Politik

Langjähriger Trump-Berater

Mueller findet Beweise für Kontakte zwischen Roger Stone und WikiLeaks

WikiLeaks veröffentlichte im US-Wahlkampf 2016 Mails der Demokraten. Jetzt gibt es offenbar neue Belege dafür, dass Trump-Berater Roger Stone mit der Plattform über den russischen Hack in Kontakt stand.

REUTERS

Roger Stone

Samstag, 16.02.2019   09:05 Uhr

Es sind Gerichtsakten mit potenzieller Sprengkraft: Laut Dokumenten, die Russland-Sonderermittler Robert Mueller am Freitag übergeben hat, stand ein langjähriger enger Vertraute von US-Präsident Donald Trump, Roger Stone, in Kontakt mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks über E-Mails der demokratischen Partei.

Die Mails waren laut Muellers Ermittlungen von russischen Hackern erbeutet und anschließend von WikiLeaks auf der Höhe des US-Wahlkampf 2016 veröffentlicht worden. Muellers Ermittler suchen nach Beweisen dafür, dass Trumps Team vorab über den Hack informiert war.

Stone: "Unverfängliche Twitter-Direktnachrichten"

Trump-Berater Stone wehrte sich am Freitag schriftlich gegen die neuen Vorwürfe. Es handle sich bei den Kontakten mit WikiLeaks um "unverfängliche Twitter-Direktnachrichten", die dem Geheimdienstausschuss des US-Parlaments schon bekannt seien, und die "gar nichts beweisen" würden.

Bekannt war bereits, dass Stone auch mit einem Nutzer des Pseudonyms Guccifer 2.0 in Kontakt stand. Laut US-Geheimdiensten soll Guccifer 2.0 ein Tarnname sein, der vom russischen Militärgeheimdienst benutzt wird. Stone hatte in der Vergangenheit Kontakt mit WikiLeaks und Guccifer 2.0 eingeräumt, aber betont, er habe im Vorfeld nichts von den gehackten Mails gewusst.

Im Januar war der 66-jährige Stone, seit Jahrzehnten ein politischer Strippenzieher für die Konservativen, in Washington dafür angeklagt worden, bei einer Befragung im Kongress über Kommunikation zu den gehackten Mails gelogen zu haben. Damals hatte Mueller noch nicht von einem Austausch Stones mit WikiLeaks gesprochen.

Fotostrecke

Roger Stone: Mueller schnappt sich den Strippenzieher

Das Büro von Sonderermittler Mueller untersucht, ob - und wenn ja, wie - das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump mit Russland zusammengearbeitet hat.

In dem Zusammenhang wurde auch schon Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort festgenommen. Er hatte sich in einem Deal mit Mueller der Verschwörung gegen die USA schuldig bekannt und somit auf eine niedrige Haftstrafe gehofft. Weil er die Ermittler aber anlog, ist die Vereinbarung aus Muellers Sicht geplatzt. Nun soll Manafort für mindestens 19 Jahre ins Gefängnis, empfiehlt Mueller.

cht/Reuters

insgesamt 125 Beiträge
frenchie3 16.02.2019
1. Das wird lustig
Und daß Manafort 19 Jahre Bau riskiert lockert vielleicht die Zunge des Beraters. An Donnies Seite ist es zugig, entweder man wird gefeuert, angeklagt oder beides. Öffentliche Beleidigung und Verleumdung durch Donnie ist [...]
Und daß Manafort 19 Jahre Bau riskiert lockert vielleicht die Zunge des Beraters. An Donnies Seite ist es zugig, entweder man wird gefeuert, angeklagt oder beides. Öffentliche Beleidigung und Verleumdung durch Donnie ist serienmäßig mit dabei. Nun ja, wer noch mit ihm arbeitet verdient kein Mitleid
RalfHenrichs 16.02.2019
2. Der Satz ist so nicht richtig
"In dem Zusammenhang wurde auch schon Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort festgenommen." Nicht in diesem Zusammenhang sondern in einem völlig anderen Zusammenhang, der mit dem Wahlkampf gar nichts zu tun [...]
"In dem Zusammenhang wurde auch schon Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort festgenommen." Nicht in diesem Zusammenhang sondern in einem völlig anderen Zusammenhang, der mit dem Wahlkampf gar nichts zu tun hat. Das ist ja gerade das Absurde: Müller kommt zu Ergebnissen, nur haben diese nichts mehr mit seinem eigentlichen Auftrag zu tun. Genauso wie bei Stone: das Problem ist ja nicht, wie die Mails an die Öffentlichkeit gekommen sind - das wäre eigentlich Job von NYT oder Washington Post gewesen. Sondern das Problem ist der Inhalt der Mails.
naklar261 16.02.2019
3. Ein Held
Sollte dieser Mensch nicht als Whistle Blower gefeiert werden?
Sollte dieser Mensch nicht als Whistle Blower gefeiert werden?
gammoncrack 16.02.2019
4. Das wird seine Zunge nicht lockern.
Donald Trump wird ihn auf jeden Fall begnadigen. Und zwar so, dass Manafort auf jeden Fall weniger absitzen muss, als wenn er alles gestanden hätte. Dafür benötigt er noch nicht einmal eine Verkündung des Notstandes.
Zitat von frenchie3Und daß Manafort 19 Jahre Bau riskiert lockert vielleicht die Zunge des Beraters. An Donnies Seite ist es zugig, entweder man wird gefeuert, angeklagt oder beides. Öffentliche Beleidigung und Verleumdung durch Donnie ist serienmäßig mit dabei. Nun ja, wer noch mit ihm arbeitet verdient kein Mitleid
Donald Trump wird ihn auf jeden Fall begnadigen. Und zwar so, dass Manafort auf jeden Fall weniger absitzen muss, als wenn er alles gestanden hätte. Dafür benötigt er noch nicht einmal eine Verkündung des Notstandes.
ahloui 16.02.2019
5. ????
Man lese diesen Satz: "In dem Zusammenhang wurde auch schon Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort festgenommen. Er hatte sich in einem Deal mit Mueller der Verschwörung gegen die USA schuldig bekannt und somit [...]
Man lese diesen Satz: "In dem Zusammenhang wurde auch schon Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort festgenommen. Er hatte sich in einem Deal mit Mueller der Verschwörung gegen die USA schuldig bekannt und somit auf eine niedriger Haftstrafe gehofft. Weil er die Ermittler aber Anlog, ist die Vereinbarung aus Muellers sich geplatzt. Nun soll Manafort fürmindestens 19 Jahre ins Gefängnis, empfiehlt Mueller." Kein Wunder, dass die deutsche Sprache verkommt... :-)
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP