Politik

USA

Mutmaßlicher Absender von Briefbomben bekennt sich schuldig

Cesar S. soll 16 Briefe mit Sprengsätzen an prominente Kritiker von Donald Trump verschickt haben. Vor Gericht hat der Angeklagte nun seine Schuld eingestanden - ihm droht eine lange Haftstrafe.

Jane Rosenberg / REUTERS

Gerichtszeichnung von Cesar S. vor Gericht

Freitag, 22.03.2019   00:58 Uhr

In den USA hat sich ein Mann vor Gericht schuldig bekannt, mehrere Briefbomben an Kritiker von US-Präsident Donald Trump verschickt zu haben. Wie das "Wall Street Journal" und der Sender CNN berichteten, gab der 57 Jahre alte Cesar S. am Donnerstag vor einem Gericht in New York seine Schuld zu.

Die Serie von Briefbomben hatte die USA im vergangenen Oktober in Atem gehalten. Die Päckchen waren unter anderem an den früheren Präsidenten Barack Obama und die frühere Außenministerin Hillary Clinton adressiert, konnten aber allesamt abgefangen werden. Verletzt wurde niemand. Nach einigen Tagen wurde S. schließlich in Florida festgenommen.

Die Ermittler beschuldigen ihn, insgesamt 16 Päckchen versandt zu haben. Zu den Adressaten zählten neben Obama und Clinton auch der ehemalige CIA-Direktor John Brennan, der Milliardär und Spender für die oppositionellen Demokraten, George Soros, und der Schauspieler Robert de Niro.

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Paketbombenserie in den USA: Festnahme in Florida

Der frühere Pizzabote S. ist in Dutzenden Punkten angeklagt, darunter wegen des Verschickens von Sprengsätzen und der Bedrohung früherer Präsidenten. Er hatte ursprünglich auf nicht schuldig plädiert. Bei der Urteilsverkündung im September droht ihm lebenslängliche Haft.

Cesar S. ist Mitglied der Republikaner und nahm an Wahlkampfveranstaltungen Trumps teil. Er war nach tagelanger Großfahndung am 26. Oktober im Bundesstaat Florida gefasst worden, wo er in einem Lieferwagen voller Pro-Trump-Aufkleber lebte.

lie/dpa/AFP

insgesamt 12 Beiträge
bigroyaleddi 22.03.2019
1. Oha, ein Trumpfan
Dann wird der Donald ihn sicher nach seiner verurteilung recht bald begnadigen.
Dann wird der Donald ihn sicher nach seiner verurteilung recht bald begnadigen.
goodcharlotte 22.03.2019
2. Political Correctness = Respekt
Wenn wir nicht auf Respekt und Anstand in der Sprache achten, gibt es irgendwann immer einen Depp, der losgeht und die Hassreden umsetzt. Jeder, der mit Worten hasst, trägt eine Mitschuld.
Wenn wir nicht auf Respekt und Anstand in der Sprache achten, gibt es irgendwann immer einen Depp, der losgeht und die Hassreden umsetzt. Jeder, der mit Worten hasst, trägt eine Mitschuld.
rekcufrehtom 22.03.2019
3. SPON und das Wort 'mutmaßlich'
Es ist das ganz grosse Missverständnis des Journalismus, denn bei SPON scheint niemand zu arbeiten, der oder die in der Lage wäre das Wort richtig zu verwenden. Anders ist auch diese Headline nicht zu erklären.
Es ist das ganz grosse Missverständnis des Journalismus, denn bei SPON scheint niemand zu arbeiten, der oder die in der Lage wäre das Wort richtig zu verwenden. Anders ist auch diese Headline nicht zu erklären.
fatherted98 22.03.2019
4. Bei den...
....in den USA üblichen Urteilen, wird er wohl nicht mehr rauskommen....für jede Versendung 10 bis 20 Jahre....da kann man es sich ausrechnen.
....in den USA üblichen Urteilen, wird er wohl nicht mehr rauskommen....für jede Versendung 10 bis 20 Jahre....da kann man es sich ausrechnen.
cipo 22.03.2019
5.
In der FAZ gab es schon vor acht Jahren einen guten Kommentar zu diesem Thema. Der endete mit den Worten: "Vielleicht wäre es an der Zeit, sich des Reichtums der deutschen Sprache zu bedienen und vom 'Beschuldigten', [...]
Zitat von rekcufrehtomEs ist das ganz grosse Missverständnis des Journalismus, denn bei SPON scheint niemand zu arbeiten, der oder die in der Lage wäre das Wort richtig zu verwenden. Anders ist auch diese Headline nicht zu erklären.
In der FAZ gab es schon vor acht Jahren einen guten Kommentar zu diesem Thema. Der endete mit den Worten: "Vielleicht wäre es an der Zeit, sich des Reichtums der deutschen Sprache zu bedienen und vom 'Beschuldigten', 'Verdächtigen', 'Angeklagten' zu sprechen, Vermutungen zur Tat und ihrer Ausführung zu äußern und sich der unterschiedlichen Formen des Konjunktivs zu bedienen - aber eines einzustellen: den inflationären Gebrauch des Mutmaßlichen." Seitdem ist es leider nur noch katastrophaler geworden. https://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/rechtspersonen/der-angeklagte-der-mutmassliche-taeter-11112033.html

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