Politik

Überfall auf Nordkoreas Botschaft

Gestohlene Daten wurden FBI angeboten

Im Februar überfielen Unbekannte die nordkoreanische Botschaft in Madrid. Spanische Zeitungen vermuteten dahinter eine Verbindung zur CIA. Nun hat Spaniens Oberstes Gericht eine Geheimhaltungsverfügung in dem Fall aufgehoben.

REUTERS

Nordkoreas Botschaft in Madrid

Dienstag, 26.03.2019   18:02 Uhr

Wenige Tage vor dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un am 27. Februar in Hanoi war eine Gruppe von zehn Personen in die nordkoreanische Botschaft in Madrid eingedrungen. Während sich die spanischen Behörden in dem Fall bedeckt hielten, legten Medien eine Verbindung mehrerer Beteiligter zum US-Auslandsgeheimdienst CIA nahe. Nun hat das Oberste Gericht eine Geheimhaltungsverfügung in dem Fall aufgehoben.

Richter Jose de la Mata gab bekannt, dass man Beweise für verschiedene Straftaten gefunden hätte, darunter Verletzungen, Drohungen und Einbrüche, die von "einer kriminellen Vereinigung" begangen wurden.

Der Überfall ereignete sich am 22. Februar gegen 15 Uhr in Madrid. Die Eindringlinge stürmten in die nordkoreanische Botschaft, fesselten mehrere Personen und nahmen Computer aus dem Gebäude mit. Einer der insgesamt zehn Eindringlinge habe dem Gericht zufolge wenige Tage nach dem Überfall das FBI kontaktiert und aus der Botschaft gestohlene Daten angeboten.

Das Gericht habe einen in den USA lebenden Mexikaner als Anführer der Gruppe identifiziert. Der Mann sei über Portugal in die USA geflohen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wollen die spanischen Richter ein Auslieferungsgesuch an Washington stellen. Unter den Beschuldigten seien auch ein US-Amerikaner und ein Südkoreaner.

Weitere Details zu den Ermittlungen waren zunächst nicht bekannt. Das US-Außenministerium war zu keiner Stellungnahme bereit.

asc/Reuters/AP

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