Politik

Kellyanne Conway

Trump-Beraterin bezeichnet sich selbst als Opfer sexueller Gewalt

Mit einem mutmaßlichen Schicksalsschlag hat sich Trump-Beraterin Kellyanne Conway nun an die Öffentlichkeit gewandt. Sie habe großes Mitgefühl für die Opfer sexueller Gewalt, sagte sie - weil ihr das selbst widerfahren sei.

AP

Kellyanne Conway

Sonntag, 30.09.2018   20:09 Uhr

In den Fall um den umstrittenen Richter Brett Kavanaugh hat sich Kellyanne Conway, Beraterin von US-Präsident Donald Trump, mit einer persönlichen Geschichte zu Wort gemeldet. Sie selbst habe "viel Mitgefühl für die Opfer sexueller Übergriffe, sexueller Belästigung und von Vergewaltigung", sagte Conway in einem Interview mit dem CNN-Journalisten Jake Tapper. Nach einer Pause räusperte sie sich und fügte hinzu: "Ich bin ein Opfer von sexueller Gewalt." Diese sollten aber nicht politisiert werden.

Conway schob noch eine etwas merkwürdige Bemerkung hinterher: Sie erwarte nicht, "dass Richter Kavanaugh oder Jake Tapper oder Jeff Flake oder irgendjemand dafür verantwortlich gemacht" werde. "Du musst verantwortlich für dein eigenes Verhalten sein", ergänzte die Trump-Beraterin - offenbar verweisend auf die Straftat, die ihr selbst zugefügt worden sein soll.

Der Moderator Tapper reagierte offensichtlich überrascht auf Conways Enthüllung. "Das ist das erste Mal, dass ich Sie über so etwas Persönliches sprechen höre, und es tut mir leid", sagte er. Der CNN-Journalist verwies daraufhin auf wiederholte Vorwürfe gegen Trump wegen angeblicher sexueller Übergriffe und sprach Conway darauf an, dass sie dennoch weiterhin für Trump arbeite.

"Das ist Fehler Nummer eins"

"Vermischen Sie das nicht, und vermischen Sie das schon gar nicht mit dem, was mir passiert ist", entgegnete Conway. "Bringen sie Trump nicht immer in alles hinein, was in diesem Universum passiert. Das ist Fehler Nummer eins."

Trumps Kandidat für den frei gewordenen Richterposten am Supreme Court sieht sich mit Vorwürfen von drei Frauen zu sexuellen Übergriffen während seiner High-School- und Studienzeit konfrontiert. Am Donnerstag hatte die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford vor dem Justizausschusses des Senats im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe. Sie sagte, sie sei sich zu "100 Prozent" sicher, dass Kavanaugh der Angreifer gewesen sei.

Kavanaugh selbst stritt anschließend vor dem Ausschuss alle Vorwürfe ab. Trump hält diese für politisch motiviert, wies die Bundespolizei FBI am Freitag aber dennoch an, die Vorwürfe gegen Kavanaugh zu untersuchen. Die Abstimmung des US-Senats zu der Personalie verschiebt sich dadurch.

Video: Der Sinneswandel des Senators Jeff Flake

Foto: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

vks/AFP

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