Politik

Militärbericht

Nordkorea soll Geschosse ins Meer gefeuert haben

Erst vor wenigen Tagen soll Nordkorea Raketen getestet haben, nun sind offenbar erneut Geschosse ins Meer geflogen. Südkoreas Militär beobachtet seinen Nachbarn.

AP

In Südkorea protestieren Menschen gegen die Raketentests im Nachbarland

Dienstag, 06.08.2019   00:13 Uhr

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas erneut Geschosse in das Japanische Meer abgefeuert. Bislang seien diese nicht genauer identifiziert, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär. Die Geschosse seien von der Ostküste am frühen Morgen gestartet worden. Das Militär beobachte die Lage. Weitere Angaben gab es zunächst nicht.

Yonhap berichtete unter Berufung auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA weiter, Pjöngjang protestiere gegen die gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA.

Das nordkoreanische Militär hatte am Donnerstag nach südkoreanischen Angaben bereits zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert und diese als Reaktion auf Militärübungen Südkoreas gerechtfertigt. Beide Raketen stürzten den Angaben zufolge ins Japanische Meer.

Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Juni bei einem Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

ptz/dpa

insgesamt 7 Beiträge
frankfurtbeat 06.08.2019
1. nun ...
nun solange Südkorea zusammen mit den USA immer wieder auf´s Neue Mannöver vor der Haustüre Kim´s abhalten ... provozieren sie damit weitere Aktionen Nordkorea´s - Aktion bedingt Reaktion. Auch wenn Trump herum posaunt das [...]
nun solange Südkorea zusammen mit den USA immer wieder auf´s Neue Mannöver vor der Haustüre Kim´s abhalten ... provozieren sie damit weitere Aktionen Nordkorea´s - Aktion bedingt Reaktion. Auch wenn Trump herum posaunt das Kim ein Freund sei ... billiges blablabla ... Kim ist sicherlich intelligenter (viel braucht´s nicht dazu) und wird sich, wie der Rest der Welt seinen Teil denken.
AndreasKurtz 06.08.2019
2. So what?
Skandal? Nee, der Skandal ist, dass die USA aus allen Abrüstungsverträgen aussteigen, neue Atomwaffen entwickeln und gleichzeitig ihre Militärdoktrin verändern um letztere leichter einsetzen zu dürfen. Dass die NATO und damit [...]
Skandal? Nee, der Skandal ist, dass die USA aus allen Abrüstungsverträgen aussteigen, neue Atomwaffen entwickeln und gleichzeitig ihre Militärdoktrin verändern um letztere leichter einsetzen zu dürfen. Dass die NATO und damit Deutschland das gut finden und dass es weltweit keine ensten Abrüstungsbemühungen gibt, dass Israel heimlich-offen Nukearwaffen besitzt und Raketen entwickelt ist genauso ein Skandal. Was Nordkorea in diesem Kontext macht ist stinknormal. Aber eben dass es so normal ist, ist das wirkliche Problem. Und zwar ein mindestens so großes wie der Klimawandel.
eichenbohle 06.08.2019
3. Fuchs zum Igel
Der Fuchs sprach zum Igel: "Lege dein Stachelfell ab, sonst wird es keinen Frieden geben!" Was mit Igeln passiert, die nicht wehrhaft sind, hat man ja bei Panama, Grenada, Afghanistan, Irak und Libyen gesehen. US [...]
Der Fuchs sprach zum Igel: "Lege dein Stachelfell ab, sonst wird es keinen Frieden geben!" Was mit Igeln passiert, die nicht wehrhaft sind, hat man ja bei Panama, Grenada, Afghanistan, Irak und Libyen gesehen. US Truppen drangen auch erst in Syrien ein, nach dem es seine Chemiewaffen vernichtet hatte. Trump hatte den Atomvertrag mit dem lran gekündigt und kurz danach einen "deal" angeboten. Ein neuer Atomvertrag, der den Abbau der iranischen Raketensysteme beinhalten sollte. Aber der "Igel" sagte nööö. Dann wurden die Krallen ausgefahren um den Igel zur Aufgabe zu zwingen. Aber der wehrt sich noch, genau wie N-Korea.
Zuspitze 06.08.2019
4. Es handelt sich doch lediglich um Scheinkonflikte
Trump kündigt den Atomwaffenvertrag in Abstimmung mit Putin lediglich deshalb auf, damit sie China in die macht- und militärpolitische Zange nehmen können. Zudem sorgen neue Waffensysteme - wenn auch auf Pump beschafft - für [...]
Trump kündigt den Atomwaffenvertrag in Abstimmung mit Putin lediglich deshalb auf, damit sie China in die macht- und militärpolitische Zange nehmen können. Zudem sorgen neue Waffensysteme - wenn auch auf Pump beschafft - für neue Arbeitsplätze in den USA. Und Trumps bester Freund Kim macht seine Tests ja ganz offensichtlich auch in Abstimmung mit seinem Busenfreund. Ob es bei Trump dafür ein Konzept gibt? Das weiß nur Trump. Eher nicht. Aber er kann sich innenpolitisch bei seinen Anhängern feiern lassen. Die Interessiert eh keine Wirklichkeit.
drent 06.08.2019
5. Geschoße ins Meer
Verstößt doch gegen alle Naturschutzgebote. Leidtragende sind die Fische etc.
Verstößt doch gegen alle Naturschutzgebote. Leidtragende sind die Fische etc.

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP