Politik

Falls der Brexit verschoben wird

Juncker schließt britische Teilnahme an Europawahl nicht aus

Der Brexit wirft so viele Zeitpläne durcheinander, dass die Briten sogar noch an der Europawahl teilnehmen könnten, meint Kommissionspräsident Juncker. Es wäre aber ein "Treppenwitz der Geschichte".

AFP

Theresa May und Jean-Claude Juncker

Dienstag, 19.02.2019   09:59 Uhr

Eigentlich wären die Briten zur Europawahl bereits nicht mehr in der EU. Doch nach all dem Chaos um die Verschiebung des Brexits hält EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker es nicht für völlig undenkbar, dass die Briten noch einmal an der Europawahl teilnehmen. Er könne sich das nur schwer vorstellen und würde es "für einen Treppenwitz der Geschichte" halten, sagte Juncker in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung". "Aber ausschließen kann ich auch das nicht." Beim Brexit seien "schon so viele Zeitpläne über den Haufen geworfen worden".

Juncker fügte hinzu: "In Sachen Brexit ist es wie vor Gericht und auf hoher See: Man ist in Gottes Hand. Und immer ist es ungewiss, wann Gott richtig zugreift."

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Großbritannien will nach derzeitigem Stand der Dinge eigentlich Ende März aus der EU austreten. Ein zwischen Premierministerin Theresa Mayund den übrigen 27 EU-Staaten vereinbartes Austrittsabkommen stößt im Parlament in London allerdings auf heftigen Widerstand. Neben einem chaotischen Bruch mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft ist deswegen derzeit auch eine Verschiebung des Austritts denkbar.

Wenn der Brexit über den Sommer hinaus herausgezögert werden würde, müssten die Briten eventuell noch einmal an der Europawahl teilnehmen. Diese wird vom 23. bis 26. Mai 2019 abgehalten. In Deutschland ist der 26. Mai der Wahltermin.

mfh/dpa

insgesamt 56 Beiträge
123rumpel123 19.02.2019
1. unklar
Was jammert der Junker da? Wenn die EU keine Austrittsverlängerung zulässt, und substanziell ist da ja auch kein Grund in Sicht, dann nehmen die Briten nicht an der Wahl teil, es sei denn, sie ziehen ihre Austrittserklärung [...]
Was jammert der Junker da? Wenn die EU keine Austrittsverlängerung zulässt, und substanziell ist da ja auch kein Grund in Sicht, dann nehmen die Briten nicht an der Wahl teil, es sei denn, sie ziehen ihre Austrittserklärung zurück. Wo ist das Problem?
knok 19.02.2019
2.
Wie wäre es, gleichzeitig mit der Europawahl ein zweites Referendum durchzuführen, in welchem dann die Optionen hard, soft und no Brexit gewählt werden können. Je nach Ausgang dieser Abstimmung könnten dann die britischen [...]
Wie wäre es, gleichzeitig mit der Europawahl ein zweites Referendum durchzuführen, in welchem dann die Optionen hard, soft und no Brexit gewählt werden können. Je nach Ausgang dieser Abstimmung könnten dann die britischen Stimmen gezählt werden oder auch nicht. Angesichts der veränderten Ausgangslage im Unterhaus und in den Verhandlungen, sowie einer veränderten globalen Lage, wäre das wohl noch die demokratisch sinnvollste Lösung.
Schmitz70 19.02.2019
3. Juncker ist klasse !
Juncker ist ein Segen für die EU. Als Luxemburger ist er das richtige Bindeglied zwischen der EU-Achse Deutschland/Frankreich. Er hat Recht. Und er hat Humor. Das sind die Zutaten für ein gutes Rezept. Und wer weiss vielleicht [...]
Juncker ist ein Segen für die EU. Als Luxemburger ist er das richtige Bindeglied zwischen der EU-Achse Deutschland/Frankreich. Er hat Recht. Und er hat Humor. Das sind die Zutaten für ein gutes Rezept. Und wer weiss vielleicht erlöst er die Briten von ihrer Idiotie.
ghdstz 19.02.2019
4. Wäre nicht die schlechteste Lösung ...
Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung ist zwar nicht allzu groß, aber sie hätte einen gewissen Charme. Die Briten könnten sozusagen ein zweites Referendum bekommen, obwohl die beiden hilflosen Parteien es ihnen zur [...]
Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung ist zwar nicht allzu groß, aber sie hätte einen gewissen Charme. Die Briten könnten sozusagen ein zweites Referendum bekommen, obwohl die beiden hilflosen Parteien es ihnen zur Zeit krampfhaft vorenthalten wollen. Wenn der Brexit in den Herbst verschoben wird und in UK für die Europawahl eine überparteiliche "Britains for Europe"-Initiative antritt, dann wird sich ja herausstellen ob die Mehrheit der Briten wirklich den Brexit will und den machtpolitischen Hickhack ihrer traditionellen Parteien gut findet.
Tschüß 19.02.2019
5. Junker?
Junker? Wieso Junker? Entscheidet der darüber? Wenn die Briten nicht antreten, kann man sie auch nicht wählen würde ich sagen.
Junker? Wieso Junker? Entscheidet der darüber? Wenn die Briten nicht antreten, kann man sie auch nicht wählen würde ich sagen.

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