Politik

Einstiger Widersacher

Rubio stellt sich offenbar hinter Trump

Im Vorwahlkampf hatten sie sich erbitterte Schlachten geliefert - jetzt will Marco Rubio sich wohl für eine Kandidatur von Donald Trump aussprechen. Der sagte unterdessen eine TV-Debatte mit Bernie Sanders wieder ab.

REUTERS

Marco Rubio und Donald Trump (Archiv)

Samstag, 28.05.2016   00:49 Uhr

Der mutmaßliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump und sein einst erbitterter Widersacher Marco Rubio haben sich offenbar versöhnt. Rubio wolle sich auf dem Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland für Trump aussprechen und seine während des Vorwahlkampfes gewonnenen Delegiertenstimmen freistellen, berichtete CNN. Der US-Sender strahlt am Sonntag ein Interview mit Rubio aus.

Trump und Rubio haben sich im Vorwahlkampf bis an die Grenze der persönlichen Beleidigung bekriegt. Rubio bezeichnete Trump unter anderem als "Hochstapler", der für das Präsidentenamt nicht geeignet sei. "Ich möchte hilfreich sein. Ich möchte nicht etwas kaputt machen, weil ich nicht will, dass Hillary Clinton Präsidentin wird", sagte Rubio CNN.

Trump forderte Rubio auf, seine Meinung zu ändern und noch einmal für das Amt des Senators in Florida zu kandidieren. "Es ist wichtig, die Mehrheit zu halten", schrieb Trump auf Twitter. Rubio sei dafür am besten geeignet. Im Wahlkampf hatte Trump seinen damaligen Widersacher noch vorgeworfen, "ein Desaster für Florida" zu sein der nicht einmal "bei einer Wahl zum Hundefänger gewählt" würde.

Trump sagt TV-Debatte mit Sanders ab

Rubio ist ein weiteres Beispiel prominenter Republikaner, die sich allmählich hinter Trump einordnen. Zuvor hatten sich schon seine einstigen Gegenkandidaten Chris Christie und Ben Carson mit Trump verbündet, auch der einstige Trump-Gegner Lindsey Graham hat zumindest seine Attacken auf Trump eingestellt.

Der verbleibende republikanische Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur will währenddessen doch kein Fernsehduell mit dem demokratischen Bewerber Bernie Sanders führen. Trump sagte, möchte nicht mit dem Zweitplatzierten debattieren, heißt es in einer Mitteilung. Zunächst hatte Trump ein solches Duell noch befürwortet. Sanders zeigte sich enttäuscht über die Absage: "Ich hoffe, er ändert erneut seine Meinung", sagte er.

US-Vorwahlen

insgesamt 11 Beiträge
tommit 28.05.2016
1. Und am Ende
sin sie eben alle Opportunisten... Ebenso wie die sog. freien Superdelegierten....
sin sie eben alle Opportunisten... Ebenso wie die sog. freien Superdelegierten....
hevopi 28.05.2016
2. Ist wirklich jemand so naiv,
hinter der "Versöhnungstaktik" etwas Anderes zu vermuten als "Kohle". Es geht doch in dieser Antipolitik gegen die Bürger nicht um ein Programm (für die naiven Wähler), sondern darum Macht zu gewinnen und [...]
hinter der "Versöhnungstaktik" etwas Anderes zu vermuten als "Kohle". Es geht doch in dieser Antipolitik gegen die Bürger nicht um ein Programm (für die naiven Wähler), sondern darum Macht zu gewinnen und in der Zukunft eine noch bessere Umverteilung zu realisieren: Hier die doofen, naiven Bürger, dort die wirklich mächtigen Millionäre oder besser Milliardäre. So ist nun mal leider unsere Welt strukturiert, es geht um Macht, Macht, Macht... .Die Menschen, die das erkennen (Minderheit) würden es gerne ändern, aber bei dem heutigen Intelligenzniveau, bei der antisozialen Einstellung, krankhaftem Egoismus, leider Fehlanzeige.
micromiller 28.05.2016
3. Rubio ist ein typischer Politiker
er hat wenig Charakter aber das Gespür wo der Trog steht. Trump wird diese Leute einkassieren und für seine Ziele nutzen, es bleibt zu hoffen, dass er die wirklich erstrebenswerten umsetzt. Weniger Kriege, mehr wirtschaftliche [...]
er hat wenig Charakter aber das Gespür wo der Trog steht. Trump wird diese Leute einkassieren und für seine Ziele nutzen, es bleibt zu hoffen, dass er die wirklich erstrebenswerten umsetzt. Weniger Kriege, mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit für die Bürger, kein Ttip Abkommen, weniger illegale Einwanderung zu Gunsten der legalen Einwanderung und mehr Steuereinnahmen durch Verödung der Steuerschlupflöcher der Konzerne.
El pato clavado 28.05.2016
4. Was bleibt ihm anderes übrig, mit Trump
so kann er vielleicht Vice-President werden, oder Botschafter
so kann er vielleicht Vice-President werden, oder Botschafter
horstenporst 28.05.2016
5. #ChickenTrump
Um es mit Bernie Sanders Worten zu sagen: "Mr. Trump, What Are You Afraid Of?"
Um es mit Bernie Sanders Worten zu sagen: "Mr. Trump, What Are You Afraid Of?"

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