Politik

Fragwürdige Übernachtungen

Trumps Hotels stehen unter offizieller Beobachtung

Ob Mike Pence in Irland oder, möglicherweise, die G7-Spitzen kommendes Jahr in Florida: Die vielen offiziellen Besuche in Hotels des Trump-Konzerns werfen Fragen auf. Zum Beispiel: Wer verdient daran eigentlich?

Amr Alfiky/ REUTERS

Trump Hotel (in Washington/Archivbild): Der Kontrollausschuss hätte da noch einige Fragen

Montag, 09.09.2019   08:35 Uhr

Bevor er im Hauptberuf die Geschicke der USA beeinflusste, hat Donald Trump sein Geld unter anderem mit Hotels gemacht. Seitdem er Präsident der Vereinigten Staaten ist, muss er sich immer wieder Fragen gefallen lassen, inwieweit er sein politisches Amt von den Interessen des weitverzweigten Trump-Konzerns trennt. Das gilt auch und besonders für Besuche in den vielen Hotels, die weltweit seinen Namen tragen.

Abgeordnete im US-Kongress haben nun zahlreiche Nachfragen zu offiziellen Übernachtungen in Trump-Resorts. Der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses und der Justizausschuss der Kammer schrieben mehrere Briefe an die US-Regierung und Trumps Firmen.

Darin forderten sie Informationen und Unterlagen zum jüngsten Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence in einem Golf-Resort Trumps in Irland und zu dem Vorschlag des Präsidenten, den G7-Gipfel im kommenden Jahr in einem seiner Resorts in Florida auszurichten.

Im Repräsentantenhaus haben die Demokraten seit Jahresbeginn eine Mehrheit und nutzen diese für diverse Untersuchungen gegen Trump und dessen Umfeld.

Die seltsamen Reisepläne des Vizepräsidenten

Pence war bei seinem Trip nach Irland vor einigen Tagen in Trumps Golfresort in Doonbeg abgestiegen. Der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses wandte ein, das Hotel sei fast 290 Kilometer von Pences politischen Terminen in Dublin entfernt gewesen. Pence hatte Kritik wegen der Hotelwahl bereits zurückgewiesen und auf familiäre Verbindungen zu dem kleinen Ort verwiesen. Das Gremium sieht dennoch Klärungsbedarf.

Der Justizausschuss der Kammer wiederum möchte Aufklärung zu Trumps Vorstoß, das Gipfeltreffen der sieben führenden westlichen Industriestaaten 2020 in seinem Golfhotel in Miami abzuhalten. Trump hatte das Hotel beim jüngsten G7-Gipfel im französischen Biarritz in den höchsten Tönen gelobt und als möglichen Ausrichtungsort für den nächsten Gipfel genannt.

Warum schläft die Luftwaffe bei Trump?

Trump ist im kommenden Jahr G7-Gastgeber und kann damit den Ort auswählen. Bedenken, wonach er und seine Immobiliengeschäfte unzulässig von der Ausrichtung des prestigeträchtigen Gipfeltreffens in seinem Hotel profitieren könnten, wies er zurück. (Eine Übersicht über das trumpsche Firmengeflecht finden Sie hier.)

Am Wochenende hatte die Zeitung "Politico" außerdem über Ungereimtheiten rund um den Stopp eines Teams der Air Force in Trumps schottischem Golfresort nahe Glasgow berichtet. Die Besatzung einer Militärmaschine habe dort im Frühjahr auf dem Weg von den USA nach Kuwait wie auch auf dem Rückweg einen Zwischenstopp eingelegt - und damit fernab von einer US-Militärbasis. Auch dazu habe der Kontrollausschuss im Repräsentantenhaus noch reichlich Fragen.

jok/dpa

insgesamt 12 Beiträge
Ollin 09.09.2019
1. Wie gut, dass DT nicht in Waffen macht
Solange er nur Werbung für seine Rehaclubs für postmenopausale Männer macht ist doch gut. Nicht auszudenken er wäre in Waffen investiert.
Solange er nur Werbung für seine Rehaclubs für postmenopausale Männer macht ist doch gut. Nicht auszudenken er wäre in Waffen investiert.
draco20007 09.09.2019
2.
Die 30 Millionen, die er im Wahlkampf von der NRA bekommen hat sehen für mich nach was anderem aus....
Zitat von OllinSolange er nur Werbung für seine Rehaclubs für postmenopausale Männer macht ist doch gut. Nicht auszudenken er wäre in Waffen investiert.
Die 30 Millionen, die er im Wahlkampf von der NRA bekommen hat sehen für mich nach was anderem aus....
muellerthomas 09.09.2019
3.
Und seine Fans behaupten auch noch, Trump würde die Korruption endlich bekämpfen.....
Und seine Fans behaupten auch noch, Trump würde die Korruption endlich bekämpfen.....
Kaffeeforyou 09.09.2019
4.
Trump ist nach wie vor und durch und durch ein Geschäftsmann, der SEINE! Interessen durchsetzen will. Seine" DNA" kann man nicht ändern!
Trump ist nach wie vor und durch und durch ein Geschäftsmann, der SEINE! Interessen durchsetzen will. Seine" DNA" kann man nicht ändern!
kuac 09.09.2019
5.
Fragt SPON ernsthaft - Wer verdient daran eigentlich? Natürlich Trump, wer denn sonst?
Fragt SPON ernsthaft - Wer verdient daran eigentlich? Natürlich Trump, wer denn sonst?
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