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US-Wahlkampf

Clinton-Berater wirft Trump Nähe zu Russland vor

Steckt Donald Trump mit den Russen unter einer Decke? Das behauptet der Wahlkampfleiter von Hillary Clinton. Zuvor war sein Mail-Account gehackt worden.

SPIEGEL ONLINE

John Podesta

Mittwoch, 12.10.2016   10:42 Uhr

Im US-Wahlkampf gibt es neuen Ärger zwischen Demokraten und Republikanern. Hillary Clintons Wahlkampfleiter John Podesta beschuldigt Russland, in sein E-Mail-Konto eingedrungen zu sein. Mehr noch: Er wirft den Hackern vor, mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gemeinsame Sache zu machen.

Podesta ist nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei gehe es um das "kriminelle Hacking" von E-Mails, die auf der Plattform "WikiLeaks" veröffentlicht wurden. Tatsächlich waren dort eine Reihe von Dokumenten mit Bezug zu Clintons Kampagne aufgetaucht. Das FBI habe Ermittlungen aufgenommen, sagte Podesta.

Es sei eine "begründete Schlussfolgerung, dass das Wahlkampfteam des republikanischen Kandidaten vorab über die Hackerangriffe auf E-Mail-Konten der Demokraten gewusst habe", sagte Podesta. Die Republikaner und auch der russische Botschafter Sergej Kisljak wiesen die Vorwürfe zurück.

Auch die US-Regierung hatte Russland kürzlich vorgeworfen, Computer der Demokratischen Partei gehackt zu haben, um den Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen. Moskau hatte das zurückgewiesen. Trump selbst hatte die Russen im Juli öffentlich darum gebeten, E-Mails seiner demokratischen Konkurrentin zu finden.

Clinton musste sich während des Wahlkampfs mehrfach rechtfertigen, weil sie in ihrer Zeit als Außenministerin über ihren privaten E-Mail-Server rund 60.000 Nachrichten verschickt und empfangen hatte.

In den E-Mails, die kürzlich auf WikiLeaks veröffentlicht wurden, findet sich auch ein Dokument, demzufolge Clintons Redenschreiber Dan Schwerin sich besorgt über den Umgang mit dem US-Pazifik-Freihandelsabkommen TPP äußert. Clinton stehe bei dem Thema ein schwieriger Drahtseilakt bevor, heißt es in dem Schreiben vom Oktober 2015 an eine Handvoll von Spitzenberatern. Die Ex-Außenministerin bereitete damals eine Erklärung vor, in der sie sich gegen das von Präsident Barack Obama vorangetriebene Abkommen stellte - obwohl sie es ursprünglich unterstützt hatte.

Clintons Mitarbeiter haben es bislang abgelehnt zu verifizieren, ob die von WikiLeaks veröffentlichten E-Mails authentisch sind. Sie warnten aber, dass unter den veröffentlichten Schreiben Fälschungen sein könnten.

Clinton vs. Trump - Wer liegt in den Umfragen vorn?

