Politik

Trump über Korea-Gipfel

War was?

Treffen sich Donald Trump und Kim Jong Un etwa doch? Nach tagelangem Hin und Her äußert sich der US-Präsident nun so, als hätte es seine Absage nie gegeben.

Foto: AP
Sonntag, 27.05.2018   13:30 Uhr

Nach seiner Absage rechnet US-Präsident Donald Trump offenbar nun doch wieder mit dem Zustandekommen des Treffens mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. Die Angelegenheit entwickle sich "sehr gut", sagte Trump in Washington.

"Wir streben den 12. Juni in Singapur an. Daran hat sich nichts geändert." Derzeit liefen weitere Besprechungen. "Ich glaube, dass es viel Wohlwollen gibt", sagte Trump.

Nordkoreas Machthaber Kim hatte sich zuvor überraschend mit Südkoreas Präsident Moon Jae In getroffen. Kim bekräftigte bei dem Gespräch laut Berichten der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA seinen "festen Willen" für das Treffen mit Trump. Die Männer trafen sich im Grenzort Panmunjom.

"Feste Entschlossenheit zur vollständigen Denuklearisierung"

Südkoreas Präsident Moon sagte anschließend, Kim wolle durch ein Treffen mit dem US-Präsidenten ein Ende der "Geschichte des Krieges und der Konfrontation" herbeiführen. Kim strebe laut Moon nach einer Kooperation für "Frieden und Wohlstand".

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Korea-Gipfel: Zur Not dann eben ohne Trump

Darüber hinaus habe Nordkoreas Machthaber seine "feste Entschlossenheit zur vollständigen Denuklearisierung" bekräftigt, sagte Moon. Allerdings habe sich Kim besorgt gezeigt, ob die USA ihre "feindliche Politik" gegenüber Pjöngjang nach der atomaren Abrüstung einstellen und die "Sicherheit seiner Regierung" garantieren würden.

Auch zwischen Nord- und Südkorea sollen die Spitzengespräche fortgesetzt werden. Kim sagte laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA, beide Staaten sollten "positiv zusammenarbeiten" und "Mechanismen für einen dauerhaften und beständigen Frieden" entwickeln. Dafür seien weitere "hochrangige" Gespräche für den 1. Juni anberaumt worden. Auch die Staatschefs wollen sich laut KCNA künftig "regelmäßig" treffen.

Chinas Hoffnung

Nordkoreas Verbündeter China setzt nach eigenen Angaben Hoffnungen auf das Treffen. Man hoffe, dass der Gipfel mit Donald Trump und Kim Jong Un wie geplant stattfinden könne und erfolgreich sei, teilte das Außenministerium mit. Der direkte Dialog zwischen den Staatsoberhäuptern sei elementar, um den Streit um das Atomprogramm zu klären.

China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Es hat in dem Konflikt eine gespaltene Haltung: Zwar will Peking in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen, um das Risiko eines Atomkrieges zu minimieren. Zugleich fürchtet China jedoch einen Kollaps Nordkoreas, weil der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte.

Russland und Japan mahnten unterdessen zu Zurückhaltung im Nordkorea-Konflikt. Es dürfe keine neue Konfrontation geben, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Moskau.

In der Region müsse eine Atmosphäre des Friedens gewahrt werden. Japan fühlt sich durch das nordkoreanische Atomwaffenprogramm bedroht. Abe forderte Nordkorea zu einer vollständigen und nachprüfbaren Denuklearisierung auf.

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Trump hatte das geplante Gipfeltreffen mit Kim am Donnerstag unter Verweis auf "offene Feindseligkeit" Nordkoreas abgesagt. Nachdem sich das Land trotzdem weiter offen für direkte Gespräche zeigte, änderte Trump erneut den Kurs und erklärte kaum 24 Stunden später, das geplante Gipfeltreffen sei weiter möglich.

