Politik

Berichte nordkoreanischer Staatsmedien

Kim Jong Un soll noch mehr Macht bekommen

Diktator allein reicht offenbar nicht: Nordkorea ändert laut Staatsmedien seine Verfassung, um die "monolithische Stellung des Machthabers" Kim Jong Un zu stärken.

DPA

Kim Jong Un: "Oberster Repräsentant des ganzen koreanischen Volkes"

Freitag, 30.08.2019   14:59 Uhr

Noch mehr Macht für Kim Jong Un: Nordkoreas Diktator hat sich vom Parlament des Landes noch mehr Macht und Würden verleihen lassen. Dafür wurde nach Angaben des Regimes die Verfassung geändert, um die "monolithische Stellung des Machthabers" zu festigen. Die Änderungen und Zusätze seien der Obersten Volksversammlung - Nordkoreas machtlosem Parlament - bei einer Sitzung zur Billigung vorgelegt worden, berichten Staatsmedien.

Die Änderungen betreffen unter anderem Kims diktatorische Machtfülle als Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten, die das höchste Entscheidungsgremium in dem abgeschotteten Land ist. Südkoreanische Medien sehen hinter den Änderungen die Absicht, Kims Autorität auf eine breitere legale Grundlage zu stellen und seine Befugnisse näher zu beschreiben.

Der Vorsitzende des Präsidiums der Volksversammlung, Choe Ryong Hae, wurde von den nordkoreanischen Medien mit den Worten zitiert, dass Kims legaler Status, in dem er "unseren Staat repräsentiert, weiter konsolidiert wurde". Zweck sei es, "die monolithische Führung des obersten Machthabers über sämtliche Staatsangelegenheiten sicherzustellen". Kim sei nun "Oberster Führer der Partei, des Staates und der bewaffneten Kräfte der Demokratischen Volksrepublik Korea".

Nordkoreas Parlament hatte Kim bereits bei einer Sitzung im April als Vorsitzenden der Kommission und damit auf dem höchsten Staatsposten bestätigt. Auch hatte sich Kim einen neuen Titel als "oberster Repräsentant des ganzen koreanischen Volkes" zugelegt.

Die Volksversammlung gilt im Ausland als Scheinparlament. Die Deputierten kommen normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen und diskutieren dabei über Budget- und Personalfragen sowie politische Richtlinien. Dabei werden weitgehend Beschlüsse der Arbeiterpartei ratifiziert.

mfh/dpa

insgesamt 25 Beiträge
spiegelleser987 30.08.2019
1.
Soll der nur mehr Macht bekommen oder will der noch viel mehr Geld? Der hat doch bisher nur ein Vermögen von 4,2 Mrd. Euro. Das Volk ist extrem ärmer und wir müssen deshalb in Zeiten der Hungersnot spenden. [...]
Soll der nur mehr Macht bekommen oder will der noch viel mehr Geld? Der hat doch bisher nur ein Vermögen von 4,2 Mrd. Euro. Das Volk ist extrem ärmer und wir müssen deshalb in Zeiten der Hungersnot spenden. https://www.vermoegenmagazin.de/kim-jong-un-vermoegen/ https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uno-sanktionswaechter-kritisieren-luxusautos-von-kim-jong-un-a-1257550.html
classwar! 30.08.2019
2. Warum nicht gleich zum GOTT erheben?
Das würde das ganze Procedere doch erheblich abkürzen ;-) Just my two cents ...
Das würde das ganze Procedere doch erheblich abkürzen ;-) Just my two cents ...
peter_tpp 30.08.2019
3. Nix Neues
Monolithische Demokratie. Ganz schön exotisch. Aber dann wieder auch nicht. Fürs Dritte Reich wurde in den 30 Jahren allen Ernstes der Begriff "Demokratischer Cäsarismus" geprägt.
Monolithische Demokratie. Ganz schön exotisch. Aber dann wieder auch nicht. Fürs Dritte Reich wurde in den 30 Jahren allen Ernstes der Begriff "Demokratischer Cäsarismus" geprägt.
The Restless 30.08.2019
4. Soll das bedeuten,
dass Kim's Machtfülle bisher nicht so ganz legal war?
dass Kim's Machtfülle bisher nicht so ganz legal war?
ludwig49 30.08.2019
5. Kaum zu glauben...
...wofür "demokratisch" alles mißbraucht wird. Ein Nordkoreaner ernennt sich zum Kaiser, ein Brite schließt das Parlament, ein Amerikaner will Grönland kaufen und in Alaska Wälder abholzen, ein Türke will wieder [...]
...wofür "demokratisch" alles mißbraucht wird. Ein Nordkoreaner ernennt sich zum Kaiser, ein Brite schließt das Parlament, ein Amerikaner will Grönland kaufen und in Alaska Wälder abholzen, ein Türke will wieder die Todesstrafe und am liebsten alles hinderliche wegsperren, ein Brasilianer posiert gerne mit Gewehr und gefährdet lebensnotwendige Regenwälder. Demokratie geht anders !

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