Politik

Bericht aus Seoul

Nordkorea soll erneut Raketen abgefeuert haben

Am Montag schlug das Regime in Pjöngjang vor, die Atomverhandlungen mit den USA Ende September wieder aufzunehmen. Nun meldet das südkoreanische Militär neue Waffentests des Nachbarlandes.

Jung Yeon-je/ AFP

Dieser Mann in Seoul sieht im Fernsehen einen früheren Raketenstart Nordkoreas

Dienstag, 10.09.2019   09:41 Uhr

Nordkorea hat offenbar erneut Raketen getestet. Zwei "Projektile" von kurzer Reichweite seien nach dem Start aus einer Region nördlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte am Dienstag mit. Die zunächst nicht näher identifizierten Projektile seien etwa 330 Kilometer weit geflogen. Das Militär überwache die Lage und sei im Falle weiterer Waffentests durch Nordkorea in Bereitschaft.

Der Nationale Sicherheitsrat in Seoul äußerte, ähnlich wie schon bei den nordkoreanischen Raketentests in den vergangenen Woche, "große Besorgnis" wegen des neuen Tests. Der Generalstab rief das abgeschottete Nachbarland auf, Aktionen zu unterlassen, die zu weiteren Spannungen führen könnten. Ein Vertreter der US-Regierung sagte, man beobachte die Lage und stehe in engem Austausch mit den Verbündeten in der Region.

Raketentests als Druckmittel?

In Südkorea wurde spekuliert, Nordkorea könnte mit den neuen Raketentests den Druck auf die USA erhöhen wollen, auf seine Forderungen im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm einzugehen. Nordkoreas Vizeaußenministerin Choe Son Hui hatte am Montag deutlich gemacht, dass ihre Regierung weiterhin von Washington neue Vorschläge erwarte, die Pjöngjang zufrieden stellen müssten.

Sie sagte, dass bilaterale Arbeitsgespräche Ende dieses Monats stattfinden könnten. Ihr Land sei zu Gesprächen über alle Probleme bereit, über die beide Seiten bisher diskutiert hätten. US-Präsident Donald Trump nannte die Botschaft aus Pjöngjang "interessant", ließ aber zunächst offen, ob es bald zu einem Treffen kommen könnte.

Trump hatte sich bei einem kurzen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un Ende Juni an der innerkoreanischen Grenze darauf geeinigt, Arbeitsgruppen zur Abrüstung in der Region zu bilden. Doch solche Gespräche zwischen beiden Seiten kamen bisher nicht zustande. Im Februar war ein Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim gescheitert.

Nordkorea leidet unter harten Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA. Die Regierung in Washington will die Sanktionen jedoch beibehalten, solange das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist. In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea auch wieder eine Reihe von Raketen getestet, darunter ballistische Kurzstreckenraketen. Uno-Resolutionen verbieten dem Land jegliche Tests ballistischer Raketen.

aar/dpa/AFP

insgesamt 1 Beitrag
geotie1 10.09.2019
1.
Hauptsache die Raketen fliegen und das Land, was wirklich kaum einer haben will, ist geschützt. Egal ob die Leute Hungern und sich nicht von den Vorteilen dieses eigenen Kommunismus, ähh Diktatur, überzeugen dürfen. Es wird [...]
Hauptsache die Raketen fliegen und das Land, was wirklich kaum einer haben will, ist geschützt. Egal ob die Leute Hungern und sich nicht von den Vorteilen dieses eigenen Kommunismus, ähh Diktatur, überzeugen dürfen. Es wird einfach verordnet! Und dann gibt es Leute, die diese Art zu regieren auch noch verteidigen. Solange man nicht selbst in der Unterschicht lebt....

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