Politik

Korea-Konflikt

Kim Jong Un trifft überraschend Südkoreas Präsident

Zeichen der Entspannung? Südkoreas Präsident Moon und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un haben sich überraschend zum zweiten Mal getroffen. Das teilte das Präsidialamt in Seoul mit.

Foto: REUTERS
Samstag, 26.05.2018   13:22 Uhr

Donald Trumps Wendungen in der Koreapolitik haben in den vergangenen Tagen Schlagzeilen gemacht. Erst wollte der US-Präsident Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un direkt treffen - dann sagte er plötzlich ab. Nur um kurz darauf wieder in Aussicht zu stellen, es könne doch noch zu einem direkten Gespräch am 12. Juni kommen.

Unterdessen gibt es neue Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel selbst. Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In haben sich überraschend zu einem zweiten persönlichen Gespräch getroffen.

Beide hätten sich ausgetauscht, um den Weg für ein Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump zu ebnen, teilte das südkoreanische Präsidialamt am Samstag in Seoul mit. Moon wolle am Sonntag über das Ergebnis der zweistündigen Beratungen informieren, die auf nordkoreanischem Territorium kurz hinter der Grenze zwischen beiden Staaten stattfanden.

Es war bereits der zweite direkte bilaterale Kontakt binnen zweier Monate. Moon und Kim hatten sich bereits im April getroffen. Für den damaligen Gipfel hatte Kim als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) die schwer bewachte Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten.

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Korea-Gipfel: Zur Not dann eben ohne Trump

Trump hatte am Donnerstag ein Statement veröffentlicht - und das seit Langem geplante Treffen mit Kim abgesagt. Darin hieß es, leider habe Nordkorea zuletzt "enormen Ärger und offene Feindseligkeit" erkennen lassen, er halte deswegen ein Treffen zum jetzigen Zeitpunkt für unangemessen. Zugleich hob er die Schlagkraft des Atomwaffenarsenals der USA hervor: "Our capacities are so massive and powerful that I pray to God they will never have to be used", schrieb Trump.

Nach der Absage verdichteten sich Hinweise, der US-Alliierte Südkorea wolle dennoch weitere Versuche unternehmen, direkte Gespräche mit dem Norden zu führen - zur Not auch ohne Trump (hier geht's zu einem SPON-Hintergrundbericht über die südkoreanische Initiative).

Der Konflikt um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas beschäftigt die internationale Staatengemeinschaft bereits seit Jahrzehnten. Das Land ist international weitgehend isoliert. Sein wichtigster Verbündeter ist China. Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea bis heute im Kriegszustand. Nach Angaben der Führung in Pjöngjang verfügt Nordkorea über Nuklearwaffen, mit denen es seine Nachbarstaaten und auch die USA treffen könnte.

Ein Treffen mit einem Machthaber Nordkoreas hatte die US-Seite vor Trumps Amtszeit stets mit dem Hinweis abgelehnt, die nordkoreanische Führung müsse als Voraussetzung dafür erst den Verzicht auf sein Atomprogramm erklären.

Endlich Verständlich - Alle Fakten zu Nordkorea

beb/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 43 Beiträge
ihawk 26.05.2018
1. Frieden auch ohne Donald Trump?
Für mich stellt sich eine ungewöhnliche Frage: Brauchen die Beiden eigentlich die US Regierung um Frieden zu schließen. Weltpolitisch wird es für DT schwierig, da dagegen zu steuern ohne als Kriegstreiber dazustehen.
Für mich stellt sich eine ungewöhnliche Frage: Brauchen die Beiden eigentlich die US Regierung um Frieden zu schließen. Weltpolitisch wird es für DT schwierig, da dagegen zu steuern ohne als Kriegstreiber dazustehen.
Beat Adler 26.05.2018
2. Diplomaten muessen wieder in die Schule gehen
Diplomaten muessen wieder in die Schule gehen. Wenn sie Trump - Pompeo - Bolton treffen wollen, sollten sie in Wahrsagerei unterrichtet sein, Kaffeesatz lesen koennen, ihre Kristallkugel hochpolieren und an jede Sitzung Wuerfel [...]
Diplomaten muessen wieder in die Schule gehen. Wenn sie Trump - Pompeo - Bolton treffen wollen, sollten sie in Wahrsagerei unterrichtet sein, Kaffeesatz lesen koennen, ihre Kristallkugel hochpolieren und an jede Sitzung Wuerfel mitnehmen. Am Ende der Diskussion sollen sie dann wuerfeln, ob sie nicht doch noch das Orakel von Delphi konsultieren sollten. Zum Gluck fuer uns Alle, ist es China, das entscheidet, nur und ausschliesslich China das entscheidet, wie und in welchem Zeitraum Nordkorea seine Atomwaffen abruestet. Der chinesische Premierminister Li sagte es Angela Merkel und der Weltoeffentlichkeit ein mal mehr bestimmt und deutlich: China duldet keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel. Punkt. Im Gegensatz zu einem Trump Tweet ist das verlaesslich;-) mfG Beat
ebieberich 26.05.2018
3. Wenn er smart ist laesst er die beiden erstmal machen
Innenpolitisch kann Trump das jetzt schon als Erfolg verbuchen. Jede Einmischung wuerde nur stoeren. Ob er sich allerdings wie die Chinesen (oeffentlich) heraushalten kann ist fraglich. Zu wuenschen waere es den beiden Koreas, [...]
Zitat von ihawkFür mich stellt sich eine ungewöhnliche Frage: Brauchen die Beiden eigentlich die US Regierung um Frieden zu schließen. Weltpolitisch wird es für DT schwierig, da dagegen zu steuern ohne als Kriegstreiber dazustehen.
Innenpolitisch kann Trump das jetzt schon als Erfolg verbuchen. Jede Einmischung wuerde nur stoeren. Ob er sich allerdings wie die Chinesen (oeffentlich) heraushalten kann ist fraglich. Zu wuenschen waere es den beiden Koreas, da sie sehr gut ohne Trump (und vor allem Bolton) klarkommen. Trump braucht dann nur noch zu gratulieren. Vielleicht sollte eher Moon den Friedensnobelpreis bekommen.
dunnhaupt 26.05.2018
4. China zieht am Schnürchen
,,, und es klappt offenbar auch wie am Schnürchen. Weder Koreaner noch Chinesen mögen die Anwesenheit der Amerikaner in Asien. Also verkünden sie morgen einfach das Ende des Koreakriegs und den Ausbruch des Friedens. [...]
,,, und es klappt offenbar auch wie am Schnürchen. Weder Koreaner noch Chinesen mögen die Anwesenheit der Amerikaner in Asien. Also verkünden sie morgen einfach das Ende des Koreakriegs und den Ausbruch des Friedens. Fahnengeflatter und Friede, Freude, Eierkuchen. Bleibt nur noch Trumps Unterzeichnung des Friedensvertrags von Singapur, womit der letzte Vorwand für die Anwesenheit amerikanischer Truppen beseitigt ist.
Marut 26.05.2018
5. Sie zeigen es der Welt....
....man braucht ein Amerika mit einer Trumpschen Unzuverlässigkeit nicht, man auch auch ohne ihn Verständigungspolitik machen. Es wird immer deutlicher; who the fuck needs Trump!
....man braucht ein Amerika mit einer Trumpschen Unzuverlässigkeit nicht, man auch auch ohne ihn Verständigungspolitik machen. Es wird immer deutlicher; who the fuck needs Trump!

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Endlich Verständlich - Alle Fakten zu Nordkorea

Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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