Politik

Trump zu Kim Jong Un

"Unser Militär ist bereit"

Nach der Gipfel-Absage: Donald Trump warnt Nordkoreas Diktator Kim Jong Un vor der militärischen Schlagkraft der US-Armee. Gleichzeitig signalisiert der US-Präsident Gesprächsbereitschaft.

AP

Donald Trump

Donnerstag, 24.05.2018   18:25 Uhr

Alles war vorbereitet für den historischen Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un am 12. Juni im Stadtstaat Singapur - selbst Gedenkmünzen waren schon geprägt. Doch nun hat der US-Präsident das Treffen mit Nordkoreas jungem Machthaber abgesagt.

Trump machte in einer Fernsehansprache deutlich, dass die US-Streitkräfte bereitstünden, sollte es militärische Aggressionen seitens Nordkorea geben. "Unser Militär ist bereit", sagte er. Zuvor hatte er nach eigenen Angaben mit Verteidigungsminister James Mattis gesprochen.

Gleichzeitig erklärte er jedoch auch, dass er ein Treffen mit Kim Jong Un weiterhin für möglich halte. Es gebe auch nach der Absage noch immer die Chance, dass der Gipfel wie geplant stattfinde, sagte er.

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Trump sagt Nordkorea-Gipfel ab: Ein Schritt vor, zwei zurück

Außerdem warnte Trump, die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea seien bereit, auf "dumme oder unbesonnene" Handlungen Nordkoreas zu reagieren.

"Hoffentlich geht alles gut aus mit Nordkorea. Es kann viel passieren", sagte Trump. "Das schließt auch ein, dass es, vielleicht, möglich ist, dass der existierende Gipfel stattfindet oder ein Gipfel zu einem späteren Zeitpunkt."

"Nerven aus Stahl"

Fest steht gegenwärtig allein: Nun ist die Welt zurück an dem Punkt, an dem sich zwei als unberechenbar eingestufte Politiker gegenseitig mit Atomwaffen bedrohen. Die Chance auf den seit dem Koreakrieg 1953 noch immer ersehnten Frieden auf der koreanischen Halbinsel scheint erst einmal vertan.

Endlich Verständlich - Alle Fakten zu Nordkorea

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres reagierte besorgt auf die Absage des USA-Nordkorea-Gipfels durch Trump. "Ich bin zutiefst besorgt", sagte er in Genf. Er forderte die Beteiligten auf, "ihren Dialog fortzusetzen, um einen Weg zu einer friedlichen und überprüfbaren Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu finden".

Alle Konfliktparteien bräuchten nun "Nerven aus Stahlen", so Guterres weiter. Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In nannte Trumps Entscheidung "bedauerlich". Er forderte Trump und Kim Jong Un auf, direkt miteinander zu sprechen. Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel dulde keinen Aufschub.

dop/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 58 Beiträge
Spiegelleserin57 24.05.2018
1. merkwürdig ....
dieser ständig schwankende Kurs dieses Mannes. Was soll man nun von ihm halten...ist das bei alten Männern immer so?
dieser ständig schwankende Kurs dieses Mannes. Was soll man nun von ihm halten...ist das bei alten Männern immer so?
frenchie3 24.05.2018
2. Weiß Donnie überhaupt
was er tut? Bitte nicht antworten, das war eine rhetorische Frage
was er tut? Bitte nicht antworten, das war eine rhetorische Frage
equigen 24.05.2018
3. 2-Frontenkrieg?
Wen will er denn nun angreifen, der Herr Trump? Nord-Korea oder den Iran? Oder gleich beide? Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht, das muss er wohl erst noch lernen. Nicht alle Länder kann man erpressen oder einschüchtern.
Wen will er denn nun angreifen, der Herr Trump? Nord-Korea oder den Iran? Oder gleich beide? Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht, das muss er wohl erst noch lernen. Nicht alle Länder kann man erpressen oder einschüchtern.
Rohrspatz 24.05.2018
4. wer
wer stoppt diesen wahnsinnigen? Der ist total skrupellos und erwägt Ernsthaft einen Atomschlag gegen Nordkorea. Trump bricht ohne zu zögern jeden Vertrag, Für Deutschland empfiehlt sich aus der NATO auszutreten, den [...]
wer stoppt diesen wahnsinnigen? Der ist total skrupellos und erwägt Ernsthaft einen Atomschlag gegen Nordkorea. Trump bricht ohne zu zögern jeden Vertrag, Für Deutschland empfiehlt sich aus der NATO auszutreten, den sofortigen Abzug jeglicher Atomwaffen einzuleiten. Bruch der Verbindung zu der Trump geführten Wahnsinnsregierung. Der Mann führt zur Katastrophe.
siryanow 24.05.2018
5. Trump unser Militaer ist bereit
ich glaube es fehlt nicht mehr viel und er wird ausrufen: Wollt ihr den totalen Krieg ? Es waere wunderbar wenn das amerikanische Volk darauf antworten wuerde N E I N und zum Teufel mit dir
ich glaube es fehlt nicht mehr viel und er wird ausrufen: Wollt ihr den totalen Krieg ? Es waere wunderbar wenn das amerikanische Volk darauf antworten wuerde N E I N und zum Teufel mit dir

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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