Politik

Angeblich belastendes Material

Trump jr. sprach mit russischer Anwältin über Clinton-Infos

Donald Trump jr. traf sich im Wahlkampf mit einer Russin, die angeblich kompromittierende Informationen über Hillary Clinton versprach. Der älteste Sohn des US-Präsidenten liefert zwei Erklärungen.

Montag, 10.07.2017   10:07 Uhr

Eine russische Anwältin mit Kontakten in den Kreml soll dem ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf belastende Informationen über Hillary Clinton angeboten haben. Daraufhin habe sich Donald Trump jr. mit ihr getroffen, berichtet die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf drei Berater des Weißen Hauses und zwei weitere Quellen.

Schon seit Monaten wird ermittelt, ob es während des Präsidentschaftswahlkampfs Verbindungen zwischen Russland und Trumps Team gab. Der US-Präsident bestreitet das energisch.

Bei dem Treffen am 9. Juni 2016 - zwei Wochen nach Trumps Nominierung zum Kandidaten der Republikaner -, seien demnach auch Trumps damaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort und sein Schwiegersohn Jared Kushner dabei gewesen.

Trump jr. bestätigte der Zeitung zunächst, dass das Treffen mit der Anwältin Natalia Veselnitskaya im Trump Tower stattgefunden habe. Er gab an, bei der Begegnung sei es um die Frage von Adoptionen russischer Kinder durch Paare in den USA gegangen, die Russlands Präsident Wladimir Putin zuvor ausgesetzt hatte.

Am Sonntag präsentierte Trump jr. eine neue Erklärung, nachdem er mit den Erkenntnissen der "New York Times" konfrontiert worden war. "Nachdem Freundlichkeiten ausgetauscht waren, verkündete die Frau, sie habe Informationen, dass Menschen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee und Frau Clinton unterstützen." Allerdings seien ihre Äußerungen vage und mehrdeutig gewesen, sie hätten keinen Sinn ergeben. Einzelheiten oder unterstützende Informationen seien nicht angeboten worden. "Es wurde schnell deutlich, dass sie keine wichtige Information hatte." Das Democratic National Committee ist eine Organisation der Demokratischen Partei, die unter anderem für die Mittelbeschaffung zuständig ist.

Veselnitskaya sagte der Zeitung zufolge am Samstag, dass nichts im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf diskutiert worden sei.

Nach Angaben der "New York Times" scheint das Treffen die erste öffentliche Bestätigung zu sein, dass einige Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, "russische Hilfe anzunehmen".

max/dpa/AFP

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