Politik

Entgegenkommen an Trump

Mexiko schickt Nationalgarde an seine Südgrenze

Die USA fordern von Mexiko, gegen illegale Einwanderung vorzugehen - und drohen mit Strafzöllen auf alle Importe des Landes. Nun hat die Regierung in Mexiko-Stadt Maßnahmen eingeleitet, um Washington zu besänftigen.

Marco Ugarte/ AP

Migranten überqueren eine Brücke an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala

Freitag, 07.06.2019   03:42 Uhr

Im Streit mit den USA über Strafzölle und Einwanderung hat Mexiko konkrete Vorschläge zur Grenzsicherung vorgelegt. 6000 Beamte der neu geschaffenen Nationalgarde sollen an die mexikanische Südgrenze zu Guatemala verlegt werden. Das teilte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard mit. So soll der Zuzug von Einwanderern in die USA über Mexiko als Transitland verringert werden.

US-Präsident Donald Trump droht Mexiko mit Zöllen, wenn das Land nicht schnellstens schärfere Maßnahmen zur Grenzsicherung einleite. Ab Montag sollen Strafzölle in Höhe von fünf Prozent auf alle mexikanischen Importe verhängt werden. Bis Oktober sollen sie schrittweise auf 25 Prozent steigen, falls die mexikanischen Behörden nicht doch noch Maßnahmen ergreifen, die aus Sicht der US-Regierung ausreichend sind.

Die Zahl der Menschen, die illegal über die US-Südgrenze ins Land kommen, hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Dabei handelt es sich meist um Migranten aus El Salvador, Guatemala und Honduras, die vor Armut und Gewalt in ihren Ländern flüchten. Die meisten von ihnen beantragen nach Überqueren der US-Grenze Asyl. Allein im Mai wurden an der US-Grenze zu Mexiko 144.000 Migranten von Beamten gestoppt oder festgenommen, wie die US-Grenzschutzbehörde CBP mitteilte.

Mehr zum Thema

Die mexikanische Regierung teilte am Donnerstag nun außerdem mit, die Bankkonten einer mutmaßlichen Schleuserbande gesperrt zu haben. Die Gruppe sei an der Organisation von Flüchtlingstrecks in Richtung Norden beteiligt gewesen, hieß es vom Finanzministerium in Mexiko-Stadt. Ermittler des Ministeriums identifizierten den Angaben zufolge 26 mutmaßliche Schleuser.

Zudem laufen in Washington die Gespräche von Vertretern aus Mexiko und den USA weiter. Der mexikanische Außenminister Ebrard sagte am Donnerstag, dass es dabei "Fortschritte" gegeben habe. US-Vizepräsident Mike Pence erklärte, Mexiko habe sich bewegt - aber noch nicht ausreichend. "Stand jetzt, treten die Zölle am Montag in Kraft", sagte Pence. Die Verhandlungen sollen laut Ebrard am Freitag fortgesetzt werden.

Pence räumte ein, dass auch in den USA Nachholbedarf herrsche: Drogenbanden und Menschenhändler nutzten Schlupflöcher in der US-Gesetzgebung, um Menschen in die USA zu schleusen.

