Politik

Skandal um Bestellung von Luxusessen

Sara Netanyahu muss 14.000 Euro zurückzahlen

Sara Netanyahu wurde von Israels Justiz vorgeworfen, Hunderte Gerichte in Edelrestaurants bestellt zu haben. Die Frau des Ministerpräsidenten muss deshalb jetzt 14.000 Euro an den Staat zurückzahlen.

REUTERS

Sara Netanyahu mit Ehemann Benjamin Netanyahu (Archivaufnahme)

Mittwoch, 12.06.2019   18:38 Uhr

Im Skandal um die Bestellung von Gourmetessen hat sich Sara Netanyahu jetzt mit der Staatsanwaltschaft geeinigt. Die Frau des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu muss knapp 14.000 Euro an den Staat zahlen. Das bestätigte ein Gericht in Jerusalem. Laut einer angepassten Anklage hatte Sara Netanyahu vorsätzlich die Unwissenheit des Büros ihres Mannes ausgenutzt. Sie stand ursprünglich wegen Betrugs und Untreue vor Gericht.

Der 60-Jährigen wurde vorgeworfen, zwischen 2010 und 2013 mit einem Mitarbeiter in Edelrestaurants Hunderte Mahlzeiten bestellt zu haben, obwohl die Familie in der Residenz in der Smolenskin-Straße 9 in Jerusalem eine Köchin beschäftigte. Das Essen habe einen Wert von umgerechnet rund 43.000 Euro gehabt, ursprünglich sprach die Anklage sogar von 83.000 Euro.

Das Büro von Benjamin Netanyahu war angeblich ahnungslos

Das Geld dafür habe Netanyahu vom Büro des Ministerpräsidenten erhalten. Dieses habe nicht gewusst, dass eine Köchin auf Staatskosten für die Familie arbeitete. Der ebenfalls angeklagte Mitarbeiter sei auch für die Verwaltung der Residenz zuständig gewesen.

Sara Netanyahu hatte immer wieder ihre Unschuld beteuert. Ihre Anwälte argumentierten, die Mahlzeiten seien von einem anderen Mitarbeiter, dem ehemaligen Hausmeister und heutigen Kronzeugen Meni Naftali, "gegen den Willen von Sara Netanyahu bestellt" worden. Chefköche seien nur bei offiziellen Anlässen und nicht für Privatmahlzeiten im Amt des Ministerpräsidenten beschäftigt worden.

Israels Staatskontrolleur hatte bereits Anfang 2015 einen äußerst kritischen Bericht über die hohen Ausgaben im Haushalt des Regierungschefs veröffentlicht. Der Generalstaatsanwalt hat auch gegen Regierungschef Netanyahu eine Anklage wegen Korruption in drei Fällen empfohlen.

als/dpa

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