Politik

Mail-Affäre

Clinton verteidigt dienstliche Nutzung ihres privaten Accounts

Erstmals hat sich Hillary Clinton den Fragen zu ihrer umstrittenen Mail-Praxis gestellt. Die Verteidigung der Ex-Außenministerin geht so: Ja, hätte ich anders machen sollen, aber...

REUTERS

Hillary Clinton bei ihrer Pressekonferenz: "Aus Bequemlichkeit gehandelt"

Dienstag, 10.03.2015   21:00 Uhr

Als Außenministerin der USA hat Hillary Clinton keinen amtlichen E-Mail-Account benutzt, sondern ihren privaten. Die Aufregung darüber hält seit Tagen an; jetzt ist die Politikerin in die Offensive gegangen und hat ihren Umgang mit ihrer digitalen Korrespondenz verteidigt.

Hintergrund: Das US-Bundesarchivgesetz sieht vor, dass Briefe und Mails amerikanischer Bundesbeamter als Regierungsunterlagen einzustufen sind. Als solche müssen sie archiviert werden, sodass Kongressausschüsse, Historiker und Medien sie im Regelfall - außer bei hochsensiblen Vorgängen - einsehen können.

Der Vorwurf: Clinton hat sich dieser Kontrolle entzogen, indem sie einfach einen eigenen Mailserver benutzte und erst nach ihrer Amtszeit Tausende ausgedruckte Mails an das Ministerium übergab.

Jetzt räumte sie bei einer Pressekonferenz in New York ein, sie hätte besser einen amtlichen Mail-Account nutzen sollen. Zugleich bestand sie darauf, keine Regeln verletzt zu haben oder irgendetwas verheimlichen zu wollen. Sie habe den privaten Account aus Bequemlichkeit genutzt und keine zwei Geräte mit sich herumtragen wollen. Nie habe sie aber über den privaten Account Verschlusssachsen versendet.

Sie sagte zudem, der private Server bleibe privat, dort seien auch Mails gespeichert, die sie etwa ihrer Tochter geschrieben habe; Relevantes aus ihrem Dienst habe sie an die Behörden übergeben lassen. "Alles, was in irgendeiner Verbindung zur Arbeit steht, ist nun im Besitz des State Departments", sagte sie.

Das US-Außenministerium hatte bereits zuvor angekündigt, Clintons Mails öffentlich zu machen. Zunächst würden sie überprüft, was voraussichtlich mehrere Monate dauern werde, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Danach werde alles ins Internet gestellt.

Clinton wird als demokratische Präsidentschaftskandidatin gehandelt, hat ihre Kandidatur aber bislang nicht offiziell verkündet.

otr/Reuters/AP

insgesamt 15 Beiträge
taliesinwest 10.03.2015
1. Naja, das wars dann wohl
Die Demokraten können sich eine Neue suchen
Die Demokraten können sich eine Neue suchen
hapebo 10.03.2015
2. Na und!
Die Amis haben Sorgen.Wenn das ein Grund sein soll nicht zu kanditieren sollten sie einfach die NSA nominieren die wissen eh alles.
Die Amis haben Sorgen.Wenn das ein Grund sein soll nicht zu kanditieren sollten sie einfach die NSA nominieren die wissen eh alles.
karl-der-gaul 10.03.2015
3.
Hillary hat eine Pinocchio Nase, mal genau gezielt anschauen.
Hillary hat eine Pinocchio Nase, mal genau gezielt anschauen.
tailspin 10.03.2015
4. What difference does it make?
Vielleicht ist "Confidential" auf englisch im clintonischen Sprachgebrauch etwas anderes als "Verschlussache". Moeglicherweise gehts auch um die Bedeutung des Wortes "ist" in diesem Zusammenhang, Aber [...]
Vielleicht ist "Confidential" auf englisch im clintonischen Sprachgebrauch etwas anderes als "Verschlussache". Moeglicherweise gehts auch um die Bedeutung des Wortes "ist" in diesem Zusammenhang, Aber hier ist so ein email aus Hillaries Fundus zur eigenen Anschauung. Hoch sensitiv natuerlich mit Libyen Bezug. Diese Dinger zirkulieren schon seit Tagen, und die begleitenden Kommentare der Fellow Americans in den I-Net Zirkeln ueber Hillary laufen den SPONschen Nettigkeitsregeln zuwider. http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2015/03/clinton libya memo.jpg
perfekt!57 10.03.2015
5. Kluge Machtpolitikerin - alles was eine demokratische Frau sagte oder schriebe
könnte und würde ggfls. vom politischen Gegner auch gegen sie genutzt werden - und ggfls. evtl. sogar geleakt. Denn in jeder Behörde gäbe es immer jederlei politische Farbe. Dem hat sie vorgebeugt, kKugheit nicht [...]
könnte und würde ggfls. vom politischen Gegner auch gegen sie genutzt werden - und ggfls. evtl. sogar geleakt. Denn in jeder Behörde gäbe es immer jederlei politische Farbe. Dem hat sie vorgebeugt, kKugheit nicht Verfolgungswahn. Privatisierung einmal anders.

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