Politik

Verteidigungsminister Esper

Aus Syrien abgezogene US-Truppen werden im Irak eingesetzt

Nach ihrem Abzug aus Nordsyrien sollen US-Elitesoldaten laut Verteidigungsminister Esper in den Westirak verlegt werden - und dort ihren Kampf gegen den IS fortführen.

Erin Scott/Reuters

US-Verteidigungsminister Mark Esper: "Wochen, nicht Tage"

Sonntag, 20.10.2019   09:38 Uhr

Nahezu alle aus Syrien abrückenden US-Truppen sollen in den Irak verlegt werden. Im Westen des Landes sollen die rund 1000 Soldaten dann den Feldzug gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) fortsetzen. Das sagte Verteidigungsminister Mark Esper an Bord einer US-Militärmaschine vor Journalisten.

Zuletzt war damit gerechnet worden, dass einige der Soldaten, bei denen es sich mehrheitlich um Spezialkräfte handelt, neben dem Irak auch nach Jordanien beziehungsweise zurück in die USA verlegt werden könnten.

Der Truppenabzug laufe zügig weiter, er werde "Wochen, nicht Tage" dauern, sagte Esper. Er soll demnach mit Transportflugzeugen ebenso wie per Landkonvoi durchgeführt werden. (Welche logistischen Herausforderungen der Abzug mit sich bringt und welchen Gefahren die Soldaten dabei ausgesetzt sind, lesen Sie hier.)

Einem hohen Beamten des US-Verteidigungsministeriums zufolge, den die Nachrichtenagentur Reuters zitiert, ist die Situation weiter im Fluss; die Pläne könnten sich demnach ändern.

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Zur mit der Türkei vereinbarten Waffenruhe für Nordsyrien sagte Esper, dass sie "im Großen und Ganzen" eingehalten werde. Entgegen dieser Einschätzung werfen sich Türken und Kurden weiter gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Türkischer Soldat laut Verteidigungsministerium in Ankara getötet

Das türkische Verteidigungsministerium hielt den Kurdenmilizen am Samstag vor, für 14 Anschläge mit schweren Waffen in den Grenzstädten Tal Abiad und Ras al-Ain verantwortlich zu sein. Am Sonntag teilte das Ministerium mit, dass ein Soldat durch Beschuss der Kurdenmiliz YPG in der Region um Tal Abiad getötet worden sei.

Die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) warfen der türkischen Seite dagegen vor, die Öffnung eines humanitären Korridors für die umkämpfte Grenzstadt Ras al-Ain nicht zuzulassen.

Die Türkei hatte vor rund einer Woche einen Militäreinsatz gegen die YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. US-Präsident Donald Trump steht in der Kritik, durch den von ihm verordneten US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet die türkische Offensive erst ermöglicht zu haben.

asa/Reuters

insgesamt 33 Beiträge
Ernst49 20.10.2019
1. Einsatz im Irak
Natürlich völkerrechtskonform auf Bitte der irakischen Regierung...
Natürlich völkerrechtskonform auf Bitte der irakischen Regierung...
tinosaurus 20.10.2019
2. Peinlich
Das wird langsam richtig blöd und peinlich. Jetzt dürfen die Soldaten nicht nach Hause, sondern im Irak weiter Krieg spielen. Die letzte Fehlentscheidung wird damit auch nicht besser. Er hat Erdogan und Putin bestens bedient. [...]
Das wird langsam richtig blöd und peinlich. Jetzt dürfen die Soldaten nicht nach Hause, sondern im Irak weiter Krieg spielen. Die letzte Fehlentscheidung wird damit auch nicht besser. Er hat Erdogan und Putin bestens bedient. Man sollte sich wirklich um seine geistige Gesundheit Sorgen machen. Zudem schadet er dem Land immens und zerstört nebenbei nach seinem Bauchgefühl die alte Weltordnung.
spud 20.10.2019
3. Ich dachte, der IS
ist laut Trump nun zu 100% besiegt und er holt seine Soldaten zurück ins Land, um die eigene Grenze zu verteidigen? Achso ja klar, der IS ist doch nicht "besiegt" und der Krieg kann weitergehen.
ist laut Trump nun zu 100% besiegt und er holt seine Soldaten zurück ins Land, um die eigene Grenze zu verteidigen? Achso ja klar, der IS ist doch nicht "besiegt" und der Krieg kann weitergehen.
David Sindt 20.10.2019
4.
Trumps Argumentation sich aus fremden Kriegen raushalten zu wollen ist somit wohl hinfällig. Was übrig bleibt ist der Verrat an den Kurden. Wäre interessant zu wissen welche Deals er mit Erdogan vereinbart hat und welche [...]
Trumps Argumentation sich aus fremden Kriegen raushalten zu wollen ist somit wohl hinfällig. Was übrig bleibt ist der Verrat an den Kurden. Wäre interessant zu wissen welche Deals er mit Erdogan vereinbart hat und welche persönlichen Vorteile Trump davon hat.
Palmstroem 20.10.2019
5.
Eindeutig "JA"! "US-Verteidigungsminister Mark Esper räumte ein, dass es trotz der Vereinbarung vereinzelt Kämpfe gebe. Doch scheine die Feuerpause zu halten. Er sagte am Samstag vor Journalisten, die ihn auf [...]
Zitat von Ernst49Natürlich völkerrechtskonform auf Bitte der irakischen Regierung...
Eindeutig "JA"! "US-Verteidigungsminister Mark Esper räumte ein, dass es trotz der Vereinbarung vereinzelt Kämpfe gebe. Doch scheine die Feuerpause zu halten. Er sagte am Samstag vor Journalisten, die ihn auf einer Nahostreise begleiten, es sei geplant, den Großteil der bisher in Nordsyrien stationierten US-Truppen abzuziehen. Das Vorhaben, mehr als 700 Soldaten in den Westen Iraks zu verlegen, sei bereits mit seinem irakischen Amtskollegen abgesprochen."

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