Politik

"New York Times"

Trumps Wahlkampfberater hat angeblich Russlandermittlungen ausgelöst

Die Russlandaffäre belastet Donald Trump schwer. Laut einem Zeitungsbericht soll ausgerechnet sein Berater Papadopoulos die Ermittlungen verursacht haben - er verplapperte sich offenbar bei einem Drink.

AFP

George Papadopoulos

Samstag, 30.12.2017   22:36 Uhr

Donald Trumps früherer außenpolitischer Wahlkampfberater George Papadopoulos hat offenbar die Russlandermittlungen ausgelöst, wie die "New York Times" berichtet. Er soll bereits im Mai 2016 ausgeplaudert haben, dass Russland gehackte E-Mails von Trumps Wahlkampfrivalin Hillary Clinton besitze. Die Mails wurden zwei Monate später öffentlich.

Die Bundespolizei FBI untersucht seit Juli 2016, ob Moskau die Wahl beeinflusst und ob es Absprachen mit Trumps Lager gegeben hat. Papadopoulos hatte sich im Oktober schuldig bekannt, bei FBI-Befragungen falsche Angaben über seine Russland-Kontakte gemacht zu haben. Wie es heißt, arbeitet er jetzt mit den Ermittlern zusammen.

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Dem Zeitungsbericht zufolge plauderte Papadopoulos im Mai 2016 bei einem Trinkgelage mit dem australischen Top-Diplomaten in Großbritannien, Alexander Downer, in London aus, dass Russland belastende Informationen über Hillary Clinton in Form von E-Mails besitze. Als dann zwei Monate später gehackte E-Mails des demokratischen Parteivorstandes im Internet auftauchten, hätten australische Beamte ihre US-Kollegen über Papadopoulos Äußerungen unterrichtet. Die "New York Times" beruft sich bei ihrem Bericht auf vier derzeitige und frühere amerikanische sowie ausländische Offizielle.

"Schmutz über Clinton"

Dem Zeitungsbericht zufolge erhielt Papadopolous seine Informationen Ende April 2016 von einem maltesischen Professor an einer Akademie in London, der über wertvolle Kontakte zum Moskauer Außenministerium verfügt habe. Die Akademie ist mittlerweile geschlossen. Dieser Mann, Joseph Mifsud, habe Papadopoulos bei einem Treffen mitgeteilt, dass ihm hochrangige Moskauer Beamten gesagt hätten, sie besäßen "Schmutz" über Clinton "in Form von Tausenden E-Mails". Dem Bericht zufolge hatte er Mifsud im Zuge seiner Bemühungen kennengelernt, ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu arrangieren.

Unklar ist, ob Papadopolous anderen in Trumps Wahlkampfteam von den Gerüchten berichtet hat. Er wurde bereits im Januar vom FBI verhört, kurz nach Trumps Amtsantritt. Damals bestritt er, gewusst zu haben, dass er mit Vertretern der russischen Regierung zu tun gehabt habe.

koe/dpa

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