Politik

Konflikt mit Iran

London lehnt Tanker-Tausch ab

Irans Präsident Rohani hat Großbritannien einen Austausch der festgesetzten Öltanker in Aussicht gestellt. London lehnt das jedoch ab - und demonstriert mit einem Zerstörer Stärke im Persischen Golf.

DPA/PHOTO PROVIDED BY MINISTRY OF DEFENCE

HMS Duncan: Der britische Zerstörer ist am Wochenende im Persischen Golf eingetroffen

Montag, 29.07.2019   12:30 Uhr

Der unter britischer Flagge fahrende Tanker "Stena Impero" wird noch immer von Iran festgehalten. Ein Tausch des festgesetzten Öltankers mit Teheran kommt für die Regierung in London allerdings nicht infrage. "Es gibt kein Quid pro quo", sagte der neue britische Außenminister Dominic Raab am Montag dem Sender BBC. "Es geht hier nicht um einen Tauschhandel." Vielmehr gehe es um internationales Recht und dessen Einhaltung. Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte vergangene Woche einen Tausch der gegenseitig festgehaltenen Öltanker vorgeschlagen.

Wenn Iran als verantwortungsbewusstes Mitglied der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden wolle, dann müsse er deren Regeln einhalten, sagte Raab dem Sender Sky News. Das bedeute, dass Iran den von ihm festgehaltenen britischen Tanker freigeben müsse.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am 19. Juli die unter britischer Flagge fahrende "Stena Impero" nahe der Straße von Hormus gestoppt, weil sie in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll. Allerdings hatte die Führung in Teheran vorher auch mit Vergeltung für die Festsetzung eines iranischen Tankers durch die britische Marine gedroht. Diese hatte Anfang Juli die "Grace 1" vor Gibraltar festgesetzt.

Der Tanker wird festgehalten, weil er iranisches Öl nach Syrien habe transportieren wollen und damit gegen EU-Auflagen verstoßen haben soll. Iran bestreitet das allerdings.

Gespräche über europäische Schutzmission

Nach dem Zwischenfall in der Straße von Hormus wirbt Großbritannien für eine europäische Militärmission. Die Gespräche über eine solche Mission laufen noch. Die Optionen reichen von einer reinen Beobachtungsmission bis hin zu militärischen Eskorten für die Handelsschiffe.

Zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen hat Großbritannien den Luftabwehrzerstörer "HMS Duncan" in den Persischen Golf geschickt. Dieser traf bereits am Sonntag ein. Gemeinsam mit der Fregatte "HMS Montrose" solle Schiffen unter britischer Flagge ein sicherer Geleitschutz durch die Straße von Hormus gewährt werden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Durch die nur etwa 50 Kilometer breite Straße von Hormus werden viel Flüssiggas und fast ein Drittel der globalen Ölexporte verschifft.

asc/AFP/Reuters/dpa

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