Politik

"Mark Esperanto"

Trump schreibt den Namen seines Verteidigungsministers falsch

US-Präsident Trump hat sich mal wieder vertwittert: Diesmal wusste er den Namen seines Verteidigungsministers nicht richtig zu schreiben. Im selben Post unterlief ihm ein weiterer Fehler.

Brendan Smialowski / AFP

Links: Der US-Verteidigungsminister Mark Esper - oder laut Trump (M.): "Mark Esperanto"

Sonntag, 20.10.2019   23:20 Uhr

Leser der Tweets von Donald Trump sind es gewohnt, auf seinem Account öfter einmal Beleidigungen, Falschaussagen, Vertipper oder übermäßig viele Ausrufezeichen vorzufinden. Doch am Sonntag beinhaltete ein Tweet über seinen Verteidigungsminister und die Lage in Syrien gleich mehrere solcher Entgleisungen.

Der Tweet begann gleich mit der offensichtlichsten: Der US-Präsident schrieb da von einem gewissen "Mark Esperanto", angeblich US-Verteidigungsminister. In den sozialen Medien folgten prompt Spott und Häme darüber, dass der US-Präsident den Namen seines eigenen Pentagon-Chefs, Mark Esper, nicht richtig schreiben konnte. Trump löschte den Tweet wenig später - und ersetzte ihn mit der korrekten Schreibweise. Doch natürlich waren zuvor schon Screenshots seines Ausrutschers entstanden:

Dem Präsidenten passieren derlei Namensvariationen öfter. Kürzlich bezeichnete Trump den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einer Pressekonferenz versehentlich als "Stoltenheim". Den Apple-Chef Tim Cook nannte er bei einem Auftritt im Weißen Haus im März - in dessen Beisein - "Tim Apple". Und seine eigene Frau Melania nannte er in einem Tweet "Melanie".

Auch anderen erging es ähnlich: Seinen früheren, inzwischen geschassten Nationalen Sicherheitsberater John Bolton nannte Trump in der Vergangenheit schon "Mike Bolton". Dem Kongressabgeordneten Kevin McCarthy dankte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit den Worten: "Thank you, Steve." Die Chefin des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, Marillyn Hewson, machte er zu "Marillyn Lockheed".

Doch dieser aktuelle präsidiale Vertipper sticht ein wenig heraus. Immerhin bescherte hier ausgerechnet ein Präsident, der größten Gefallen an Abschottung, Grenzen und nationalstaatlichem Denken findet, Esperanto - zumindest für einen Moment lang - viel Aufmerksamkeit, jener Kunstsprache also, die geschaffen wurde, um Grenzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu betonen.

Namensvertipper nicht das größte Problem

Das größere Problem, wie die "New York Times" schreibt, sei jedoch der Teil des Tweets gewesen, der auf den falschen Namen folgte. Trump zitierte seinen Verteidigungsminister Mark Esper (nicht "Esperanto") folgendermaßen: "Der Waffenstillstand hält sehr gut. Es gibt ein paar kleinere Scharmützel, die schnell wieder beendet wurden."

Dieses Zitat könnte natürlich aus einem privaten Gespräch zwischen den beiden stammen. Es wirke aber eher, als würde sich Trump auf die öffentlichen Statements beziehen, die Esper dieses Wochenende zur Lage in Syrien gemacht habe, schreibt die "New York Times". Einem Reuters-Reporter zufolge soll Esper sich deutlich zurückhaltender geäußert haben: "Ich glaube, insgesamt scheint die Waffenruhe zu halten." Man sehe eine Stabilisierung der Fronten, aber man erhalte auch hin und wieder Nachrichten über unregelmäßige Gefechte.

Zuletzt schrieb Trump - immer noch im selben Tweet: "Wir bringen unsere Soldaten nach Hause." Verteidigungsminister Esper wiederum hatte am Sonntag erst angekündigt, die aus Syrien abgezogenen US-Truppen im Irak einzusetzen.

kry/dpa

insgesamt 16 Beiträge
cheiron 21.10.2019
1. Opfer der Automatik?
Gerade der letzte Fehler (Esper-Esperanto) lässt vermuten, dass der Präsident Opfer der automatischen Wortergänzung geworden ist, wie es auch mir schon öfter passierte. "Vor dem Senden nochmal lesen" ist ein guter [...]
Gerade der letzte Fehler (Esper-Esperanto) lässt vermuten, dass der Präsident Opfer der automatischen Wortergänzung geworden ist, wie es auch mir schon öfter passierte. "Vor dem Senden nochmal lesen" ist ein guter Rat.
geri&freki 21.10.2019
2. Rotierendes Personalkarussell
Na - da muss man doch wahrlich Verständnis haben. Bei der hohen Verschleißrate und der kurzen Halbwertzeit seiner Minister und engen Mitstreiter ist es dem größten Genie aller Zeiten schwerlich zuzumuten, sich auch noch die [...]
Na - da muss man doch wahrlich Verständnis haben. Bei der hohen Verschleißrate und der kurzen Halbwertzeit seiner Minister und engen Mitstreiter ist es dem größten Genie aller Zeiten schwerlich zuzumuten, sich auch noch die Namen, geschweige denn deren korrekte Schreibweisen zu merken. Von den Mitarbeitern, die schon wieder gefeuert wurden, noch bevor sie ihr Amt überhaupt angetreten haben, gar nicht erst zu reden. Der Nächste in der Schlange wartet schon...
quacochicherichi 21.10.2019
3.
Wenn das Denken vor dem Schreiben nicht funktioniert, hilf das nochmal lesen vor dem Senden auch nicht. Tim Apple und Marillyn Loockheed entstammen nicht von der automatischen Wortergänzung, sondern von der minderen [...]
Zitat von cheironGerade der letzte Fehler (Esper-Esperanto) lässt vermuten, dass der Präsident Opfer der automatischen Wortergänzung geworden ist, wie es auch mir schon öfter passierte. "Vor dem Senden nochmal lesen" ist ein guter Rat.
Wenn das Denken vor dem Schreiben nicht funktioniert, hilf das nochmal lesen vor dem Senden auch nicht. Tim Apple und Marillyn Loockheed entstammen nicht von der automatischen Wortergänzung, sondern von der minderen Gehirnleistung.
gruen99 21.10.2019
4. Trump tut mir leid.
Damit natürlich auch die ganze USA, welche unter diesem alten, senilen, anscheinend auch dementen, Präsidenten in einen wirtschaftlichen Multifrontenkampf (Sanktionen, Strafzölle gegen nahezu alle Wirtschaftszentren und Öl [...]
Damit natürlich auch die ganze USA, welche unter diesem alten, senilen, anscheinend auch dementen, Präsidenten in einen wirtschaftlichen Multifrontenkampf (Sanktionen, Strafzölle gegen nahezu alle Wirtschaftszentren und Öl fördernde Staaten ausserhalb der USA) mit einhergehendem Verlust der weltpolitischen Führungsrolle hineingezogen werden.
sekundo 21.10.2019
5. Ist das
ein Wunder?!? Der Meister kann doch noch nicht einmal seinen eigenen Namen schreiben (siehe seine Unterschrift).
ein Wunder?!? Der Meister kann doch noch nicht einmal seinen eigenen Namen schreiben (siehe seine Unterschrift).

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