, die dem Richter einen schweren sexuellen Übergriff vorwirft, hat sich nach Angaben ihrer Anwältin bereit erklärt, "in der nächsten Woche" vor dem Justizausschuss des US-Senats auszusagen.

Ursprünglich hatte der Justizausschuss des Senats Ford für Montag eingeladen. Ein Erscheinen zu diesem Termin sei jedoch nicht möglich, hieß es nun von Anwältin Debra S. Katz. Das Datum sei "willkürlich" gewählt worden. Ford hatte bis zum Freitagvormittag Zeit, auf eine entsprechende Einladung des Ausschusses für Montag zu reagieren.

Ford bezichtigt Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung bei einer Party vor 36 Jahren. Sie erhalte Todesdrohungen, die inzwischen dem FBI gemeldet worden seien, sagte nun ihre Anwältin. Ford sei zur Aussage vor dem Ausschuss bereit, allerdings unter der Voraussetzung, dass "wir uns auf faire Bedingungen einigen können". Ford möchte unter anderem, dass das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet wird.

Kavanaugh selbst hat die Vorwürfe mehrmals vehement bestritten. US-Präsident Donald Trump steht weiterhin zu dem erzkonservativen Richter (mehr darüber, wie er seinen umstrittenen Kandidaten retten will, erfahren Sie hier).

Video: US-Präsident zweifelt an Aussage der Anklägerin

Foto: Getty Images/ iStockphoto

Inzwischen haben sich auch außerhalb des Senats zwei Lager gebildet. In Unterstützerschreiben meldeten sich in den vergangenen Tagen Hunderte Frauen zu Wort, die sich hinter Ford stellten und der Professorin aus Kalifornien Glaubwürdigkeit bescheinigten. Eine frühere Mitschülerin berichtete, es habe damals im Jahr 1982 entsprechende Gerüchte gegeben. Auf der anderen Seite attestierten auch viele Unterstützer Brett Kavanaugh einen tadellosen Lebenswandel.

Die Ernennung des Supreme-Court-Richters ist in den USA ein Politikum. Die Personalie könnte dem Obersten Gericht - die höchste Instanz in vielen relevanten gesellschaftlichen Fragen - auf Jahrzehnte hinaus ein konservatives Übergewicht geben.

Die oppositionellen Demokraten wehren sich vehement gegen die Ernennung Kavanaughs und versuchen, die Abstimmung zur endgültigen Bestätigung bis nach den wichtigen Zwischenwahlen am 6. November zu verzögern - in der Hoffnung, dann eine eigene Mehrheit zu haben und Kavanaugh in letzter Sekunde noch verhindern zu können.

aar/AFP/dpa/Reuters

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