Politik

Frankreich

Mann stirbt bei Verkehrsblockade am Rande von Gelbwesten-Protesten

Die Gelbwesten-Proteste fordern ein weiteres Todesopfer: An einem von Demonstranten blockierten Kreisverkehr kam es zu einem Autounfall.

DPA

Demonstranten in Paris

Samstag, 22.12.2018   12:32 Uhr

Bei den anhaltenden Gelbwesten-Protesten gegen die Regierung von Präsident Emmanuel Macron ist in Südfrankreich ein Mensch ums Leben gekommen. An einem von Demonstranten blockierten Kreisverkehr in der Nähe von Perpignan sei ein Auto mit einem Lastwagen zusammengestoßen, teilten die Behörden mit. Dabei sei ein 36-jähriger Autofahrer gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei den seit Mitte November anhaltenden Protesten auf zehn.

Auch in Paris kam es unterdessen wieder zu Protesten. Hier versammelten sich Demonstranten in gelben Warnwesten auf den Stufen der Basilika Sacre Coeur. Zudem haben die Gelbwesten einen Protestmarsch im nahe gelegenen Versailles geplant. Das Schloss von Versailles - ein Symbol der französischen Staatsmacht - blieb daher an diesem Samstag geschlossen.

Die teils gewaltsamen Proteste der Gelbwesten hatten Frankreich in den vergangenen Wochen schwer erschüttert. Entzündet hatten sich die Proteste an Ökosteuerplänen und damit verbundenen Benzinpreiserhöhungen. Sie wuchsen sich aber schnell zu Massendemonstrationen gegen Macrons Wirtschaftspolitik aus. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, vor allem in Paris. Macron lenkte daraufhin ein. Unter anderem kippte er die Ökosteuer und erhöhte den Mindestlohn.

Die Proteste waren danach etwas abgeflaut. Macrons Zugeständnisse reißen allerdings ein Milliardenloch in die Staatskasse. Frankreich dürfte deswegen wohl im nächsten Jahr über die EU-Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung hinausschießen.

hej/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP