Politik

US-Außenpolitik

Trump äußert Verständnis für Kims Kritik an Militärübung mit Südkorea

Donald Trump hat sich über Post von Kim Jong Un gefreut - und sich zugleich vom Verbündeten Südkorea distanziert. Außerdem spielte der US-Präsident die Raketentests Nordkoreas erneut herunter.

Evan Vucci/ DPA

Donald Trump kurz vor den Sommerferien: "Sehr schön, dreiseitig - ich meine, großartig von Anfang bis zum Ende - ein wirklich schöner Brief"

Freitag, 09.08.2019   19:51 Uhr

Bei der erhofften nuklearen Abrüstung Nordkoreas gibt es bislang keinen Fortschritt. Stattdessen testet das Land weiter Raketen, wie zuletzt am Dienstag. Trotz solcher Rückschläge und obwohl es sogar offene Feindseligkeit der kommunistischen Diktatur gegen die USA und ihre Verbündeten gibt - US-Präsident Donald Trump gibt sich überzeugt, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Ländern gut entwickelt.

Vor seinem Abflug aus der US-Hauptstadt Washington am Freitagvormittag sagte Trump, er habe einen neuen Brief von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erhalten. "Er hat wirklich einen sehr schönen, dreiseitigen - ich meine, großartig von Anfang bis zum Ende -, einen wirklich schönen Brief geschrieben." Das Schreiben sei "sehr positiv".

Trump erklärte aber auch, dass Kim sich darin über gemeinsame Militärübungen der USA und Südkoreas beschwert habe. Der nordkoreanische Machthaber sei darüber nicht glücklich gewesen. Auch er, Trump, möge die Übungen nicht, weil die USA dafür bezahlen müssten. "Wir sollten dafür entschädigt werden, das habe ich Südkorea auch gesagt."

DPA

Treffen vorzeitig abgebrochen: Donald Trump und "Freund" Kim Jong Un in Hanoi

Kim und Trump hatten sich Ende Juni bereits zum dritten Mal persönlich getroffen. Ein Gipfel zuvor war Ende Februar in Hanoi vorzeitig und ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Auch über Briefe haben sich die beiden mehrmals ausgetauscht. Trump hatte sich beinahe wortgleich wie am Freitag über frühere Schreiben geäußert, auch Kim gab sich euphorisch. Bis auf Ankündigungen von Verhandlungen gab es bislang jedoch kaum greifbare Resultate.

Trump redet Kims Raketentests erneut klein

Das abgeschottete kommunistische Regime hatte zuletzt mehrere Raketen getestet. Kim Jong Un bezeichnete den jüngsten dieser Tests am Dienstag als Warnung an Südkorea und die USA angesichts der gemeinsamen Manöver. Trotzdem, sagte Trump nun, er sei bereit, sich wieder mit Kim zu treffen.

Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts ballistischer Raketen, ungeachtet ihrer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Trump hatte die Tests heruntergespielt - und tat das auf dem Rasen des Weißen Hauses nun erneut: "Die getesteten Raketen waren alle Kurzstreckenraketen." Es habe sich nicht um ballistische Tests gehandelt, behauptete er, ehe er mit dem Hubschrauber zu seinem alljährlichen Urlaub in Richtung New York aufbrach.

cht/dpa/Reuters

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