Politik

"Sabotage-Einsätze" gegen Handelsschiffe

John Bolton will Beweise gegen Iran liefern

Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate sind vier Schiffe im Persischen Golf Ziel von Angriffen geworden. Der US-Sicherheitsberater ist überzeugt, dass Iran dahintersteckt - und kündigt an, der Uno Beweise vorzulegen.

Brendan McDermid/REUTERS

Sicherheitsberater John Bolton

Freitag, 31.05.2019   00:18 Uhr

Donald Trumps nationaler Sicherheitsberater will bereits in der kommenden Woche dem Uno-Sicherheitsrat Beweise gegen Iran vorlegen: Demnach sei das Land am Persischen Golf für Angriffe auf vier Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich.

"Ich glaube nicht, dass jemand, der mit der Situation in der Region vertraut ist, ob er die Beweise untersucht hat oder nicht, etwas anderes denkt, als dass diese Angriffe von Iran oder seinen Stellvertretern durchgeführt wurden", soll Bolton dem "Guardian" zufolge Reportern bei einer Besprechung im Vorfeld zu Trumps Staatsbesuch in Großbritannien in der kommenden Woche gesagt haben.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten vor mehr als zwei Wochen "Sabotageakte" gegen vier Handelsschiffe aus verschiedenen Länder im Golf von Oman gemeldet und von "staatsfeindlichen Operationen" gesprochen. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch genauso unklar wie die Verantwortlichen.

Pompeo: Iran wollte Ölpreis in die Höhe treiben

Bereits am Mittwoch soll Bolton bei einem Besuch im Emirat Abu Dhabi gesagt haben, dass hinter den Angriffen mit Seeminen "fast sicher" Iran stecke. Das meldete die lokale Nachrichtenseite "The National". Beweise für seine Anschuldigung legte Bolton dem Bericht zufolge jedoch nicht vor.

"Das sind lächerlichen Behauptungen, die wir kategorisch zurückweisen", sagte Irans Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Mittwoch. Iran erwarte aber von Bolton und seinem Team "nichts anderes, als solche grundlosen Unterstellungen zu verbreiten".

Nach Bolton erklärte am Donnerstag auch US-Außenminister Mike Pompeo, Iran stecke hinter den "Attacken" auf die Schiffe. Damit habe Teheran den Ölpreis in die Höhe treiben wollen.

Mehr zum Thema

Zum Auftakt eines Krisengipfels des Golf-Kooperationsrates (GCC) am Donnerstag in Mekka forderte der saudische König Salman die internationale Gemeinschaft auf, die "zerstörerischen" Aktivitäten seines Erzrivalen Iran zu stoppen. Irans Politik der Einmischung gefährde die Stabilität der Region und bedrohe die internationale Seefahrt.

Direkt im Anschluss an das GCC-Treffen ist ein Gipfel der Arabischen Liga geplant, bei dem ebenfalls über Iran gesprochen werden soll. Beide Gipfel gelten als Versuch des sunnitischen Saudi-Arabien, die Region im Konflikt mit dem schiitischen Erzrivalen Iran um sich zu scharen.

Die USA und Saudi-Arabien hatten in den vergangenen Wochen ihren Ton gegenüber Iran massiv verschärft. Washington entsandte einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten. Zudem hatte Trump angesichts der Krise erst vor wenigen Tagen die Entsendung weiterer Truppen in den Nahen Osten angekündigt (mehr über die Krise zwischen Iran und den Vereinigten Staaten erfahren Sie hier).

mxw/mal/Reuters/dpa

insgesamt 53 Beiträge
quark2@mailinator.com 31.05.2019
1.
Ach, was will man noch mit Beweisen ? Heutzutage läßt sich alles fälschen und, oder, falsch darstellen oder uminterpretieren. Da sich die USA ohnehin in keinster Weise an Verträge gebunden fühlen, sollen sie einfach sagen, [...]
Ach, was will man noch mit Beweisen ? Heutzutage läßt sich alles fälschen und, oder, falsch darstellen oder uminterpretieren. Da sich die USA ohnehin in keinster Weise an Verträge gebunden fühlen, sollen sie einfach sagen, was sie machen wollen und es dann tun, oder halt was anderes. Es ist schwer zu ertragen, daß man solch rechtloses Handeln zwangsweise hinnehmen muß, aber wenigstens die Rumlügerrei könnte einem erspart bleiben, das beleidigt nur den Verstand.
spon1899 31.05.2019
2.
Der will den Krieg scheinbar unbedingt. Genau wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz gegen den Irak vor ungefähr 15 Jahren. Und natürlich werden jetzt wieder Beweise erfunden um richtig loszuschlagen. Die US-Rüstungindustrie macht [...]
Der will den Krieg scheinbar unbedingt. Genau wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz gegen den Irak vor ungefähr 15 Jahren. Und natürlich werden jetzt wieder Beweise erfunden um richtig loszuschlagen. Die US-Rüstungindustrie macht offenbar Druck. Die brauchen wohl jedes Jahrzehnt einen Krieg.
häuptling83 31.05.2019
3. Gute Idee...
Allerdings würde ich an Boltons Stelle mal bei Colin Powell anfragen, ob nicht er die Präsentation vor der UNO übernehmen könnte. Immerhin gibt es in den US of A keinen, der mehr Erfahrung und Glaubwürdigkeit bei solchen [...]
Allerdings würde ich an Boltons Stelle mal bei Colin Powell anfragen, ob nicht er die Präsentation vor der UNO übernehmen könnte. Immerhin gibt es in den US of A keinen, der mehr Erfahrung und Glaubwürdigkeit bei solchen Angelegenheiten besitzt als er.
aequitas12 31.05.2019
4. Erinnerung:
Bolton war 2003, als die USA den Iran, gerechtfertigt mit gefälschten Geheimdienstdokumenten angriffen, Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit unter George W. Bush. Er hatte damals einen [...]
Bolton war 2003, als die USA den Iran, gerechtfertigt mit gefälschten Geheimdienstdokumenten angriffen, Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit unter George W. Bush. Er hatte damals einen maßgeblichen Anteil für die Legitimation des Irak Kriegs. Er ist ein Kriegsverbrecher und keine Sekunde vertrauenswürdig. Genausowenig wie die Trump Regierung insgesamt.
TestTheTester 31.05.2019
5. Amerikanische Beweise
Wenn Amerika klar einen Krieg anfangen möchte sollte man bei "amerikanischen Beweisen" immer vorsichtig sein ;)
Wenn Amerika klar einen Krieg anfangen möchte sollte man bei "amerikanischen Beweisen" immer vorsichtig sein ;)
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