Politik

Wahl in der Schweiz beendet

Umfragen sehen starken Zugewinn bei Grünen

Die Schweiz hat ein neues Parlament gewählt: Umfragen rechnen wegen der Klimadebatte mit einem Stimmenzuwachs für die zwei grünen Parteien. Vorne liegen dürfte aber erneut die rechtskonservative SVP.

Ennio Leanza/dpa

Um 12 Uhr schlossen die Wahllokale in der Schweiz: Gegen Nachmittag soll es die ersten Wahlergebnisse geben

Sonntag, 20.10.2019   13:30 Uhr

Wie in vielen Ländern Europas hat das Klimathema auch in der Schweiz zuletzt politisch an Bedeutung gewonnen. Beobachter und Umfrageinstitute rechnen daher damit, dass die beiden grünen Parteien am heutigen Sonntag bei der Schweizer Parlamentswahl Stimmgewinne verzeichnen können. Das berichtet unter anderem der SRF. Um 12 Uhr schlossen die letzten Wahllokale.

80 bis 90 Prozent der Wähler geben ihre Stimme traditionell per Briefwahl ab. Die ersten Ergebnisse werden am Nachmittag erwartet.

Die wählerstärkste Partei, die rechtskonservative SVP mit zuletzt fast 30 Prozent der Stimmen, dürfte danach einige Prozentpunkte einbüßen, aber stärkste Partei bleiben.

Vier Parteien regieren seit 60 Jahren

Ein starkes Abschneiden der Grünen wird aber kaum Auswirkungen auf die Regierung haben. Die Schweiz wird seit 60 Jahren von den praktisch gleichen vier größten Parteien nach dem Konsensprinzip regiert.

Die Regierungsgeschäfte führt ein siebenköpfiger Bundesrat. Die Stärke einer Partei wird im Bundesrat üblicherweise erst nach zwei Wahlen in Folge mit starkem Stimmenzuwachs angepasst. So war es bei der SVP, die ihren Wähleranteil zwischen 1995 und 2003 bei zwei Wahlen fast verdoppelte, ehe sie auf Kosten einer christlichen Mittepartei einen zweiten Sitz im Bundesrat bekam.

Wahlberechtigt waren knapp 5,4 Millionen Bürger. Die Wahlbeteiligung lag zuletzt unter 50 Prozent. Politologen erklären das damit, dass die Schweizer mindestens vier Mal im Jahr bei Volksabstimmungen ihre Meinung sagen können. Für die 200 Sitze im Nationalrat haben sich mehr als 4600 Kandidaten beworben. Ebenfalls wird der Ständerat mit 46 Sitzen auf Kantonsebene besetzt.

mho/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
Hannibal Murkle 20.10.2019
1. Doch nicht so viel Zuwachs der Grünen?
Einen Klick weiter hinter dem Link im Artikel sehe ich das Endergebnis im Kanton Graubünden: 5,5% für die Grünen, damit +-0 [...]
Einen Klick weiter hinter dem Link im Artikel sehe ich das Endergebnis im Kanton Graubünden: 5,5% für die Grünen, damit +-0 https://www.srf.ch/news/schweiz/wahlen-2019/die-schweiz-hat-gewaehlt-mindestens-14-staenderatssitze-werden-in-2-wahlgaengen-vergeben St. Gallen: 10,5%, also +4,8 Freiburg: 11,6%, also +6,3 In zwei Kantonen ungefähr Verdopplung, in einem ohne Änderungen - doch insgesamt sehr weit unter den 20-22%, die Umfragen für Deutschland ergeben. Nächstes Mal ohne Klima-Hype wird es wieder weniger.
Rodion67 20.10.2019
2.
"insgesamt sehr weit unter den 20-22%, die Umfragen für Deutschland ergeben. " Es geht im Artikel um die Nationalratswahl. Dort haben Grüne und grünliberale zusammen 20.6 %. Ein Anstieg um 8.9 Prozentpunkte.
"insgesamt sehr weit unter den 20-22%, die Umfragen für Deutschland ergeben. " Es geht im Artikel um die Nationalratswahl. Dort haben Grüne und grünliberale zusammen 20.6 %. Ein Anstieg um 8.9 Prozentpunkte.
zeitgenosse99 20.10.2019
3. Historischer Rekord war das!
Die Grünen haben um 17 Sitze zugelegt. Das gabs in dem Ausmasse noch nie seit 1848. Die rechtsbürgerliche SVP hat 1999 mal 15 Sitze zugelegt. . Und was Sie vergessen, wir haben in der Schweiz zwei Grüne Parteien. Eine [...]
Zitat von Hannibal MurkleEinen Klick weiter hinter dem Link im Artikel sehe ich das Endergebnis im Kanton Graubünden: 5,5% für die Grünen, damit +-0 https://www.srf.ch/news/schweiz/wahlen-2019/die-schweiz-hat-gewaehlt-mindestens-14-staenderatssitze-werden-in-2-wahlgaengen-vergeben St. Gallen: 10,5%, also +4,8 Freiburg: 11,6%, also +6,3 In zwei Kantonen ungefähr Verdopplung, in einem ohne Änderungen - doch insgesamt sehr weit unter den 20-22%, die Umfragen für Deutschland ergeben. Nächstes Mal ohne Klima-Hype wird es wieder weniger.
Die Grünen haben um 17 Sitze zugelegt. Das gabs in dem Ausmasse noch nie seit 1848. Die rechtsbürgerliche SVP hat 1999 mal 15 Sitze zugelegt. . Und was Sie vergessen, wir haben in der Schweiz zwei Grüne Parteien. Eine links und eine in der Mitte die Grünliberalen und die haben auch 9 Sitze zugelegt. . Das halten bald zusammen dann 44 von 200 Sitzen für Oekologische Parteien oder eben auch +/- 22% wie in Deutschland!! Wenn man jetzt noch die Sozialdemokraten dazunimmt, die sich auch als ökologisch bezeichnen und neu noch die FDP, die sich in einer Urabstimmung zumindest als Grün light geoutet haben, dann kann man davon ausgehen, dass ökologischen Anliegen inkl. Klimaschutz höhere Beachtung zugeordnet wird, zumal die Schweiz auch ein Gewässerproblem hat, in 70% der Gewässer wurden Glyphosat, Gülle und sonstige Pestizidrückstände gefunden. Das hat dem grünen Wahlsieg sicher auch noch in die Hände gespielt! Beim Trinkwasser hört auch bei Herrn und Frau Schweizer der Spass auf!

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