Bereits am Samstag hatte es in Washington geheißen, dass die Vorbereitungen für das Treffen fortgesetzt würden. Ein Team der US-Regierung werde wie geplant nach Singapur reisen, um alles für den Fall vorzubereiten, dass die Begegnung stattfinde, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders.

jpz/AFP/AP/Reuters/dpa

insgesamt 129 Beiträge
Ein_denkender_Querulant 27.05.2018
1. Einfach ignorieren
Er redet Hü und Hott, kündigt Verträge, ist nicht in der Lage, neue zu schließen. Der beste Weg mit Trump umzugehen, ist es, ihn einfach zu ignorieren und auf seine absurden einseitigen Angriffe, z.B. mit Zöllen aus Gründen [...]
Er redet Hü und Hott, kündigt Verträge, ist nicht in der Lage, neue zu schließen. Der beste Weg mit Trump umzugehen, ist es, ihn einfach zu ignorieren und auf seine absurden einseitigen Angriffe, z.B. mit Zöllen aus Gründen der nationalen Sicherheit, moderat aber entschieden zu reagieren. Ich hoffe für Korea, dass der "Irre aus Washington", um den EU-Parlamentarier Sonneborn zu zitieren, den Annäherungsprozess nicht kaputt macht, weil es nur um amerikanische Interessen geht. Hoffentlich finden die beiden Koreanischen Staaten eine für sie sinnvolle Lösung.
hm2013_3 27.05.2018
2. es ging wohl um die Gedenkmünzen
manche haben sie in den vorigen Tagen billiger gekauft und können sie nun mit einem wahnsinnig guten Profit weiterverkaufen
manche haben sie in den vorigen Tagen billiger gekauft und können sie nun mit einem wahnsinnig guten Profit weiterverkaufen
artusdanielhoerfeld 27.05.2018
3. Ach, bitte!
Liebe Leute von SPON: Sie müssen sich nicht dümmer stellen, als Sie sind. Trumps Verhandlungstaktik hat erreicht, dass die Nordkoreaner nun ernsthaft an Gesprächen interessiert sind und ihre zuvorigen Provokationen bleiben [...]
Liebe Leute von SPON: Sie müssen sich nicht dümmer stellen, als Sie sind. Trumps Verhandlungstaktik hat erreicht, dass die Nordkoreaner nun ernsthaft an Gesprächen interessiert sind und ihre zuvorigen Provokationen bleiben lassen. Auch die Chinesen, nicht zuletzt wegen der ZTE-Krise, sind nun friedlich. Da Sie aber keine Kritik ertragen können, werden Sie diesen Kommentar zensieren. Sie können gar nicht anders!
Schmitz70 27.05.2018
4. Die USA sind Teil des Problems ...
...., nicht der Lösung. Niemand braucht so eine USA. Nur Volldeppen erwarten positives von anderen Volldeppen.
...., nicht der Lösung. Niemand braucht so eine USA. Nur Volldeppen erwarten positives von anderen Volldeppen.
Atheist_Crusader 27.05.2018
5.
Die USA können keine Garantie geben auf die sich irgendjemand verlassen könnte. Nicht nach den Äußerungen über eine Lösung á la Libyen und schon gar nicht nach dem Rückzug aus dem Iran-Abkommen. Nordkorea schwafelt um [...]
Die USA können keine Garantie geben auf die sich irgendjemand verlassen könnte. Nicht nach den Äußerungen über eine Lösung á la Libyen und schon gar nicht nach dem Rückzug aus dem Iran-Abkommen. Nordkorea schwafelt um zu deskalieren. Bisher sind sie mit ihren Drohungen soweit durchgekommen, weil auf der anderen Seite immer vernünftige Menschen saßen die keinen Krieg wollten. Jetzt aber sitzt ihm Jemand gegenüber, der absolut keine Skrupel hat die ganze koreanische Halbinsel im atomaren Feuer vergehen zu sehen nur um nicht zugeben zu müssen dass er einen Fehler gemacht hat. Mein Vorhersage: Falls das Treffen stattfindet wird es schlimmstenfalls frühzeitig beendet, weil hier zwei mächtige aber menschlich vollkommen unreife Egos aufeinanderprallen und sowas selten lange gutgeht. Im besten Fall gibt es ein paar wertlose Zusagen aber es wird nichts Substanzielles passieren.

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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