Politik

Giftanschlag auf Sergej Skripal

USA kündigen weitere Sanktionen gegen Russland an

Eineinhalb Jahre nach dem Giftanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal wollen die USA Finanzsanktionen gegen Russland verhängen. So sollen unter anderem Kredite nicht verlängert werden.

Ben Stansall / AFP

Spezialisten untersuchen den Fundort des Nervengifts Nowitschok in Salisbury (Archivbild)

Samstag, 03.08.2019   08:23 Uhr

Der Anschlag mit einem Nervengift auf den britisch-russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien im März 2018 sorgt weiter für diplomatische Spannungen zwischen Washington und Moskau.

Die US-Regierung hat nun weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt. Man werde sich gegen die Verlängerung jeglicher Kredite sowie gegen die finanzielle und technische Unterstützung für Russland durch internationale Finanzinstitutionen stellen, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, mit. Eingeschränkt werde auch Russlands Zugang zu Geschäften mit US-Banken.

Das US-Außenministerium hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass Russland wegen des Giftanschlags auf Skripal und dessen Tochter Julia im englischen Salisbury gegen das US-Gesetz über chemische und biologische Waffen aus dem Jahr 1991 verstoßen habe. Die US-Regierung verhängte daher eine Reihe von Sanktionen, die allerdings eher symbolischer Natur waren.

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Die US-Regierung hat in den vergangenen Jahren wiederholt Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Damit reagierte Washington nach eigenen Angaben auf Russlands Rolle im Ukrainekonflikt, auf russische Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, auf Moskaus mutmaßliche Rolle beim Giftgasanschlag auf Skripal sowie auf Verletzungen der UN-Sanktionen gegen Nordkorea.

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Fall Skripal: Russlands verdächtige Agenten

In den angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sorgten zuletzt mehrere Spionagefälle für zusätzlichen Konfliktstoff. Ein tiefes Zerwürfnis verursachte der Giftanschlag auf Skripal in Großbritannien im März 2018, für den die britischen Behörden Moskau verantwortlich machen. Der Kreml weist dies zurück.

Skripal und seine Tochter wurden am 4. März 2018 im britischen Salisbury mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet. Skripal hat laut britischen Behörden die Attacke überlebt, sich aber - anders als seine Tochter - seitdem nicht an die Öffentlichkeit gewandt. Im Mai berichtete seine Nichte aus Russland, Skripal habe eine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter hinterlassen.

SPIEGEL TV vom 25.03.2018: Gift-Anschlag Skripal - Todesgrüße aus dem Geheimlabor

Foto: SPIEGEL TV

mmq/AFP

insgesamt 6 Beiträge
espressotime 03.08.2019
1.
Und warum wird Saudi-Arabien nicht sanktioniert? Verlogenes Amerika.
Und warum wird Saudi-Arabien nicht sanktioniert? Verlogenes Amerika.
guru_meditation 03.08.2019
2. Ich verliere langsam den Überblick
Früher war das Verhängen von Sanktionen eher die Ausnahme. Mittlerweile habe ich den Überblick verloren, wer wen Sanktioniert. Könnte mir mal jemand einen kleinen Überblick geben?
Früher war das Verhängen von Sanktionen eher die Ausnahme. Mittlerweile habe ich den Überblick verloren, wer wen Sanktioniert. Könnte mir mal jemand einen kleinen Überblick geben?
gunpot 03.08.2019
3. Als wenn die Russen
dann nicht mehr ans billlige Geld kämen. Die Geber stehen Schlange, auch bei unerlaubter Finanzierung.....
dann nicht mehr ans billlige Geld kämen. Die Geber stehen Schlange, auch bei unerlaubter Finanzierung.....
Klaus David 03.08.2019
4. Größenwahnsinnig?
Aus dem Artikel: "Das US-Außenministerium hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass Russland wegen des Giftanschlags auf Skripal und dessen Tochter Julia im englischen Salisbury gegen das US-Gesetz über chemische und [...]
Aus dem Artikel: "Das US-Außenministerium hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass Russland wegen des Giftanschlags auf Skripal und dessen Tochter Julia im englischen Salisbury gegen das US-Gesetz über chemische und biologische Waffen aus dem Jahr 1991 verstoßen habe." Sagt sehr viel aus über die Arroganz der US-amerikanischen Regierung/en, wenn sie meinen, das sich mittlerweile der ganze Planet an ihre Gesetze zu halten hat. Schließlich betrifft die Angelegenheit nur GB und Russland. Vielleicht sollte sicherheitshalber nicht nur an der Grenze zu Mexico eine Mauer errichtet werden, sondern rings um die komplette USA und das ganze offiziell zum Irrenhaus erklärt werden.
Promethium 03.08.2019
5.
Falsch! Russland verstößt gegen die Chemiewaffenkonvention und das betrifft alle anderen 192 Mitgliedsstaaten! Und selbstverständlich betrifft das auch die USA, denn die haben ihr Arsenal an Chemischen Waffen vernichtet. [...]
Zitat von Klaus DavidAus dem Artikel: "Das US-Außenministerium hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass Russland wegen des Giftanschlags auf Skripal und dessen Tochter Julia im englischen Salisbury gegen das US-Gesetz über chemische und biologische Waffen aus dem Jahr 1991 verstoßen habe." Sagt sehr viel aus über die Arroganz der US-amerikanischen Regierung/en, wenn sie meinen, das sich mittlerweile der ganze Planet an ihre Gesetze zu halten hat. Schließlich betrifft die Angelegenheit nur GB und Russland. Vielleicht sollte sicherheitshalber nicht nur an der Grenze zu Mexico eine Mauer errichtet werden, sondern rings um die komplette USA und das ganze offiziell zum Irrenhaus erklärt werden.
Falsch! Russland verstößt gegen die Chemiewaffenkonvention und das betrifft alle anderen 192 Mitgliedsstaaten! Und selbstverständlich betrifft das auch die USA, denn die haben ihr Arsenal an Chemischen Waffen vernichtet. Es ist ausgesprochen lobenswert, das sich die USA für den Einhalt der Chemiewaffenkonvention einsetzen.
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