Politik

Kaschmir-Konflikt

Pakistan will indischen Piloten freilassen

Im Kaschmir-Konflikt bemüht sich Pakistan um Entspannung: Der festgesetzte indische Pilot soll freigelassen werden. Ministerpräsident Khan soll zu einem Telefongespräch mit Indiens Premier bereit sein.

REUTERS

Proteste zur Freilassung des indischen Piloten.

Donnerstag, 28.02.2019   12:07 Uhr

Nach der jüngsten militärischen Konfrontation zwischen Pakistan und Indien will Pakistan offenbar einlenken. Der indische Pilot, der in pakistanischer Gefangenschaft ist, soll in einer Geste der Deeskalation an Indien übergeben werden. Das teilte Pakistans Premier Imran Khan heute mit. Die Freilassung sei eine "Geste des Friedens", solle aber "nicht als Zeichen der Schwäche missverstanden werden", sagte er.

Zuvor hatte Außenminister Shah Mehmood Qureshi mitgeteilt, dass Khan zu einem Telefongespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi bereit sei. Man wolle alles tun, was hilfreich sei, um Frieden wiederherzustellen, sagte Qureshi.

Zuletzt hatte Pakistan die Rolle der USA in dem Konflikt kritisiert. Der pakistanische Botschafter warf den USA vor, Indien unterstützt zu haben.

Die Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanisches Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei danach festgesetzt worden.

DER SPIEGEL

Auslöser des Konflikts war ein Autobombenanschlag eines Mannes aus dem indischen Teil Kaschmirs. Dabei waren 40 Angehörige der paramilitärischen Polizeitruppe CRPF getötet worden. Es war der schwerste Angriff auf indische Sicherheitskräfte in Kaschmir seit 30 Jahren.

Khan hatte bereits am Mittwoch in einer Fernsehansprache Indien Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen, weil in wenigen Monaten eine Parlamentswahl ansteht.

In den vergangenen Tagen, so auch in der Nacht zu Donnerstag, gab es Berichte über Schusswechsel und Truppenbewegungen entlang der De-facto-Grenze in Kaschmir.

mfh/dpa

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