Politik

Nahostkonflikt

Israelische Soldaten erschießen vier militante Palästinenser an der Gaza-Grenze

Nachdem sich bewaffnete Palästinenser dem Grenzzaun zu Israel näherten, haben israelische Soldaten das Feuer eröffnet. Vier Menschen kamen dabei ums Leben.

Said Khatib/ AFP

Israelische Soldaten haben im Gazastreifen vier militante Palästinenser erschossen

Samstag, 10.08.2019   14:12 Uhr

Israelische Truppen haben vier Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen erschossen. Sie hätten sich am Samstag dem streng gesicherten Grenzzaun zu Israel genähert, teilte das israelische Militär mit. Die Soldaten hätten das Feuer eröffnet, nachdem einer der Männer über die Barriere geklettert sei und eine Granate auf die Soldaten warf. "Es wurde wohl ein sehr großer Anschlag auf Israel verhindert", sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus.

Die Palästinenser seien mithilfe von Überwachungskameras entdeckt worden, sagte der Armeesprecher. Demnach seien sie mit Sturmgewehren des Typs AK-47 (Kalaschnikow), Panzerbüchsen und Handgranaten bewaffnet gewesen. Auch eine Erste-Hilfe-Box und etwas Proviant sollen sie dabei gehabt haben.

Noch sei unklar, zu welcher Gruppierung die bewaffneten Männer gehörten. "Wir sehen die Hamas als verantwortlich für alle Vorfälle im Gazastreifen und erwarten von ihr, solche Ereignisse zu stoppen", heißt es beim israelischen Militär.

Fast 300 getötete Palästinenser

Israel hatte vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen. Die EU, Israel und die USA stufen die im Gazastreifen herrschende Hamas als Terrororganisation ein. Letztere hatte nach ihrem Wahlsieg 2006, der international nicht akzeptiert wurde, 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen.

Seit März 2018 demonstrieren Palästinenser dort regelmäßig gegen die Blockade des Küstenstreifens, in dem rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen leben. Die Demonstrationen münden häufig in Zusammenstößen mit israelischen Soldaten. Seither wurden fast 300 Palästinenser getötet, die meisten während solcher Proteste und Zusammenstöße. Die Zahl der getöteten Israelis liegt bei sieben.

Unter Vermittlung Ägyptens hatten Israel und die Hamas sich zuletzt allerdings auf eine Waffenruhe geeinigt. Israel erklärte sich in den Verhandlungen bereit, die Blockade des Gazastreifens zu lockern. Seitdem gingen die Proteste in den vergangenen Monaten zurück. Für den 17. September sind in Israel Parlamentswahlen angesetzt.

cfr/dpa/AFP

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