Politik

Über der Ägäis

Türkische Jets drängen Tsipras' Helikopter ab

Griechenlands Regierungschef Tsipras spricht von "Dummheiten und Spritverschwendung": Türkische Bomber sind seinem Helikopter offenbar gefährlich nah gekommen. Sein Pilot musste abdrehen.

Foto: Akhtar Soomro/ REUTERS
Montag, 25.03.2019   17:50 Uhr

Manöver über der Ägäis: Der Hubschrauber des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras musste griechischen Angaben zufolge wegen eines türkischen Bombers abdrehen. In der Türkei war von einer "Routinemission" die Rede, Tsipras sprach im griechischen Fernsehen ERT von einer "dummen Aktion".

Der griechische Ministerpräsident war nach eigenen Angaben auf dem Weg zur kleinen griechischen Insel Agathonisi, als der Pilot seines Helikopters wegen der gefährlichen Bewegungen der türkischen Bomber die Flughöhe habe ändern und tiefer fliegen müssen. "Diese dummen Aktionen haben keinen Sinn. Es wird nur Sprit verschwendet", sagte Tsipras. Er wollte auf der Ägäisinsel an einer Gedenkfeier für den Aufstand von 1821 gegen die Herrschaft des Osmanischen Reichs teilnehmen.

Seit Jahren Streit um Überflugrechte

Die beiden Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Inseln vor der türkischen Küste. Die Türkei hat zahlreiche von Griechen bewohnte aber auch unbewohnte Inseln zur sogenannten "Grauen Zonen" erklärt - ihr Status sei unklar und müsse geklärt werden. Türkische Kampfbomber überfliegen die umstrittenen Regionen täglich; dabei kommt es zu "Dogfights", Scheinkämpfen, und auch Unfällen zwischen den Fliegern beider Länder. Schlimmeres konnte in den vergangenen Jahren zum Teil erst in letzter Minute abgewendet werden.

Zwischen den Nato-Partnern Türkei und Griechenland kommt es immer wieder zu Spannungen - gerade beim Thema Überflugrechte. Tsipras hatte sich erst im Februar mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara getroffen - damals hatten beide erklärt, sie wollten Wege zur Entspannung suchen.

mst/dpa/Reuters

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