Politik

Vertraulicher Uno-Bericht

Nordkorea soll zwei Milliarden Dollar für Waffenprogramm gestohlen haben

Pjöngjang provoziert mit neuen Raketentests. Zwei Milliarden Dollar für die Entwicklung seiner Waffen hat Nordkorea möglicherweise per Cyber-Bankraub erbeutet. So steht es in einem vertraulichen Uno-Bericht.

AFP

Aufnahme des nordkoreanischen Staatsfernsehens: Kim Jong Un beobachtet eine Raketenstart

Dienstag, 06.08.2019   16:09 Uhr

Es klingt wie in einem Spionagefilm: Einem vertraulichen Bericht an den Uno-Sicherheitsrat zufolge soll die kommunistische Diktatur Nordkorea mittels Cyberangriffen auf Banken und Cryptowährungsplattformen große Summen für seine Raketen- und Atomwaffenentwicklung ergaunert haben.

Der Bericht, aus dem die Nachrichtenagenturen Reuters und AP zitieren, spricht von "großflächigen und in zunehmendem Maße ausgefeilten" Hackerangriffen, mit denen die nordkoreanischen Computerexperten insgesamt geschätzte zwei Milliarden US-Dollar erbeutet haben sollen.

Pjöngjang soll außerdem "die Verbesserung seines Atom- und Raketenprogramms fortgesetzt" haben, auch wenn das Land dafür keine Atomtests oder Probeflüge von Interkontinentalraketen durchgeführt hat, heißt es in dem Bericht. Erstellt wurde dieser für das Sanktionskomitee des Uno-Sicherheitsrats, welches die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags überprüfen soll.

Nach zwei Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Juni 2018 und im Februar 2019 hatten die USA erklärt, Nordkorea sei zu nuklearer Abrüstung bereit. Nordkorea hatte wiederum erklärt, Voraussetzung sei eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und ein Stopp gemeinsamer Manöver der USA und Südkoreas.

China droht den USA

In den vergangenen Tagen hat Nordkorea allerdings mehrfach Raketen zu Testzwecken abgefeuert. Während Südkorea und auch Japan mit Sorge auf das Verhalten des Regimes von Diktator Kim Jong Un reagieren, klingt das in Washington ein wenig anders. US-Präsident Trump will kein Fehlverhalten des weitgehend isolierten Landes festgestellt haben. "Ich denke, das ist alles unter Kontrolle, alles unter Kontrolle", sagte er am Donnerstag. Test von Kurzstreckenraketen seien "ganz normal".

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Samstag allerdings angekündigt, schon bald neue Raketen in Asien stationieren zu wollen. Peking hat mit Drohungen reagiert. Sollten die USA ihre Pläne tatsächlich umsetzen, werde es entsprechende Gegenmaßnahmen aus China geben.

cht/asc/Reuters/AP

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