aar/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 34 Beiträge
bernteone 07.06.2019
1. Jetzt Zölle gegen Mexiko
wären Trumps Ende . Seine Berater werden ihn wohl bearbeiten davon abzulassen . Die USA hat im Augenblick genug mit China zu tun . Das 1 . Mal seit McCains Tod regt sich offener Widerstand bei den Republikanern gegen ihren [...]
wären Trumps Ende . Seine Berater werden ihn wohl bearbeiten davon abzulassen . Die USA hat im Augenblick genug mit China zu tun . Das 1 . Mal seit McCains Tod regt sich offener Widerstand bei den Republikanern gegen ihren Präsidenten . In Mexiko produzieren die großen US Firmen für den US Markt , es würde die USA doppelt treffen . Die Mexikaner in den Grenzregionen geben hre Pesos , die die bei Ford , Chrysler oder GM verdienen auch gerne wieder in den USA aus . Ich glaube da wird er zurück rudern und auch das als Erfolg verkaufen . Vielleicht bekommt er die Mexikaner ja dazu eine Mauer zu Guatemala zu bauen dann hätte er sein Wahlversprechen eingelöst , wäre auch wesentlich kürzer und die Mexikaner zahlen sie nicht nur die bauen sie auch noch .
ronald1952 07.06.2019
2. Wer alles
lässt sich noch Erpressen von diesem Unrechtsstaat? Denn was anderes ist die USA nicht mehr, aber gut zu wissen ist das die Zeit gegen die USA ist denn je stärker China wird um so mehr wird der Einfluss der Amerikaner [...]
lässt sich noch Erpressen von diesem Unrechtsstaat? Denn was anderes ist die USA nicht mehr, aber gut zu wissen ist das die Zeit gegen die USA ist denn je stärker China wird um so mehr wird der Einfluss der Amerikaner schwinden.Niemand, wirklich absolut niemand aus Amerika kann hinterher Behaupten ein anderer als Sie selbst seinen Schuld an der Miesere. Die Amerikaner unter Trump Glauben wirklich das Sie sich alles Erlauben können was Sie wollen, Sie werden bald Erkennen müssen das dies der größte Irrtum ist seit Bestehen dieses Landes. Und an Mexico die doch immer Betonen so Demokratisch zu sein, kann ich nur sagen Schämt euch jetzt mit Militär auf diese Menschen losgehen zu wollen. Wie nennt man denn ein Land das Menschen daran hindert es zu verlassen, wenn es sein muss mit Gewalt? schönen Tag noch,
iasi 07.06.2019
3. Seinen Forderungen Nachdruck verleihen
Mexiko hat nicht viel getan, um die - auch medienwirksam inszinierten - Migratenströme aus seinen Nachbarländern zu stoppen. Die USA nutzen nun eben das Druckmittel, das sich regelrecht anbietet: Da die USA als Absatzmarkt für [...]
Mexiko hat nicht viel getan, um die - auch medienwirksam inszinierten - Migratenströme aus seinen Nachbarländern zu stoppen. Die USA nutzen nun eben das Druckmittel, das sich regelrecht anbietet: Da die USA als Absatzmarkt für die Handelspartner dient, wird der Zugang eben beschränkt bzw. verteuert. BMW baut z.B. ein neues Werk in Mexiko, um damit vor allem die USA zu beliefern. Hätte BMW in den USA investiert und dort Arbeitsplätze geschaffen, müsste nun nicht das Freihandelstrauerlied angestimmt werden.
reinholdhesse 07.06.2019
4. Zu welch erbärmlicher Erpresserbande
Sind die USA mutiert. Pelosi will Trump hinter Gittern sehen. Hoffentlich gelingtˋs!!! Dann aber auch bitte sämtliche anderen verbrecherischen Typen wie Bolton, den Scharfmacher, Pence, den Mitläufer, Bannon, den spiritus [...]
Sind die USA mutiert. Pelosi will Trump hinter Gittern sehen. Hoffentlich gelingtˋs!!! Dann aber auch bitte sämtliche anderen verbrecherischen Typen wie Bolton, den Scharfmacher, Pence, den Mitläufer, Bannon, den spiritus rector und wie sie alle heißen mögen in ein tiefes finsteres Loch bei schimmeligem Brot und abgestandenem Wasser.
123rumpel123 07.06.2019
5. auf gute Zusammenarbeit
Nach jahrzehntelanger Legathie in Sachen "Illegaler Migration" kommt jetzt ein wenig Aktionismus zustande, und die Mexikaner sind ganz offensichtlich an keiner Exkalation interessiert. Unabhängig vom Wirkungsgrad ist [...]
Nach jahrzehntelanger Legathie in Sachen "Illegaler Migration" kommt jetzt ein wenig Aktionismus zustande, und die Mexikaner sind ganz offensichtlich an keiner Exkalation interessiert. Unabhängig vom Wirkungsgrad ist es zumindest ein Anfang, und war auch nicht anders zu erwarten, da die USMCA-Partner allesamt an keiner Eskalation und Störung an der Grenzabfertigung interessiert sind. Nebenbei bringt das Trump-Team immer wieder das Thema auf die Agenda, so dass langsam aber sicher immer breitere Bevölkerungskreise die Thematik mitbekommen, auch wenn es sich von den nördlichen Ost- und Westküsten Bundesstaaten in ein paar Tausend Kilometer Entfernung abspielt und man aufgrund der Entfernung dachte, da hat man nichts mit zu tun. Wird für die Demokraten schwer werden für den Wahlkampf ein Thema zu finden, für das die Amis "brennen" würden.

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP