Politik

Mit Stimmen der ÖVP und FPÖ

Österreich beschließt Kopftuchverbot an Grundschulen

In Grundschulen in Österreich dürfen Kinder keine Kopftücher mehr tragen. Das beschloss das Parlament - mit Stimmen der rechtskonservativen Regierung. Ob das Gesetz aber auch vollzogen wird, ist noch nicht klar.

Peter Steffen/DPA

Kopftücher werden in Österreichs Grundschulen künftig verboten (Symbolbild)

Mittwoch, 15.05.2019   22:40 Uhr

Das österreichische Parlament hat ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. Mit der Entscheidung, die mit den Stimmen der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ durchgesetzt wurde, wird künftig "das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist", untersagt.

Ausgenommen sind damit Verbände aus medizinischen Gründen oder Kopfbedeckungen als Schutz vor Regen oder Schnee. Die jüdische Kippa etwa bleibt erlaubt, da sich das Verbot auf Kleidungsstücke bezieht, "welche das gesamte Haupthaar oder große Teile dessen verhüllen". Es ist davon auszugehen, dass es Beschwerden gegen das Gesetz vor dem Verfassungsgerichtshof geben wird.

Durch den Vorstoß der rechtskonservativen Regierung in Österreich griff auch Nordrhein-Westfalen die Diskussion auf und kündigte an, ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren zu prüfen. Kinder in diesem Alter seien religiös unmündig, lautete die Argumentation. Das Kopftuch zwinge sie in vorgefertigte Geschlechterrollen.

SPIEGEL ONLINE hatte bei muslimisch lebenden Menschen nachgefragt, was sie von einem entsprechenden Verbot halten. Die Antworten lesen Sie hier.

Im Video: Religiöse Kopfbedeckungen - Können Haare Sünde sein?

Foto: ORF

hba/dpa

insgesamt 83 Beiträge
der-junge-scharwenka 15.05.2019
1. Säkularisierung?
Ich begrüße die Entscheidung im Interesse der Säkularisierung ausdrücklich. Konsequent wäre sie allerdings erst dann, wenn das Tragen von Zeichen jedweder Religion in Schulen untersagt würde, also auch der in Österreich [...]
Ich begrüße die Entscheidung im Interesse der Säkularisierung ausdrücklich. Konsequent wäre sie allerdings erst dann, wenn das Tragen von Zeichen jedweder Religion in Schulen untersagt würde, also auch der in Österreich tatsächlich vorherrschenden. Oder wenn umgekehrt alle Religionsbekenntnisse gleichermaßen zugelassen würden: Erst dann wäre eine Unterschiedslosigkeit wirklich sichergestellt. Ich habe nicht die Erwartung, dass die ÖVP-FPÖ-Truppe den Mut zu dieser Konsequenz hat oder auch nur haben will. Und so bleibt das, was ein Säkularisierungsansatz sein könnte, eben doch nur das linkische Diskriminieren einer bestimmten Religion. Und sie denken sich nicht einmal etwas dabei...
Paddel2 15.05.2019
2. Es gibt nur eine sinnvolle Regel
In Bildungseinrichtungen haben religiöse Symbole nichts verloren. Gleiches gilt für religiösen Unterricht. Ich möchte in einem selbstbewussten Land leben, dass sich von den Fesseln der Religionen befreit hat. Keine Erhebung [...]
In Bildungseinrichtungen haben religiöse Symbole nichts verloren. Gleiches gilt für religiösen Unterricht. Ich möchte in einem selbstbewussten Land leben, dass sich von den Fesseln der Religionen befreit hat. Keine Erhebung von Kirchensteuer mehr durch den Staat, keine sozialen Einrichtungen unter der Ideologie religiöser Trägerschaften, keine Akzeptanz eines Kirchenrechts, kein Relionsunterricht an deutschen Schulen, das Untersagen religiöser Symbole in staatlichen Einrichtungen. Religonsausübung ist Privatsache und darf in einem freien Land jeder in dessen Freizeit praktizieren. Aber nur dort! Das ist meine Vorstellung von Deutschland und dafür setze ich mich ein.
a.meyer79 15.05.2019
3. Richtig so
Es kann nicht sein, dass Mädchen, nur weil sie geschlechtsreif werden, ein Kopftuch tragen müssen. Es ist gut, wenn junge Menschen, ob Mädchen oder Jungens, sich möglichst ausleben dürfen, in jeglicher Hinsicht. Vor allem [...]
Es kann nicht sein, dass Mädchen, nur weil sie geschlechtsreif werden, ein Kopftuch tragen müssen. Es ist gut, wenn junge Menschen, ob Mädchen oder Jungens, sich möglichst ausleben dürfen, in jeglicher Hinsicht. Vor allem dürfen sie SELBER über ihren Körper entscheiden. Dass mancher muslimischer Kerl und Vater das nicht wahrhaben möchte ist dann leider sein Problem. Die Frauen bei uns sind frei. Wir brauchen diesen Teil dieser Kultur nun wirklich nicht.
mucschwabe 16.05.2019
4.
Das ist menschenverachtende Diskriminierung! Unfassbar! Was kommt als nächstes? Hat man in Österreich so Angst vor einem Kopftuch? Meine Großmutter hat als Bäuerin auf dem Land zeitlebens ein Kopftuch getragen. Wenn ihr [...]
Das ist menschenverachtende Diskriminierung! Unfassbar! Was kommt als nächstes? Hat man in Österreich so Angst vor einem Kopftuch? Meine Großmutter hat als Bäuerin auf dem Land zeitlebens ein Kopftuch getragen. Wenn ihr wirklich wollt, dass euch Menschen hassen und gewaltig werden, dann nehmt ihnen die Freiheit und diskriminiert Sie!
Darkqueen 16.05.2019
5.
Wenn Kinder unter 14 Religionsunmümndig sind warum werden dann Kinder in der katholischen Kirche zur Komunion und auch zur Firmung gezwungen soillte das dann nichtg alles nach dem 14 Lebensjahr stattfinden, vielleicht sollte man [...]
Wenn Kinder unter 14 Religionsunmümndig sind warum werden dann Kinder in der katholischen Kirche zur Komunion und auch zur Firmung gezwungen soillte das dann nichtg alles nach dem 14 Lebensjahr stattfinden, vielleicht sollte man dan auch die Kindertaufe verbieten das das Kind selber entscheoiden kann welcher Religion es angehören will
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