mho/dpa/AP

insgesamt 44 Beiträge
louis.lamesch 12.10.2016
1. Grundlos begründet
Wenn man schon von einer "begründete[n] Schlussfolgerung" spricht, sollte man die Gründe auch liefern - sonst ist es nur leeres Gerede. Abgesehen davon mögen die Russen Clinton nicht, es ist eigentlich klar, dass sie [...]
Wenn man schon von einer "begründete[n] Schlussfolgerung" spricht, sollte man die Gründe auch liefern - sonst ist es nur leeres Gerede. Abgesehen davon mögen die Russen Clinton nicht, es ist eigentlich klar, dass sie Trump unterstützen wollen. Dass Trump bzw. die GOP davon wissen oder sich gar mit den Russen absprechen halte ich allerdings für bloße Verschwörungstheorien ohne jeglichen Anhaltspunkt. Und könnten wir mal bitte aufhören, zu behaupten, Trump hätte die Russen ernsthaft um einen Hackangriff gebeten? Das war so offensichtlich ein Witz, dass die Reaktionen der Medien nur noch lächerlich wirken.
modemhamster 12.10.2016
2. Schön
wie wieder mal vermieden wird, sich mit dem Inhalt der emails zu beschäftigen. Das könnte ja das Image von Queen Hillary beschädigen. Lesen wir also wieder auf RT nach...
wie wieder mal vermieden wird, sich mit dem Inhalt der emails zu beschäftigen. Das könnte ja das Image von Queen Hillary beschädigen. Lesen wir also wieder auf RT nach...
loncaros 12.10.2016
3. Email Leaks
warum muss ich eigentlich auf liberale US Seiten gehen, um mich über die neuesten Leaks zu informieren? Warum werden diese Leaks in Deutschland, abgesehen von ihrer Existenz, totgeschwiegen? In diesen Leaks tauchen sehr [...]
warum muss ich eigentlich auf liberale US Seiten gehen, um mich über die neuesten Leaks zu informieren? Warum werden diese Leaks in Deutschland, abgesehen von ihrer Existenz, totgeschwiegen? In diesen Leaks tauchen sehr interessante Sachen auf, wie als Pipeline XL durch den Kongress lief, eine kanadische Bank Bill Clinton über eine Million Dollar überwiesen hat, eine Bank die massiv in Pipeline XL investiert hat? Oder wie sie vor dem Vancouver Board of Directors sich für weltweites Fracking ausgesprochen hat? Lest ihr bei SPON und den anderen Portalen diese Leaks überhaupt nicht?
wopress1104 12.10.2016
4. Grundlose Aufregung
Wenn die Russen das gleiche tun was die NSA über Jahre praktiziert hat, wird sich in den USA, in der Clinton Ecke, fürchterlich aufgeregt. Ist das so zu verstehen dass die USA alles aus eigener Vollkommenheit dürfen und die [...]
Wenn die Russen das gleiche tun was die NSA über Jahre praktiziert hat, wird sich in den USA, in der Clinton Ecke, fürchterlich aufgeregt. Ist das so zu verstehen dass die USA alles aus eigener Vollkommenheit dürfen und die Russen haben zu kuschen? Ich glaube nicht, dass da, wie die Clinton Ecke uns erzählt eine Zusammenarbeit zwischen Trump und dem Kreml besteht. Erwiesen ist, dass Clinton eng mit der Wallstreet verwandelt wie auch, dass ihr Wahlkampf von Saudi-Arabien mit Geld unterstütz wird.
Beat.Adler 12.10.2016
5. Man/frau stelle sich vor, dass in den wikileaks e-mails etwas stuende, ...
Man/frau stelle sich vor, dass in den wikileaks e-mails etwas stuende, das wirklich uebel, verwerflich, ungeheuerlich oder gar illegal ist: Wir, die Oeffentlichkeit, wuessten es laengst. Da aber bisher niemand in den [...]
Zitat von loncaroswarum muss ich eigentlich auf liberale US Seiten gehen, um mich über die neuesten Leaks zu informieren? Warum werden diese Leaks in Deutschland, abgesehen von ihrer Existenz, totgeschwiegen? In diesen Leaks tauchen sehr interessante Sachen auf, wie als Pipeline XL durch den Kongress lief, eine kanadische Bank Bill Clinton über eine Million Dollar überwiesen hat, eine Bank die massiv in Pipeline XL investiert hat? Oder wie sie vor dem Vancouver Board of Directors sich für weltweites Fracking ausgesprochen hat? Lest ihr bei SPON und den anderen Portalen diese Leaks überhaupt nicht?
Man/frau stelle sich vor, dass in den wikileaks e-mails etwas stuende, das wirklich uebel, verwerflich, ungeheuerlich oder gar illegal ist: Wir, die Oeffentlichkeit, wuessten es laengst. Da aber bisher niemand in den 10'000enden e-mails was Schlimmes finden konnte, schliesse ich daraus, dass dort auch nichts Schlimmes steht. Zumindest nichts, was den Ausgang der Wahl beeinflussen kann.

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