Politik

Aleppo

Uno sieht Hinweise auf Kriegsverbrechen von Rebellen

Die Uno wirft nun auch den Rebellen in Aleppo Kriegsverbrechen vor. Nicht nur syrische und russische Truppen, auch die Assad-Gegner seien für den Tod vieler Zivilisten verantwortlich.

REUTERS

Rebellen in Aleppo

Dienstag, 01.11.2016   15:33 Uhr

Die Vorwürfe der Uno richten sich gegen alle Kriegsparteien in Syrien: Sowohl die Rebellen als auch die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad könnten bei ihren Kämpfen in Aleppo Kriegsverbrechen begangen haben. Das sagte Ravina Shamdasani, Menschenrechtlerin der Vereinten Nationen, in Genf.

"Die Kampfhandlungen aller Kriegsparteien in Aleppo führen zu einer großen Zahl von zivilen Opfern und schaffen eine grausame Atmosphäre für die verbliebenen Bewohner", sagte Shamdasani. Bisher wurden die Kriegsverbrechen in Aleppo vor allem der syrischen Armee und Russland zugerechnet.

Die Großstadt gehört zu den am stärksten umkämpften Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Seit Juli sind die Rebellen im Osten der Stadt eingekesselt. Dort leben schätzungsweise 250.000 Menschen. Ein Interview mit Helfern lesen Sie hier.

Russland dämpft Hoffnungen auf Friedensgespräche

Russland sieht nach eigenen Angaben auf absehbare Zeit keine Chance für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche für Syrien und macht den Westen dafür verantwortlich. Es gelinge westlichen Staaten nicht, gewalttätige Islamisten in Syrien von Angriffen abzuhalten, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Insbesondere in Aleppo komme es zu Angriffen auf Zivilisten, obwohl Syrien und Russland eine Pause bei ihren Luftangriffen eingelegt hätten. "Daher sind der Beginn eines Verhandlungsprozesses und die Rückkehr zu einem friedlichen Leben in Syrien für unbestimmte Zeit verschoben", so Schoigu

Russland und Syrien haben nach eigenen Angaben seit dem 18. Oktober ihre Luftangriffe auf Aleppo eingestellt. Russland wirft den USA vor, islamistische Gruppen zu unterstützen, die gegen Präsident Assad kämpfen. Unter anderem am Streit darüber, welche Gruppen legitime Angriffsziele sind, scheiterte zuletzt der Versuch der beiden Großmächte, sich auf eine gemeinsame Strategie zu verständigen.

Die USA werfen Russland und den Assad-Truppen vor, Aleppo auch während der Waffenruhe angegriffen zu haben sowie immer wieder zivile Ziele ins Visier zu nehmen.

cte/Reuters

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