Politik

Lufteskorte für Ministermaschine

Russische Kampfflieger vertreiben Nato-Jet

Ein Kampfjet der Nato und das Flugzeug des russischen Verteidigungsministers sind sich über der Ostsee sehr nahe gekommen. Schließlich sei die Maschine abgedrängt worden, melden Moskauer Medien.

Jon Nazca/ REUTERS

Kampfjet vom Typ F-18

Dienstag, 13.08.2019   18:35 Uhr

Im Ostseeraum ist es zu einem Zwischenfall zwischen einem Nato-Kampfjet und russischen Flugzeugen gekommen. Beteiligt war auch die Maschine des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu.

Ein Nato-Kampfjet vom Typ F-18 habe versucht, sich über neutralen Gewässern der Ostsee Schoigus Flugzeug zu nähern, berichteten der russische TV-Kanal Rossija-24 und die Nachrichtenagentur Tass.

Die Maschine des Ministers sei auf dem Rückweg von einem Termin in Kaliningrad gewesen und von zwei Suchoi-Jets des Typs Su-27 der baltischen Flotte begleitet worden. Das russische Militär habe den Nato-Kampfjet schließlich vertrieben.

Laut der Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um eine spanische Maschine, die in Litauen stationiert ist. Nachdem sich das Flugzeug Schoigus Maschine genähert habe, hätten die russischen Kampfjets es abgedrängt.

Der spanische Jet wird nach SPIEGEL-Informationen im Rahmen des Nato Air Policings eingesetzt. Die Nato-Kampfjets steigen auf, wenn sich Flugzeuge mit ausgeschaltetem Transponder in Richtung Westen bewegen. Das dürfte auch bei der Maschine des russischen Verteidigungsministers der Fall gewesen sein - russische Piloten tun dies regelmäßig, auch als Provokation.

Aufgabe der Nato-Jets ist die Identifizierung der fremden Flugzeuge, dazu nähern sie sich auf Sichtentfernung, wackeln mit den Flügeln und warten darauf, dass sich der Pilot identifiziert.

Zwischen dem russischen Kernland und der Ostsee-Exklave Kaliningrad herrscht reger Flugverkehr. Das litauische Verteidigungsministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass es häufige Alarmstarts gebe. Dabei würden russische Militärflugzeuge im internationalen Luftraum über der Ostsee identifiziert und überwacht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war ein falsches Bild zugeordnet. Wir haben den Fehler korrigiert.

vks/mgb/dpa/AP

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