Politik

Pressestimmen zum Brexit-"Super Saturday"

"Ein Parlament der Esel, geführt von Fadenwürmern"

"Der Tag endete im Chaos", schreibt der "Guardian" - ganz so, als ob zuvor alles in geordneten Bahnen gelaufen wäre. Pressestimmen zum vertagten Brexit-Votum am "Super Saturday".

Kirsty Wigglesworth/AP

"Nightmare on Downing Street" - Demonstration in London am Samstag

Sonntag, 20.10.2019   09:58 Uhr

"Sunday Times":

"Die Stimmung wird sich wieder beruhigen, aber eines ist auffallend deutlich: Wenn es zu einer Neuwahl kommt, sollten wir sie nicht weiter verzögern. Nachdem Downing Street bei der Vertagung des Parlaments getrickst hat, könnten Boris Johnsons Gegner für eine Verzögerung der Wahlen eintreten, um einen No-Deal-Brexit zu verhindern. Derzeit sind solche Argumente aber nicht passend. Die Labour-Partei pocht darauf, dass sie keine Angst vor einer Wahl hat. Sie sollte dies nun beweisen."

"The Guardian":

"Der Tag endete im Chaos, mit einem schlecht gelaunten Jacob Rees-Mogg, der sich weigerte, irgendjemandem zu sagen, was genau die Regierung für die kommende Woche plant. Sie könnte versuchen, am Montag noch einmal über ihren Vorschlag abstimmen zu lassen - vielleicht aber auch nicht. Es solle Abstimmungen geben. Manche bedeutend, andere bedeutungslos. Ein Parlament der Esel, geführt von Fadenwürmern. Und nicht einmal sonderlich intelligenten."

Foto: SPIEGEL ONLINE

"Mail on Sunday":

"Der nationale Blutdruck hat einen gefährlichen Punkt erreicht. Kann unsere politische Klasse wirklich nicht verstehen, dass sie nicht länger so tun kann, als spielten sie Teenager-Spiele in einem Hochschul-Debattierclub?

Jeder weitere gescheiterte Versuch des Parlaments, sich auf einen geregelten Brexit zu einigen, verstärkt den Druck auf unsere Verfassung. Das Vertrauen ins Unterhaus, Ort der Weisheit, Erfahrung und Verantwortung, ist fast vollständig verloren. Und es wird auch nicht so bald zurückkehren. Wie der Premierminister gestern ganz richtig sagte, zerfrisst das Verhalten der Abgeordneten das Vertrauen der Öffentlichkeit. Noch viel mehr davon, und unsere gesamte Tradition der parlamentarischen Politik könnte in Gefahr geraten."

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"Neue Zürcher Zeitung am Sonntag":

"Es reicht nicht, einen No Deal, also einen vertragslosen Austritt, zu verhindern. Irgendwann muss man dafür auch einem Deal zustimmen. Die Abgeordneten müssen aufhören, nur regionale oder parteitaktische Interessen zu verfolgen. Es geht nun darum, das Land aus seiner Blockade zu erlösen. Wenn das Parlament nächste Woche Johnsons Vertrag abschmettert, gibt es nur eins: Neuwahlen. Vielen wird dann das Lachen vergehen."

"Zeit Online":

"Das Gezerre mit dem Parlament wird daher - so traurig es ist - noch länger weitergehen. Denn selbst wenn dieser Deal bis zum 31. Oktober wirklich beschlossen wird, beginnen die Verhandlungen von Neuem. Schließlich soll bis Ende 2020 zwischen EU und Großbritannien ein Freihandelsvertrag stehen. Und am Ende dessen steht wieder die Gefahr des No-Deal-Brexits. Dieser Samstag war daher wieder nur ein letztlich unbedeutender Zwischenschritt auf dem zermürbend langen Weg Großbritanniens aus der EU."

pbe/dpa

insgesamt 61 Beiträge
Pfaffenwinkel 20.10.2019
1. Ein Käfig voller Narren
Die britische Regierung ist nur noch mit sich selber und dem Brexit beschäftigt. Wer regiert derzeit eigentlich?
Die britische Regierung ist nur noch mit sich selber und dem Brexit beschäftigt. Wer regiert derzeit eigentlich?
redakteurbln 20.10.2019
2. Fadenwurm
Der Fadenwurm nistet sich in seinem Wirt ein, bringt ihn dazu, sich zum Wasser zu bewegen, um dort als Wirt zu ertrinken. Der Fadenwurm kann sich dann im Wasser paaren. Insofern nistet sich hier der Fadenwurm in der Gruppe der [...]
Der Fadenwurm nistet sich in seinem Wirt ein, bringt ihn dazu, sich zum Wasser zu bewegen, um dort als Wirt zu ertrinken. Der Fadenwurm kann sich dann im Wasser paaren. Insofern nistet sich hier der Fadenwurm in der Gruppe der Brextiers ein, die wirtschaftlich und sozial absaufen werden. Alle Planspiele sprechend dafür, dass das Vereinigte Königreich auf katastrophale Zustände zusteuert. Den Fadenwurm interessiert sich nicht für den Wirt und die Umstände.
siryanow 20.10.2019
3.
allerletzte Meldung: die Britt-Parliamenteers haben sich Samstag im Irish Pub getroffen um dort einen oder mehrere zu heben .
allerletzte Meldung: die Britt-Parliamenteers haben sich Samstag im Irish Pub getroffen um dort einen oder mehrere zu heben .
MyMoon 20.10.2019
4. Bitte geht
Ich glaube die größte Strafe für den Brexit den die Briten für ihre Wahlentscheidung bekommen ist das Hickhack das es seitdem gibt. Es ist eine neue Art der psychischen Folter. Vergleichbar mit einer Beziehung wo jemand [...]
Ich glaube die größte Strafe für den Brexit den die Briten für ihre Wahlentscheidung bekommen ist das Hickhack das es seitdem gibt. Es ist eine neue Art der psychischen Folter. Vergleichbar mit einer Beziehung wo jemand Schluss macht mit seinem langjährigen Partnerin und droht im Streit auszuziehen, aber keine Wohnung findet oder nur auszieht wenn die Ex noch für ihn kocht und er hin und wieder zum Vög.... vorbeikommen darf. Ich würde die Person einfach nur rauswerfen. Lieber ein Schrecken mit Ende als eine Ende ohne Schrecken.
KlausMeier 20.10.2019
5. Selbst die Briten merken es langsam
Es waren doch große Teile der Presse, die für den Brexit getrommelt haben. Und jetzt sie alle dumm da und keiner weiß mehr weiter. Wenn dieser Deal auch nicht angenommen wird, dann sollte die EU dieses Trauerspiel am 31.10. [...]
Es waren doch große Teile der Presse, die für den Brexit getrommelt haben. Und jetzt sie alle dumm da und keiner weiß mehr weiter. Wenn dieser Deal auch nicht angenommen wird, dann sollte die EU dieses Trauerspiel am 31.10. beenden. Man kann sich danach ja wieder zusammen setzen, aber irgendwann ist es dann auch mal genug.

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